Vom Niederrhein in die Königsklasse

Der BVB geht zwar als Favorit, aber nach den letzten Leistungen doch vermutlich auch mit etwas wackeligen Knien ins Duell mit Benfica. Besonders aufpassen sollte Dortmund auf Kostas Mitroglou...

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Nach zuletzt durchwachsenen Leistungen in der Liga möchte Borussia Dortmund in der UEFA Champions League an die erfolgreichen Spiele der Gruppenphase anknüpfen. Der Erfolg der Mannschaft von Thomas Tuchel dürfte dabei auch davon abhängen, ob der BVB Benficas Torjäger Konstantinos "Kostas" Mitroglou in den Griff bekommt.

Erst am vergangenen Freitag stellte der Grieche mit einem Doppelpack gegen den FC Arouca seine Qualitäten als Torjäger unter Beweis. Der bullige Mittelstürmer klassischer Prägung ist mit 18 Toren in 29 Pflichtspielen der mit Abstand torgefährlichste Akteur in den Reihen des portugiesischen Rekordmeisters. Allein in der Königsklasse wartet Mitroglou noch auf seinen ersten Saisontreffer.

Begegnungen mit deutschen Vereinen bedeuten dabei für Mitroglou auch immer eine Reise in die eigene Vergangenheit. Nachdem der griechische Nationalspieler bereits im Kindesalter mit seinen Eltern aus der griechischen Hafenstadt Kavala an den Niederrhein auswanderte, wurde er nämlich in den Jugendabteilungen des MSV Duisburg und von Borussia Mönchengladbach zum Profi ausgebildet.

40 Mal spielte Mitroglou inzwischen für Griechenland
40 Mal spielte Mitroglou inzwischen für Griechenland©Getty Images

Doch trotz 24 Toren in 25 Ligaspielen für die U19-Elf 2005/06 konnte sich Mitroglou bei den Fohlen nicht durchsetzen und blieb ohne Profieinsatz im deutschen Fußball. Seinen Durchbruch als Profispieler schaffte er schließlich bei Olympiacos Piräus, das ihn im Sommer 2007 unter Vertrag nahm.

2012 wurde er Griechenlands Fußballer des Jahres und hatte ein Jahr später großen Anteil am Doublegewinn des Rekordmeisters. Seine Sternstunde auf internationaler Bühne erlebte er am 2. Oktober 2013, als er in der Gruppenphase der UEFA Champions League den RSC Anderlecht mit drei Toren im Alleingang erledigte.

Arsenal-Coach Arsène Wenger bezeichnete Mitroglou damals als "Spieler, den man auf dem Schirm haben muss" und der damalige BVB-Coach Jürgen Klopp soll den Griechen als potenziellen Nachfolger von Robert Lewandowski beobachtet haben. Im Januar 2014 folgte er aber dem Lockruf von Felix Magath, der ihn zum abstiegsbedrohten FC Fulham holte. Doch aufgrund einer Knieverletzung absolvierte Mitroglou nur drei Ligaspiele für die Engländer und konnte den Abstieg nicht verhindern.

In der Folge wurde er erneut an Olympiacos verliehen, wo er 2014/15 erneut das Double gewinnen konnte. An Benfica ausgeliehen, konnte er mit 25 Toren in 45 Einsätzen derart überzeugen, dass die Portugiesen ihn diesen Sommer fest verpflichteten. Große Worte sind übrigens nicht sein Ding, sein Credo: "Ich bringe meine Leistung auf dem Platz, das ist doch erstmal am wichtigsten!"

Interessanter Bart, interessanter Typ: Kostas Mitroglou
Interessanter Bart, interessanter Typ: Kostas Mitroglou©Getty Images