Bayern ist noch lange nicht satt

Obwohl der BVB viele Chancen hatte, sahen die Zuschauer ein einseitiges Bundesliga-Topspiel, das der FC Bayern völlig zurecht für sich entscheiden konnte. Und Jupp Heynckes "droht" der Konkurrenz sogar mit einer weiterer Leistungssteigerung...

So feiern die Bayern ihren Triumph in Dortmund
So feiern die Bayern ihren Triumph in Dortmund ©Getty Images

"Wir hätten kein Problem, wenn es [in der Bundesliga] langweilig wird, aber das kann sich ja alles in zwei bis drei Spielen wieder drehen", erkannte Mats Hummels nach dem packenden 3:1-Sieg der Münchner in Dortmund. Doch das glaubt wohl niemand, der diesen FC Bayern in den letzten Wochen gesehen hat: unter Jupp Heynckes haben es die Münchner in gut vier Wochen nicht nur geschafft, alle sieben Pflichtspiele zu gewinnen, sondern auch wieder an den spektakulären Erfolgsfußball der letzten Jahre anzuknüpfen.

"Wir haben heute gegen eine sehr gute Mannschaft überragenden Fußball gespielt", analysierte Bayern-Coach Jupp Heynckes die Partie, die in 200 Länder übertragen wurde, übersah aber gleichzeitig auch die (wenigen) Schwachstellen im Spiel seiner Mannschaft nicht: "In der ersten Hälfte hatte Dortmund sehr gute Chancen, da hat uns Sven Ulreich im Spiel gehalten."

Auch bei Aubameyang läuft es derzeit nicht
Auch bei Aubameyang läuft es derzeit nicht©Getty Images

Doch da widersprach ihm ausgerechnet Dortmunds Trainer Peter Bosz vehement: "Heute waren wir keine Spitzenmannschaft, vor allem in der ersten Hälfte war Bayern die klar überlegene Mannschaft, wir waren immer zu spät dran und standen zu weit weg vom Mann."

Der BVB zeigte – trotz aller vermeidbaren Fehler – seine wohl beste Leistung der letzten Wochen, vergab aber in der Tat auch beste Chancen. Auf der Suche nach Positivem fand Bosz denn doch noch zwei erfreuliche Aspekte: "Für mich war Christian Pulisic der beste Mann in unserem Team, Christian hat sehr gut gespielt, aber auch unsere Fans waren unglaublich heute."

Arjen Robben - wieder einmal als BVB-Schreck
Arjen Robben - wieder einmal als BVB-Schreck©Getty Images

Unglaublich war aber vor allem ein Spieler: Arjen Robben, der wieder einmal gegen den BVB über sich hinauswuchs und mit einem Traumtor zum 0:1 das Spiel zugunsten der Bayern drehte. "Arjen ist nicht nur ein Weltklassespieler, sondern auch ein Vorbild durch seine Professionalität", schwärmte Heynckes von seinem Kapitän. "Er lebt den Fußball pur, deshalb ist er so erfolgreich, er ist aber auch ein großartiger Mannschaftsspieler, er sprüht vor Tatendrang und Ehrgeiz und das merkt man auch auf dem Spielfeld."

Aber es kommt noch schlimmer für den BVB und RB Leipzig, zumindest wenn man Heynckes glauben darf: "Man soll den Ball flach halten, aber wenn wir unsere Verletzten wieder an Bord haben, werden wir noch besseren Fußball spielen und noch erfolgreicher sein."

Klingt fast wie eine Drohung und zwar nicht nur in Richtung Dortmund und Leipzig, sondern auch in Richtung so manches europäischen Topklubs, der in der UEFA Champions League die Rechnung schon ohne die Bayern gemacht hat.