Coman-Ausfall: Rückschlag mit Déjà-vu-Effekt

Rund zwei Monate lang wird Kingsley Coman außer Gefecht sein. Für den FC Bayern ist es keine neue Erfahrung, wichtige Spieler im Saisonendspurt ersetzen zu müssen.

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Mit der Verletzung von Kingsley Coman erhält das Lazarett des FC Bayern seinen ersten neuen Pflegefall im Jahr 2018. Aufgrund der herausragenden Kaderstärke ist dies noch kein Drama, doch es ist ärgerlich für den FCB, dass man in der entscheidenden Phase der Saison wieder auf einen der formstärksten Spieler verzichten muss.

In einer Saison, in der Coman von Anfang an klar war, dass er sein Niveau auf ein höheres Level heben muss, gehörte er in den letzten Wochen zu den besten Akteuren.

Zwei Jahre lang spielte Coman hinter Franck Ribéry nur die zweite Geige, doch nun war er drauf und dran, seinem Landsmann in den ganz wichtigen Spielen den Platz auf dem linken Flügel wegzuschnappen.

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Nun wird der 21-Jährige aufgrund eines Syndesmosebandrisses wochenlang fehlen. Für Ribéry bedeutet dies mehr Einsatzzeit und Heynckes muss beim Rotieren nicht mehr ganz so schwierige Entscheidungen treffen, unter dem Strich ist es für den FC Bayern aber ein klares Verlustgeschäft, ohne einen seiner Unterschied-Spieler in den Frühling zu gehen.

Ausfall der Leistungsträger – ein Rückblick

Verletzungen von wichtigen Spielern in der finalen Saisonphase ist beim FC Bayern ein sensibles Thema. 2012/13 hatte man Glück, es erwischte "nur" Toni Kroos und fast verletzungsfrei sprang das Triple heraus.

In der Saison darauf erwischte es Thiago, der damals in genialer Form war. Mit Xherdan Shaqiri und Diego Contento fehlten weitere Alternativen auf der linken Seite, doch noch viel mehr Pech hatten die Bayern im Jahr darauf.

Im Halbfinale 2014/15 gegen Barcelona fehlten Ribéry, Arjen Robben, David Alaba und Holger Badstuber – ein Horrorszenario, welches auch mit großem Kampfgeist nicht ausgeglichen werden konnte. Auch 2015/16 stand mit Robben der wichtigste Spieler im Halbfinale nicht zur Verfügung und letztes Jahr ereilte den FCB das Champions-League-Aus, als Robert Lewandowski das Viertelfinal-Hinspiel gegen Real gänzlich verpasste und im Rückspiel mit angeschlagener Schulter nur ein Schatten seiner selbst war.

Neuer-Rückkehr noch offen

Komplett ohne weitere Blessuren wird der FC Bayern auch diese Saison nicht beenden. Positiv ist, dass die Spiele im März für den FC Bayern nicht unbedingt richtungsweisend sind. Die Schlüsselfragen lauten eher: Hat Jupp Heynckes mit der Belastungssteuerung weiter das richtige Händchen? Wie viel Anlaufzeit braucht Manuel Neuer noch? Sind die kommenden Gegner in der Königsklasse bezüglich der Kadertiefe ähnlich gut aufgestellt wie der Rekordmeister?

Es warten spannende Wochen und auch für Coman muss die Saison noch nicht beendet sein. Die normale Ausfallzeit bei einem Syndesmosebandriss beträgt acht Wochen, vielleicht ist der Franzose im Mai wieder fit…

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