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Steiler Aufstieg europäischer Trainerpioniere

Veröffentlicht: Donnerstag, 26. Januar 2012, 10.33MEZ
Die UEFA Champions League wird von immer jüngeren Trainern gewonnen und in der aktuellen Ausgabe des Champions-Magazins wird erklärt, warum sie mittlerweile "eher großer Bruder als Stabsfeldwebel" sind.

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Veröffentlicht: Donnerstag, 26. Januar 2012, 10.33MEZ

Steiler Aufstieg europäischer Trainerpioniere

Die UEFA Champions League wird von immer jüngeren Trainern gewonnen und in der aktuellen Ausgabe des Champions-Magazins wird erklärt, warum sie mittlerweile "eher großer Bruder als Stabsfeldwebel" sind.

Vaterfigur, Stabsfeldwebel und Diktator: Früher trafen diese Bezeichnungen oft auf Trainer zu. Aber 2011 war Pep Guardiola gerade einmal 40 Jahre und 130 Tage alt, als er den zweiten Gewinn in der UEFA Champions League seiner Trainerkarriere feierte und André Villas-Boas, damals verantwortlich für die Mannschaft vom FC Porto, holte im Alter von 33 Jahren und 213 Tagen als jüngster Trainer überhaupt die UEFA Europa League.

Acht der neun letzten Ausgaben der UEFA Champions League wurden von Trainern gewonnen, die zum Zeitpunkt des Titels jünger als 50 Jahre alt waren. Die einzige Ausnahme dabei ist Sir Alex Ferguson und der Trend zeigt, dass die Trainer heute eher großer Bruder als Stabsfeldwebel sind.

Mittlerweile ist Villas-Boas Trainer bei Chelsea FC, dabei ist er gerade einmal 246 Tage älter als sein Mittelfeldspieler Frank Lampard. Jedoch glaubt José Eduardo Simões, der Villas-Boas als Präsident von A. Académica de Coimbra den ersten Trainerjob verschaffte, nicht daran, dass das Alter eine wichtige Rolle spielt: "Abstand halten ist wichtiger als die Einstellung. Wir haben in Portugal ein Sprichwort: 'Arbeit ist Arbeit, Cognac ist Cognac.' Es bedeutet, dass jeder seinen Platz kennen sollte."

Augusto Inácio, der bei Porto Co-Trainer war, als Villas-Boas im Alter von 16 Jahren ein Praktikum unter Sir Bobby Robson absolvierte, fügt hinzu: "Jung sein kann Vorteile mit sich bringen, weil sich Fußballer eher in ihn hineinversetzen können."

Absoluter Vorreiter der Trainer-Generation "Großer Bruder" ist José Mourino, zudem ist er auch Mentor von Villas-Boas. Ehrfurchtlos, stilvoll und cool, gilt Mourinho nicht gerade als Vaterfigur für Fußballer. Doch es geht dabei mehr als nur um Designer-Anzüge und innige Männerbeziehungen. Als Guardola 2008 bei Barcelona das Traineramt übernahm, sagte er zu seinen Spielern: "Wenn ihr glaubt, dass ihr mit mir einen leichten Umgang haben werdet, liegt ihr falsch. Ihr werdet sehr hart arbeiten."

So etablierte er seine Autorität, verkaufte Ronaldinho und Deco und bestrafte Spieler, die spät zum Training erschienen. Xavi Hernández erinnert sich: "Ich habe zu Andrés Iniesta gesagt: 'Wir sollten besser auf diesen Zug aufspringen, sonst fährt er noch ohne uns ab.' Pep hat alles wie ein Adler ganz genau beobachtet."

Als die Spieler sich das Vertrauen ihres Trainers erarbeitet hatten, war der Ton nicht mehr ganz so rau, obwohl Guardiola nie ein Diktator war: "Pep gibt nicht einfach nur Befehle, er erklärt auch, warum es so gemacht werden muss", verrät Gerard Piqué. "Dadurch wird man zu einem besseren Fußballer, man versteht die Gründe hinter seinen Entscheidungen." Mourinho zieht eine ähnliche Methode durch, die er selbst "betreutes entdecken" nennt.

Diese neue Art an Trainern zieht auch eine Veränderung in der Spielerlandschaft nach sich. Es gibt weniger Divas und in vielen Ländern entwickeln sich die viel versprechenden Nachwuchsstars zu cleveren, freundlichen, gebildeten und bescheidenen Spielern. Bestes Beispiel ist da sicher Lionel Messi, der wie viele andere Akteure auch niemals unter einem schreienden oder zu temperamentvollen Trainer gespielt hat.

Trainer der älteren Generation können sich entweder ändern, oder in Ruhestand gehen. Jupp Heynckes hat sich beim FC Bayern München quasi neu erfunden und trifft nun im Achtelfinale der Königsklasse auf Heiko Vogel, der im Alter von 36 Jahren überzeugende Arbeit beim FC Basel 1893 leistet. Ansonsten findet man in der Bundesliga eine ganze Reihe an Trainern der neuen Garde. Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Robin Dutt, Stǻle Solbakken und Thorsten Fink sind alle junge, intelligente und moderne Trainer.

Bob Paisley war nur 62 Jahre alt, als er zum dritten Mal den Pokal der europäischen Meistervereine gewinnen konnte. Holt Guardiola im Mai erneut den Titel, hätte er Paisleys Rekord schon im Alter von 41 Jahren eingestellt.

Dieser Text ist eine gekürzte Version eines Artikels, der im aktuellen Champions-Magazin erschienen ist. Hier können Sie Champions abbonieren.

Letzte Aktualisierung: 05.12.13 19.22MEZ

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