Die französische Raubkatze am Bosporus

Der 32-Jährige Franzose Bafétimbi Gomis ist der Tor-Garant bei Galatasaray Istanbul. Der Neuzugang blüht in dieser Saison auf und das, obwohl ihn vor zwei Jahren schon viele abgeschrieben hatten.

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Wenn Galatasaray nach zwei meisterlosen Jahren mit großen Schritten zurück in Richtung UEFA Champions League strebt, ist das vor allem einem Spieler zu verdanken: Bafétimbi Gomis. Der Nachfolger von Lukas Podolski hat sich am Bosporus erstaunlich schnell eingelebt und trifft wie am Fließband.

Gomis wird auf dem Istanbuler Flughafen von Galatasaray-Fans empfangen
Gomis wird auf dem Istanbuler Flughafen von Galatasaray-Fans empfangen©Getty Images

"Wie die Fans mich hier empfangen, ist überwältigend", zeigte sich Gomis schon bei seiner Ankunft Ende Juni am Flughafen in Istanbul sichtlich beeindruckt.

Man setzte große Erwartungen in den Stürmer und diese konnte er auch prompt rechtfertigen. Mit 14 Toren in 17 Süper Lig-Spielen ist der Franzose einer der Garanten für die momentane Tabellenführung - Eingewöhnungsphase: Fehlanzeige.

Den Grund dafür erzählte er dem französischen Fernsehsender SFR: "Es ist das erste Mal, dass ich in einem Verein ankomme, in dem keiner an meinen Qualitäten zweifelt."

Gomis erzielt ein Tor gegen Dinamo Zagreb
Gomis erzielt ein Tor gegen Dinamo Zagreb©Getty Images

Unschwer zu erraten, dass dies nicht immer so war. Der in La Seyne-sur-Mer geborene Franzose mit senegalesischer Abstammung durchlief sämtliche Jugendmannschaften bei AS Saint-Étienne und feierte mit 20 Jahren sein Debüt in der Profimannschaft. 2009 ging es dann für eine Ablöse von 13 Millionen Euro zu Olympique Lyon. Bis heute hält der inzwischen 32-Jährige den Rekord für den schnellsten Hattrick in der UEFA Champions League: Seine drei Tore im Dezember 2011 gegen Dinamo Zagreb gelangen ihm innerhalb von acht Minuten.

Seine starken Leistungen (95 Tore in 244 Spielen für Lyon) riefen Klubs aus der Premier League auf den Plan und es folgte 2014 der Wechsel nach Swansea – doch dort folgte der Einbruch. Er konnte den hohen Erwartungen nicht gerecht werden und dementsprechend blieben auch weitere Einsätze für Frankreichs Nationalmannschaft aus - das letzte seiner zwölf Länderspiele bestritt er 2013. 

Gomis bejubelt einen Treffer für Olympique Marseille
Gomis bejubelt einen Treffer für Olympique Marseille©Getty Images

2016 hauchte er seiner stagnierenden Karriere durch eine Leihe zu Olympique Marseille neues Leben ein: mit 21 Toren in 34 Pflichtspielen meldete sich der bullige Stürmer eindrucksvoll zurück. 

Diese Quote ließ auch Galatasaray hellhörig werden. Für 2,5 Millionen Euro sicherte man sich seine Dienste, eine mehr als gute Investition. Galatasaray und Gomis – das scheint zu passen: "Von klein an hatte ich immer einen Traum: Vor frenetischen Fans, die einen immer nach vorne peitschen, zu spielen. Heute bin ich froh, diesen Traum mit 32 Jahren leben zu können", erklärte er jüngst bei einem Besuch der Universität von Galatasaray.

Raubkatzenjubel von Gomis
Raubkatzenjubel von Gomis©Getty Images

Auffällig bei Gomis ist nicht nur seine äußere Erscheinung mit den langen Rasta-Zöpfen, sondern vor allem auch sein "Raubkatzen"-Torjubel, den er schon bei seiner ersten Profistation in Saint-Étienne kreiiert hatte. Dass diese Art von Jubel im "Löwenkäfig" von Istanbul gerne gesehen wird, dürfte selbsterklärend sein, am liebsten natürlich nächste Saison auch in der UEFA Champions League. 

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