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Alte Liebe rostet nicht

Vor acht Jahren verließ Scott Sutter England, um in der Schweiz den Sprung in den Profifußball zu schaffen, jetzt trifft er mit den Young Boys auf seine einstige Liebe, die Tottenham Hotspurs.

Scott Sutter trifft mit den Young Boys auf den Klub seines Herzens
Scott Sutter trifft mit den Young Boys auf den Klub seines Herzens ©Getty Images

Vor acht Jahren verließ Scott Sutter England, um in der Schweiz den Sprung in den Profifußball zu schaffen. Er hat ihn gepackt: Der Rechtsfuß gehört zu den Leistungsträgern des BSC Young Boys, der am Dienstag Tottenham Hotspur FC fordert. Den Klub, für den Sutter einst schwärmte.

Er sei vor Freude aufgesprungen und habe gejubelt, als das Los gezogen worden sei, erzählt der 24-jährige Sutter. Kein Wunder: Seine Young Boys treffen in den Play-offs zur UEFA Champions League auf die Tottenham Hotspurs. Auf den Klub, bei dem Sutter einst eine Saisonkarte besaß, dessen Spiele er an der White Hart Lane, ihrer Heimstätte, stets aufmerksam verfolgte. Damals, als er noch in London lebte. Seither hat sich einiges in seinem Leben getan: Acht Jahre ist es her, dass Sutter seinem damaligen Verein Charlton Athletic FC den Rücken kehrte und zum Grasshopper-Club in die Schweiz wechselte. Zwar war Sutter im Besitz des Schweizer Passes, doch so richtig kannte er das Heimatland seines Vaters, der seit 35 Jahren in England lebte, kaum.

Beim damals führenden Schweizer Klub wollte er Neues kennenlernen, sein Leben alleine meistern; so, wie es schon immer seine Art gewesen sei, abenteuerlustig zu sein. "Hätte ich bei GC den Sprung zu den Profis nicht geschafft, hätte ich immerhin eine neue Sprache gelernt, Erfahrungen gesammelt." Zwar war es zunächst die fremde Kultur, die ihn zum Schritt ins Ausland bewog, doch merkte er schnell, dass er auch sportlich sinnvoll war: "Ich würde mich als technisch recht guten Spieler bezeichnen. Das habe ich auch der Ausbildung bei den Grasshoppers zu verdanken, wo von klein auf an der Technik gefeilt wird. Wäre ich in England geblieben, hätte ich dieses Element vielleicht nicht in dieser Form gelernt", sagt Sutter.

Im Herbst 2005, im Alter von 19 Jahren, gab Sutter unter Hanspeter Latour, dem späteren Trainer des 1. FC Köln, sein Debüt in der Super League. Schnell erkämpfte sich der technisch gute, dynamische und offensivstarke Rechtsverteidiger einen Platz in der Stammelf. Als die Grasshoppers im UEFA-Pokal auf den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar trafen, erhielt Sutter gar ein explizites Lob von dessen Trainer Louis van Gaal, dem heutigen Coach des FC Bayern München.

Sutters Weg schien unaufhaltsam. Er bestritt einige Spiele für die Schweizer U21-Nationalmannschaft, äußerte aber den Wunsch, für England spielen zu wollen, was in der Schweiz nicht nur positiv aufgenommen wurde. "Ich war damals noch zu kurz in der Schweiz, mein Herz noch in England", erklärt er heute. Im Sommer 2007 kam der erste Rückschlag: Sutter verletzte sich in einem Testspiel schwer am rechten Knöchel: 19 Monate dauerte es, bis er wieder auf dem Platz stand. In dieser Zeit hatte es bei den Grasshoppers einige Wechsel auf der Trainerposition und im Vorstand gegeben. Sutters Vertrag lief aus, verlängert wurde er nicht. Die Young Boys verpflichteten den Langzeit-Verletzten eher überraschend. In Bern wurde er zur fixen Größe im 3-4-3-System; YB erreichte im vergangnen Jahr Rang zwei.

Mittlerweile fühlt sich der Sutter auch in der Schweiz angekommen: "Wenn mich Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld anruft, werde ich ihm bestimmt nicht absagen." Zunächst aber will Sutter seine ehemalige Liebe aus dem Weg räumen, um "den Traum Königsklasse" zu erfüllen.

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