Wenn Schwergewichte im Achtelfinale ausscheiden

Im Achtelfinale spielen gesetzte gegen ungesetzte Mannschaften, was aber nicht heißt, dass nicht auch Kracher wie Real Madrid gegen Paris Saint-Germain auf der Tagesordnung stehen können. So etwas gab es schon immer.

Barcelona gegen Paris war der absolute Wahnsinn in der vergangenen Saison
Barcelona gegen Paris war der absolute Wahnsinn in der vergangenen Saison ©Getty Images

Eigentlich stellt das Achtelfinale der UEFA Champions League eine Art Brücke dar zwischen der Gruppenphase und den hochkarätigen Duellen, die ab dem Viertelfinale zu erwarten sind.

Weil erst- gegen zweitplatzierte Mannschaften spielen, sind normalerweise Begegnungen zweier hoher Favoriten ausgeschlossen. Aber nicht immer, wie das Aufeinandertreffen zwischen Real Madrid und Paris Saint-Germain beweist. Wir schauen zurück auf eine Reihe von Duellen, die es mit sich brachten, dass bis Ende März bereits der eine oder andere große Name ausgeschieden ist.

2016/17: Paris Saint-Germain - Barcelona 4:0/1:6 (Gesamt: 5:6)
Paris, in der Gruppenphase ungeschlagen, galt als ganz großer Favorit auf den erstmaligen Gewinn der UEFA Champions League in der vergangenen Saison. Dann aber ging es gegen den spanischen Giganten, und alles sah - auch dank zweier Tore von Ángel Di María - nach dem Hinspiel nach einem deutlichen Einzug in die nächste Runde aus. Barcelona gab im Rückspiel alles und führte bis zur 88. Minute mit 3:1; es fehlten also noch drei Tore. Aber dann schlug die Stunde von Neymar. Zunächst traf er mit einem schönen Freistoß, dann nach einem Foul an Luis Suárez vom Elfmeterpunkt, um in der Nachspielzeit Sergi Roberto zu bedienen, dem das nicht für möglich gehaltene Tor gelang, mit dem ein neuer Wettbewerbsrekord aufgestellt wurde, denn nie zuvor hatte eine Mannschaft einen solchen Rückstand noch gedreht. Diesmal aber spielt Neymar bei Paris, und es geht gegen Barcelonas Erzrivalen Real.

2015/16: Juventus - Bayern München 2:2/2:4. n.V. (Gesamt: 4:6)
Das Duell zweier europäischer Großvereine, in dem es im Jahr vor dem Kracher zwischen Paris und Barcelona ebenfalls heiß zuging. Juve, Finalist in der Königsklasse, gegen Bayern, das in der Gruppenphase einen Torrekord eingestellt hatte. Die italienische Mannschaft hatte dagegen in der Gruppenphase im eigenen Stadion keinen Treffer hinnehmen müssen, insgesamt kassierte sie in 18 Heimspielen der laufenden Saison nur sieben Tore. Doch nach 55 Minuten lagen die Bayern mit 2:0 in Front, mit viel Glück konnten die Bianconeri noch den Ausgleich erzielen. Und im Rückspiel war es Juve, das schnell mit 2:0 führte, ehe die Bayern in den letzten 17 Minuten der regulären Spielzeit zurückschlugen. Zunächst traf Robert Lewandowski, dann köpfte Thomas Müller in der Nachspielzeit den Ausgleich. Der eingewechselte Thiago Alcántara, Leihgabe von Juve, und Kingsley Coman besiegelten in der Verlängerung das Weiterkommen der Bayern.

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2012/13: Real Madrid - Manchester United 1:1/2:1 (Gesamt: 3:2)
Madrid hatte den Gruppensieg verpasst und musste sich mit einem weiteren Schwergewicht messen. José Mourinho, der seine letzte Saison in Madrid absolvierte, nannte dieses Duell "das Spiel, das die Welt sehen wollte", doch schon bald lag er gegen seinen künftigen Verein zurück. Für United-Legende Sir Alex Ferguson war es der letzte Auftritt auf europäischer Bühne, ehe er Ende der Saison zurücktrat. Und es war ein früherer United-Spieler, Cristiano Ronaldo, der nach dem Rückstand durch Danny Welbeck für den Ausgleich im Hinspiel sorgte. Vorteil United also. Und es sah noch schlimmer aus für Real, als Sergio Ramos im Old Trafford ein Eigentor erzielte. Doch die Königlichen schlugen zurück. Zunächst kassierte Nani die Rote Karte, dann trafen der eingewechselte Luka Modrić und - wer sonst? - Ronaldo.

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2010/11: Internazionale Milano - Bayern München 0:1/3:2 (Gesamt: 3:3, Inter kommt wegen der Auswärtstorregel weiter)
Knapp ein Jahr nach dem Aufeinandertreffen im Finale in Madrid musste Inter, das in der Gruppenphase gegen Tottenham das Nachsehen gehabt hatte, wieder gegen die Bayern ran, die heiß auf eine Revanche waren. In Mailand schoss Mario Gomez in der 90. Minute den einzigen Treffer, nun sprach alles für die Münchner. In erster Linie die Statistik. Erst einmal hatte ein Team in der K.-o.-Phase der UEFA Champions League nach einer Heimniederlage im Hinspiel die nächste Runde erreicht. Und Inter wurde die zweite Mannschaft. Samuel Eto'o schoss die Mailänder früh in Führung, doch schnell drehten Gomez und Müller das Spiel. Aber Wesley Sneijder und, zwei Minuten vor dem Ende, Goran Pandev stürzten die Bayern ins Tal der Tränen.

2006/07: Barcelona - Liverpool 1:2/1:0 (Gesamt: 2:2, Liverpool kommt wegen der Auswärtstorregel weiter)
In diesem Duell trafen die beiden letzten Gewinner dieses Turniers aufeinander. Und wie in allen Begegnungen, die hier aufgelistet sind, ging es äußerst knapp zu. Im Hinspiel brachte Deco Barcelona früh in Führung, doch dann bugsierte Víctor Valdés einen Kopfball von Craig Bellamy in den eigenen Kasten, ehe der walisische Nationalstürmer den Siegtreffer von John Arne Riise vorbereitete. Im Rückspiel traf Eidur Gudjohnsen 15 Minuten vor dem Ende, doch es reichte nicht mehr. Aufgrund der Auswärtstorregel waren die Träume von Barcelona auf einen erneuten Titelgewinn ausgeträumt.

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