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Mourinhos Real erfolgshungrig wie nie

Im Gespräch mit UEFA.com erzählt José Mourinho, warum sein Job bei Real Madrid CF durch die Enttäuschungen zuletzt in der UEFA Champions League nicht einfacher geworden ist, verrät aber auch, wie erfolgshungrig der Kader ist.

José Mourinho will bei Real Geschichte schreiben
José Mourinho will bei Real Geschichte schreiben ©Getty Images

Vor der Gruppenauslosung der UEFA Champions League in Monaco hat José Mourinho mit UEFA.com über die Herausforderungen seines neuen Jobs als Trainer bei Real Madrid CF gesprochen.

Der Portugiese, der den FC Internazionale Milano letztes Jahr zum Triumph in der UEFA Champions League geführt hatte, ist gerade damit beschäftigt, den Kader für die bevorstehenden Aufgaben fit zu machen. Dafür hat er sich unter anderem mit Mesut Özil, Sami Khedira und Ricardo Carvalho namhafte Verstärkung ins Boot geholt, während mit Raúl González und Guti ehemalige Leistungsträger den Verein verlassen haben.

UEFA.com: Hätten Sie Raúl gerne im Kader behalten?

José Mourinho: Ja, denn er ist ein Wahrzeichen von Madrid, ein Beispiel eines mustergültigen Profis. Er steht stellvertretend für die Siegermentalität von Madrid und er ist eine Vereinslegende. Allerdings ist er auch ein Spieler, der vom Verein eine gewisse Freiheit verdient hat und selber entscheiden darf, welche Richtung er in seinem Leben einschlagen möchte. Er ist ein intelligenter Mann, der jedes Spiel bestreiten will. Er hat verstanden, dass mit Gonzalo Higuaín und Karim Benzema - zwei 22-jährigen Stürmern - zwei Spieler im Kader stehen, die ihm das Leben schwer gemacht hätten. Also hat er eine mutige Entscheidung getroffen. 

UEFA.com: Wird Sergio Canales der neue Guti?

Mourinho: Solche Vergleiche mag ich nicht. Guti hat in Madrid Geschichte geschrieben und für jeden, der Fußball liebt, für unvergessliche Momente gesorgt. Es stimmt, dass Canales auf dem Platz ähnlich wie Guti agiert, er hat auch eine ähnliche Denkweise. Aber Canales ist mehr eine Kämpfernatur. Er ist etwas aggressiver, trotzdem hat er viele Attribute von Guti.

UEFA.com: Wie sehr belastet es den Verein, dass Madrid in den letzten sechs Jahren nicht über das Achtelfinale in der UEFA Champions League hinaus gekommen ist?

Mourinho: Damit beschäftige ich mich nicht. Es ist ein großes Problem, dass Madrid nicht zu den topgesetzten Mannschaften gehört. Aber so war es für mich als Trainer bei meinen anderen Mannschaften auch. Porto, Chelsea und Inter waren nicht unter den topgesetzten Vereinen. Deshalb ist es anfangs immer schwierig, weil man sich gegen Teams durchsetzen muss, die zu den besten Vereinen gehören. Es ist also nicht einfach, Gruppensieger zu werden, und wenn man dies nicht schafft, wartet in der nächsten Runde gleich wieder ein stärkerer Gegner.

UEFA.com: Welche Eindrücke haben Sie von der Mannschaft seit ihrer Ankunft gesammelt?

Mourinho: Am meisten beeindruckt mich die Tatsache, dass die Spieler alle gewinnen wollen. Egal was die Leute denken, diese Spieler befinden sich nicht in einer Komfortzone, nur weil sie für Real Madrid spielen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Spieler wollen gewinnen und sich verbessern. Es ist eine Mannschaft, mit der ich sehr gerne arbeite. Es ist kein perfektes Team und auch kein Team, das gerade erst zusammengestellt wurde, aber die Arbeit mit den Spielern hat mir bisher viel Freude bereitet.

UEFA.com: Letztes Jahr wäre Madrid Meister geworden, wenn man beide Spiele gegen den FC Barcelona gewonnen hätte. Denken Sie über so etwas nach?

Mourinho: Ich habe beide Spiele gesehen und kann mich gut an sie erinnern. Bei dem Spiel in Madrid war Barcelona überlegen, was sich sicher nicht über die Partie im Camp Nou sagen lässt. Solche Duelle geht man mit einer besonderen Philosophie an.  In dieser Saison wird Barcelona nicht nur die gleiche Philosophie, sondern auch die gleiche Dynamik und den gleichen Trainer wie letztes Jahr haben. Aber Real Madrid kommt mit einer anderen Mannschaft und wir hoffen natürlich, dass wir diese Saison auch erfolgreich sein werden.

Die Saison besteht aus 38 Ligaspielen, aber die Begegnungen zwischen den Mannschaften, die um den Titel kämpfen, sind besonders wichtig. Letztes Jahr hat Inter beide Spiele gegen Milan gewonnen. Barcelona hat zwei Mal gegen Madrid gesiegt. Mit Chelsea und Manchester United war es gleich. Die Spiele zwischen Meisterschaftskandidaten sind wichtig und es ist offensichtlich, dass zwei Spiele eine höhere Bedeutung als die restlichen 36 haben.

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