Woran es dem BVB mangelt

Das Unentschieden daheim gegen ein Team aus Zypern ist der Tiefpunkt für die Borussia in dieser Saison. Matthias Rötters erklärt, wo die Probleme beim einst so dominierenden Klub liegen.

Dortmund befindet sich seit Wochen in einer handfesten Krise
Dortmund befindet sich seit Wochen in einer handfesten Krise ©Getty Images

Kein Sieg nach vier Champions-League-Spieltagen. Nur zwei Punkte und der schlechteste Dortmunder Start in die Königsklasse. Die Enttäuschung stand jedem BVB-Profi ins Gesicht geschrieben nach dem 1:1 gegen APOEL FC. UEFA.com-Reporter Matthias Rötters nennt fünf Gründe für das enttäuschende 1:1.

Verzweifelnder Aubameyang
Wenn der Top-Torjäger nicht trifft, ist das immer ein Problem. So auch beim BVB. Pierre-Emerick Aubameyang rannte viel, arbeitete auch für sein Glück. Allein ein Tor sprang dabei mal wieder nicht heraus. "Macht er ein Tor, macht er auch wieder viele", erklärte Trainer Peter Bosz.

Kein Glück
Doch nicht nur Aubameyang, der bei seiner besten Chance bezeichnender Weise an der Unterkante der Latte scheiterte, sondern auch die anderen hatten das Pech gepachtet. "Wir hatten 26 Schüsse und machen nur ein Tor. Das sagt viel aus", erklärte Verteidiger Ömer Toprak.

Kein Selbstvertrauen
Trainer Bosz erklärte das Phänomen so: "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, um wieder Selbstvertrauen zu tanken. Das hat uns heute gefehlt." Und in der Tat fehlte in etlichen Offensiv-Situationen das typische, spielerisch-freche BVB-Element und dadurch auch die letzte Konsequenz beim Abschluss.

Kein Anführer
Umso wichtiger wäre es gewesen, klare Anführer auf dem Platz zu haben. Marcel Schmelzer übernahm diese Rolle nach seiner Einwechslung teilweise. Viele andere erfahrene Spieler (Götze, Aubameyang, Kagawa) waren bemüht, gingen aber nicht vorneweg wie Führungsspieler, die das Team gerade dringend braucht.

APOEL-Beton
Am Ende war es aber auch APOEL, das dem BVB das Leben schwer machte. Trainer Georgios Donis erklärte nachher: "Wir sind mit einer Fünferkette gestartet, um weniger laufen zu müssen. Als das nicht geklappt hat, habe ich das Team wieder auf eine Viererkette umgestellt, was nach etwas Anlauf sehr gut geklappt hat." Donis war am Ende zu Recht stolz auf sein Team, das bis zur letzten Sekunde mit viel Herzblut verteidigte.