Götzes zweiter Frühling

Lange war es still geworden um Mario Götze, doch zuletzt sammelte er beim kriselnden BVB Pluspunkte und steht nun gegen England auch vor seinem Comeback im DFB-Team.

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Lange war es still geworden um ihn. Nachdem er Deutschland bei der WM in Brasilien zum Titel geschossen hatte, kam bei Mario Götze alles zusammen: Formtief, Probleme mit Trainer Pep Guardiola und schließlich diverse Erkrankungen und Verletzungen, doch jetzt scheint die Leidenszeit des 25-Jährigen zu Ende. Trotz der BVB-Krise konnte er in Dortmund zuletzt Pluspunkte sammeln und auch Bundestrainer Joachim Löw hat seinen einstigen Lieblingsschüler nicht vergessen und zum Länderspielklassiker gegen England nach einjähriger Zwangspause wieder ins DFB-Team berufen.

"Ich habe ich alle wiedererkannt", schmunzelte Götze, nach seinem Wiedersehen mit den Nationalmannschaftskollegen befragt, um dann aber ganz ernst nachzuschieben: "Ich habe eine große Vorfreude gespürt, nach langer Zeit wieder zur Nationalmannschaft eingeladen zu werden. Es ist ein gutes Erlebnis, wieder dabei zu sein", so Götze, der aber auch genau weiß, wie hart der Konkurrenzkampf für ihn werden wird. "Wir sind nach der WM-Qualifikation und dem Sieg beim Confed Cup sehr gut aufgestellt. Es ist immer blöd, wenn man nicht spielen kann", erzählt der gebürtige Memminger, der zuletzt deutlich aufsteigende Form gezeigt hat.

"Für mich ist es wichtig, im Verein meine Leistung zu bringen und mich so für die Nationalmannschaft anzubieten. Es war nicht meine erste Verletzung mit langer Ausfallzeit", erzählt der Dortmunder, der aber beteuert: "Mir geht es sehr, sehr gut. Ich fühle mich bei 100 Prozent und hoffe, dass ich gesund bleibe und spielen kann. Das ist das Allerwichtigste für mich. Ich freue mich auf das Jahr 2018."

Auch beim BVB läuft es wieder für Mario Götze
Auch beim BVB läuft es wieder für Mario Götze©Getty Images

In dem der Bundestrainer aufgrund der großen Konkurrenz im Mittelfeld eine knallharte Auslese versprochen hat. Vielleicht weist Götze ihn und seinen Heimtrainer Peter Bosz deshalb vorsichtshalber gleich mal darauf hin, dass er vielseitig verwendbar ist. "Ich habe bereits einige Positionen gespielt. Meine Lieblingsposition ist im Zentrum, auf der 8 oder der 10. Dort fühle ich mich am wohlsten."

Leistungsmäßig ist bei Götze sicher noch Luft nach oben, doch zumindest bei DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat er schon jetzt einen dicken Stein im Brett: "Mario sehe ich befreit, er ist sehr akribisch und fleißig. Man sieht, dass er mit großer Liebe und Freude für den Fußball zurückkommt. Ich habe das Gefühl, dass er sich Zeit gibt für den Aufbau."

Ein ikonischer Moment: das Tor zum WM-Titel
Ein ikonischer Moment: das Tor zum WM-Titel©Getty Images

Zu viel Zeit hoffentlich nicht, denn wenn der Weltmeister in Russland antritt, seinen Titel zu verteidigen, möchte der WM-Siegtorschütze von 2014 natürlich dabei sein. "Mein WM-Finaltor ist ein ausschließlich positives Erlebnis. Aber jetzt ist 2017 und 2018 mit der nächsten WM steht vor der Tür. Im Fußball geht es immer weiter, und auch ich entwickele mich weiter. Ich bin gereift, habe meine Erfahrungen gemacht, war bei Turnieren dabei. Das war eine sehr schöne Zeit - jetzt freue ich mich auf hoffentlich viele weitere Jahre bei der Nationalmannschaft."