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Aimar hat noch lange nicht genug

Veröffentlicht: Donnerstag, 9. Februar 2012, 12.40MEZ
SL Benficas Spielmacher Pablo Aimar hat dem Champions-Magazin erzählt, warum ihn ein Lob von Lionel Messi so stolz macht und warum er noch lange nicht aufhören möchte.
von Marcela Mora y Araujo
Aimar hat noch lange nicht genug
Pablo Aimar hat mit 32 Jahren noch große Ziele ©Getty Images
 
 
 
Veröffentlicht: Donnerstag, 9. Februar 2012, 12.40MEZ

Aimar hat noch lange nicht genug

SL Benficas Spielmacher Pablo Aimar hat dem Champions-Magazin erzählt, warum ihn ein Lob von Lionel Messi so stolz macht und warum er noch lange nicht aufhören möchte.

"Das Schönste am Fußball ist das Toreschießen. Am wenigsten mag ich das Verlieren", erzählte der SL Benfica-Spielmacher Pablo Aimar der aktuellen Ausgabe des Champions-Magazins. "Tore sind das, wonach sich die Fußballer sehnen. Ein frühes Tor ist noch besser ... viel besser, als das vierte oder fünfte Tor bei einem Kantersieg zu erzielen. Andererseits - wenn man so viele Tore schießt, ist es sehr wahrscheinlich, dass man gewinnt und das ist ja auch nicht schlecht!"

Ich liebe das Training, ich liebe die Umkleidekabine, wo Superstars sich wie ganz normale Typen benehmen
Pablo Aimar

Vor drei Jahren kam der heute 32-jährige Argentinier von Real Zaragoza nach Lissabon, wo er sich längst zu einem der wichtigsten Spieler entwickelt hat. Am Mittwoch geht es im Achtelfinale der UEFA Champions League gegen den FC Zenit St Petersburg, nachdem die Portugiesen ihre Gruppe gewinnen konnten, in der Manchester United FC nur Dritter wurde.

Seine ersten Karriereschritte unternahm er in Buenos Aires. Daniel Passarella, damals Trainer bei CA River Plate, überzeugte die Familie von Aimar, den damals 16-Jährigen von seiner Heimatstadt Cordoba in die Hauptstadt ziehen zu lassen. Mit 18 erzielte er sein erstes Tor für die Profimannschaft.

1997 gewann er unter José Pekerman die FIFA-U20-WM, kurz darauf zog es ihn nach Europa. Erste Station dort war Valencia. An der Seite seines Landsmannes Rubén Ayala bildete er das Rückgrat der Mannschaft von Rafael Benítez, die als krasser Außenseiter in Spanien die Meisterschaft gewann und den UEFA-Pokal holte.

Natürlich ist er optimal dazu geeignet, die Unterschiede der südamerikanischen und der europäischen Fußballschule zu beurteilen. "Es gibt hier viele gambetas [Dribblings], vielleicht nicht so viele sombreros [den Ball über den Gegenspieler lupfen und auf der anderen Seite wieder aufnehmen], aber die Dribblings in Europa werden mit viel mehr Tempo durchgeführt", sagt er.

Aimar sieht den Fußball als große Unterhaltung und predigt dies auch dem Nachwuchs. "Ich habe immer wieder Kinder ermutigt, jede Minute zu genießen. Sie sollen nicht warten, bis sie älter sind und mehr Erfolg haben. Fußballer zu sein ist ein Traumberuf und man sollte jede Sekunde genießen. Man weiß nie, was passiert, also schiebt den Spaß nicht auf die lange Bank."

Wie andere Legenden von River Plate - Alfredo Di Stéfano und Omar Sívori - ist Aimar ein Anhänger der Idee des romantischen Fußballs: Unterhaltung durch Schönheit. Er hat mit der Nationalmannschaft Argentiniens nicht die Titel gewonnen, die einem Team mit so viel Talent gebührt, aber er nimmt es philosophisch.

"Es gibt gute und schlechte Zeiten. Spieler, die immer auf höchstem Niveau spielen, sind äußerst selten. Ich habe auch viele Tiefen durchgemacht und die Leute, die mich zu einem Superstar ausgerufen haben, haben mich kurz darauf in Grund und Boden kritisiert. Wichtig ist, dass man immer das Beste gibt, das man in diesem Moment geben kann. Lob und Kritik sollte man nicht überbewerten."

Vor dem Spiel zwischen Benfica und Manchester United sagte Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson: "Aimar ist der einzige Spieler, den ich fürchte." Pablito lächelt: "Ich war völlig von den Beinen, als Alex Ferguson mich vor dem Spiel heraushob. Stellen Sie sich das mal vor! Ein Trainer mit seiner Erfahrung, der seit Jahren nur mit den Besten zusammenarbeitet. Das war einer der stolzesten Momente in meiner Fußballerlaufbahn."

Selbst der Beste der Besten sprach einst voll des Lobes von Aimar. Lionel Messi erklärte einmal, er habe keine Idole, aber: "Als ich 13 oder 14 war, liebte ich es, Aimar zuzusehen. Er ist brillant, ich liebe es, ihn spielen zu sehen."

Aimar kann seinen Stolz über diese Worte nicht verbergen: "Er ist der beste Spieler der Welt, vielleicht sogar der beste aller Zeiten, so etwas zu hören, ist wunderbar. Falsche Bescheidenheit ist schlimmer als Arroganz. Ich wurde schon mit so manch großem Namen verglichen. Das strebe ich nicht an, aber es macht Mut."

Denkt er mit seinen 32 Jahren schon ans Aufhören? "Nein, ich möchte nie aufhören. Ich liebe diesen Sport. Ich liebe das Training, ich liebe die Umkleidekabine, wo Superstars sich wie ganz normale Typen benehmen", sagt er.

"Aber natürlich ist es ein Kontaktsport, der seinen Tribut fordert. Es ist schwer, immer topfit zu sein und ich habe auch schwere Zeiten hinter mir. Aber ich habe das nie so empfunden. Ich werde immer Träume haben, von denen sicher einige nie erfüllt werden. Man kann immer darüber lamentieren, was schief gelaufen ist, aber es ist viel besser, sich darüber zu freuen, was geklappt hat."

Dies ist eine gekürzte Version eines Interviews, das in der jüngsten Ausgabe des Champions-Magazins erschienen ist. Bestellen Sie es hier.

Letzte Aktualisierung: 13.02.12 11.43MEZ

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