Bruma: Anarchist auf der Überholspur

Mit großen Vorschusslorbeeren bedacht, benötigte Bruma ein bisschen Zeit, um sich bei RB Leipzig durchzusetzen, doch in den letzten Spielen zeigte der junge Portugiese sein unglaubliches Talent.

Zwei, die sich bestens verstehen: Bruma (oben) und Jean-Kevin Augustin (unten)
Zwei, die sich bestens verstehen: Bruma (oben) und Jean-Kevin Augustin (unten) ©Getty Images

"Das war überragend. Seine Spielweise ist fast schon anarchisch." Wenn ein eher ruhigerer Zeitgenosse wie Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick – wie hier nach dem 3:2-Sieg bei Borussia Dortmund - so viel Lob über einem Spieler ausschüttet, muss der wirklich Bemerkenswertes geleistet haben.

Und in der Tat, gegen den BVB spielte besagter Bruma seinem bedauernswerten Gegenspieler Jeremy Toljan gleich mehrere Knoten in die Beine, ehe der von seinem Coach durch seine Auswechslung erlöst wurde. Und gegen den FC Porto setzte der im afrikanischen Guinea-Bissau geborene Supertechniker gleich noch einen drauf. "Ich fühle mich wirklich angekommen hier, fast schon wie zu Hause", strahlte der portugiesische U21-Nationalspieler, der bei Sporting Lissabon ausgebildet wurde, anschließend von einem Ohr zum anderen und freute sich auf seine eher zurückhaltende Art über das viele Lob, das von allen Seiten auf ihn herein prasselte.

Bei Galatasaray deutete Bruma sein großes Talent an
Bei Galatasaray deutete Bruma sein großes Talent an©Getty Images

"Er fügt sich immer besser ein, wird läuferisch immer besser und ist kaum zu halten", erklärte Trainer Ralph Hasenhüttl und begründet dies mit der verbesserten Athletik des 23-Jährigen, der vor dieser Saison für rund 13 Millionen Euro von Galatasaray - wo er in 30 Spielen der Süper Lig elf Tore erzielte - nach Leipzig kam. Schon damals hatte Sportdirektor Rangnick prophezeit: "Bruma passt mit seinen fußballerischen und körperlichen Anlagen perfekt zu unserem Spiel. Er ist schnell, technisch stark und hat einen extremen Zug zum Tor." Mit leichter Verspätung scheint Armindo Tué Na Bangna, oder kurz Bruma, diesen Vorschusslorbeeren nun voll gerecht zu werden.

"Er fühlt sich in dieser Mannschaft zu Hause", weiß Hasenhüttl und fährt fort, "genau das hatten wir vor, dass wir ihn schnell integrieren und seine Stärken nutzbar machen." Bruma selbst, dessen großes Idol sein Landsmann Cristiano Ronaldo ist, macht nicht so viele Worte und lässt lieber Taten sprechen: "Das Wichtigste ist, der Mannschaft zu helfen, die Ziele zu erreichen. Ich denke, ich bin in der Bundesliga bestens aufgehoben."

Das hört man bei den Sachsen gerne, doch bei weiteren Gala-Auftritten des nur 1,73 großen Spielers mit dem Raketenantrieb dürften Europas Topklubs schnell hellhörig werden.