Trotz verpasstem Sieg: Leipzig feiert Fußballfest

Trotz spielerischer Überlegenheit belohnt sich RB Leipzig gegen AS Monaco nur teilweise. Die Zuschauer machen die Rückkehr der Stadt in den Europapokal dennoch zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

Fast 29 Jahre haben die Leipziger auf solch einen Moment gewartet. Entsprechend groß war die Euphorie vor dem ersten Spiel von RB Leipzig in der UEFA Champions League. "Ich habe die hohe Erwartung in der Stadt gespürt und weiß, dass viele Menschen in der Stadt auf internationale Spiele gewartet haben", sagte RB-Coach Ralph Hasenhüttl nach dem 1:1 gegen AS Monaco. Der Österreicher sprach auch für sein Team von einem "besonderen Erlebnis".

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Mit einer Mischung aus Dankbarkeit und großer Erwartungshaltung hatten sich die Fans auf den Weg in die RB Arena gemacht. Das war schon weit vor dem Anpfiff zu spüren. Minutenlang skandierten die Anhänger "Europapokal, Europapokal. Leipzig international". Das gesamte Stadion stand. Und als Emil Forsberg den Ball dann nach einer guten halben Stunde im Kasten der Monegassen versenkt hatte, drohte es für kurze Zeit zu explodieren.

Allerdings konnte diese Arena auch mucksmäuschenstill sein. Nicht einmal zwei Minuten nach der Führung leisteten sich die Gastgeber in der Defensive eine Unkonzentriertheit zu viel und wurden durch den Ausgleichstreffer von Youri Tielemans jäh aus ihrem kollektiven Europapokalrausch herausgerissen. "Beim Gegentor haben wir ein bisschen schlafmützig agiert. Nach einem Einwurf haben wir zwei Kopfballduelle verloren. So etwas bestrafen die Jungs", sagte Stefan Ilsanker.

Auf die Frage, was zum ganz großen Erfolg gefehlt habe, meinte der defensive Mittelfeldspieler lapidar: "Ein Tor." Das hatte der eingewechselte Jean-Kévin Augustin in der Schlussphase auch auf dem Fuß gehabt. Der Franzose scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Diego Benaglio im Tor der Gäste.

Ilasnker, der den verletzten Naby Keita vor allem in der Defensive sehr gut vertreten hatte, wollte sich die gute Stimmung aber trotz des verpassten Sieges nicht nehmen lassen. "Es war trotzdem ein Fußballfest", sagte der österreichische Nationalspieler und dürfte damit auch den vielen Zuschauern in Leipzig aus der Seele gesprochen haben, deren langes Warten auf einen Europapokalabend endlich ein Ende hatte.