
Als Spieler war Neil Lennon ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft von Celtic FC, die sich unter Martin O'Neill und Gordon Strachan wieder zurück in Europas Spitze kämpfte. Seit Juni 2010 sitzt er nun auf der Trainerbank und will sich auch dort in der europäischen Elite etablieren.
"Europapokalabende im Celtic Park sind etwas ganz Besonderes", sagte Lennon zu Champions Matchday. "Wenn sich die Teams formieren und die Champions-League-Musik ertönt, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Es gibt nichts schöneres."
"Ein paar Erinnerungen stechen dabei hervor - das 4:3 gegen Juventus im Jahr 2001 war ein brillanter Abend, und Shunsuke Nakamuras Freistoß gegen Manchester United 2006. United mit 1:0 zu schlagen und zum ersten Mal ins Achtelfinale einzuziehen, war die Krönung meiner Karriere bei Celtic."
Die Zeiten haben sich geändert. Vorbei sind die Tage, als Celtic Millionen ausgeben konnte für Spieler wie Lennon, Chris Sutton oder John Hartson. Der Verein fährt jetzt die Politik, auf junge Spieler zu setzen und diese dann gewinnbringend zu verkaufen. Außerdem setzt Celtic verstärkt auf eigene Talente wie James Forrest.
Es ist eine gewaltige Aufgabe, eine Mannschaft zu formen, die in der heimischen Liga dominiert und in der UEFA Champions League konkurrenzfähig ist, doch Lennon genießt das. "Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, ich würde nicht sagen aus dem Nichts, aber wir haben in den letzten zwei Jahren eine Menge Veränderungen vorgenommen und sind in der Kürze der Zeit schon sehr weit gekommen", sagte er. "Das erste Ziel war, Meister zu werden. Das haben wir geschafft. Der nächste Schritt ist jetzt, im europäischen Fußball auf einem hohen Level zu spielen."
Lennon hat zwar nicht die finanziellen Möglichkeiten wie seine Vorgänger, dafür kann er laut eigener Aussage auf andere Ressourcen zurückgreifen. "Ich tausche mich regelmäßig mit Gordon und Martin aus, wenn sich die Chance dazu ergibt: Wie sie sich gefühlt haben oder was sie damals von der Mannschaft erwartet haben. Solche Ratschläge sind sehr wertvoll."
"Ich bestehe nicht starr auf einem System, aber ich liebe offensiven Fußball. Ich habe gerne gute Fußballer in der Mannschaft, gepaart mit ein wenig physischer Präsenz. Ich denke, wir haben eine dynamische junge Mannschaft, die ohne große Angst auftritt. Ich persönlich bin viel ruhiger als früher, obwohl die Leidenschaft noch immer in mir brennt."
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