Emre Can offensiv: "Ich will den Titel"

Vor der Saison gehörte Liverpool sicher nicht zum engsten Favoritenkreis in der UEFA Champions League, doch Emre Can ist sich sicher: Mit den Reds muss man rechnen.

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Für Liverpool steht die Tür zum Viertelfinale speerangelweit offen. Nach dem 5:0 auswärts im Hinspiel gegen den FC Porto darf der Ausblick durchaus in die weitere Ferne gehen.

Emre Cans Konzentration gilt allgemein schon der Gegenwart und dem nächsten Spiel, doch im Interview mit UEFA.com verrät er, was ihn diese Saison besonders antreibt: Das Endspiel am 26. Mai in Kyiv.

"Wenn wir in der Champions League schon so weit sind, dann muss das Finale unser Ziel sein", so der deutsche Nationalspieler. "Wir fahren nirgendswo hin und sagen: 'Wir gucken mal.' Wir wollen überall gewinnen und haben nie Angst vor irgendwas."

Der Hinspielerfolg gegen Porto war ein beeindruckendes Statement dieser Mission. Oder wie Can sagt: "Das war eine geile Sache."

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Sein besonderer Antrieb ist einfach erklärt. Can war dabei, als der FC Bayern im Jahr 2013 den großen Wurf landete und nun möchte er den Film gerne nochmals abdrehen, nur in einer anderen Rolle:

"Ich habe schöne Erinnerungen an das Wembley-Finale. Ich war zwar nicht im Kader, aber dabei zu sein, die Medaille zu kriegen und den Pokal anzufassen, das war unglaublich. Aber ich war noch kein wichtiger Bestandteil, deswegen ist es vielleicht etwas anderes."

Can weiter: "Ich weiß, wie es ist, wenn man im Endspiel steht. Deswegen kann man sagen, dass ich hungrig bin, das wieder zu erleben. Aber dieses Mal als wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Ich will den Titel auf jeden Fall."

Solch mutige Worte hört sein Trainer sicherlich gerne. Und man merkt Can an, dass er Jürgen Klopp einiges zurückgeben möchte: "Er spielt eine große Rolle in meiner Entwicklung und hat mir von Anfang an das Vertrauen gegeben. Wir haben uns sehr oft ausgetauscht. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel von ihm gelernt."

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Can beschreibt Klopp aber nicht nur als "großartigen Trainer", sondern auch als "Verrückten": "Das habe ich gesagt, das stimmt. Er ist positiv verrückt. "Man sieht ja, wie er an der Seitenlinie herumspringt, aber Du merkst, dass es einfach ehrlich ist. Er ist mit dem Herzen dabei, zu 100 Prozent."

"Er will das Beste für die Mannschaft. Ich rede mit so vielen Spielern und alle sagen, dass sie gerne mal mit ihm arbeiten würden, weil er einfach mit dem Herzen dabei ist. Er hat als Trainer sehr große Qualitäten."

"Die Fans, die ganze Stadt, alle haben wieder den Glauben daran, dass wir etwas gewinnen können. In seinen zweieinhalb Jahren, die er jetzt hier ist, haben wir uns als Mannschaft und als Spieler sehr entwickelt."

Schon weit genug entwickelt, um Cans Traum vom zweiten Henkelpott Wirklichkeit werden zu lassen?

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