Es war nur der erste Spieltag in der UEFA Champions League, deshalb sollte man den Ball vorerst schön flach halten. Aber die Ausbeute der deutschen Teams in dieser Auftaktwoche ist höchst erfreulich, ebenso wie die Auftritte viel versprechend waren.
Sehr abgezockt fuhr vor allem der FC Schalke 04 die ersten drei Punkte ein. Bei Olympiacos FC haben sich schon andere Teams die Zähne ausgebissen, doch Königsblau hat einmal mehr gezeigt, dass nach einer guten letzten Saison in diesem Jahr ein Schritt auf ein noch höheres Level möglich ist, damit wird das Kräftemessen mit dem FC Bayern München am Wochenende in der Bundesliga zu einem richtigen Kracher. Bei den Griechen ließ Trainer Huub Stevens nicht einmal seine Bestbesetzung auflaufen, der weitere Verlauf in der Gruppe B mit sehr abgeklärten Schalkern wird höchst interessant.
Die ersten Partien in der Gruppe D als "interessant" zu beschreiben, wäre derweil noch untertrieben. Zwar hatte das Duell zwischen Borussia Dortmund und AFC Ajax nicht die dramatischen Züge der Begegnung zwischen Real Madrid CF und Manchester City FC, ein später Siegtreffer von Robert Lewandowski stellte aber den verdienten Schlusspunkt einer soliden Leistung der Dortmunder dar, auch wenn es zugegeben einige Wackler gab.
Ob sich der BVB in dieser Saison aber tatsächlich in der Königsklasse beweisen kann, entscheidet sich an den nächsten beiden Spieltagen. Die Fehler, die man unbedingt vermeiden möchte, wurden gegen Ajax teilweise doch gemacht. Gegen City oder Real wären solche Nachlässigkeiten fatal, das weiß Jürgen Klopp aber am besten.
©Getty ImagesBrachte die Bayern gegen Valencia auf die Siegerstraße: Bastian Schweinsteiger
Bei den Bayern überzeugte neben einem bärenstarken Toni Kroos auch Javi Martínez in seinem ersten Spiel von Beginn an - und darüber hinaus auch in der Mixed-Zone. Die zahlreichen spanischen Journalisten interessierten sich kaum für die Aussagen der Valencia-Spieler, umringten dafür Bayerns Rekord-Neuzugang bis alle anderen Akteure schon längst auf dem Heimweg waren. Martínez stand geduldig Rede und Antwort, ließ sich alle drei Minuten ein anderes Handy in die Hand drücken und war damit live auf vielen spanischen Radiosendern zu hören. Sehr fleißig, der Mann.
Gibt es auch etwas zu bemängeln? Alle drei Teams haben in ihren Spielen jeweils einen Strafstoß verschossen. Müssen wir uns nach dem Elfmeterdrama der Bayern beim Finale 2012 und eher schwachen Versuchen von Mats Hummels, Klaas-Jan Huntelaar und Mario Mandžukić jetzt Sorgen um die deutsche Effizienz bei Elfmetern machen? Kaum, denn spielerische Überlegenheit auf Kosten der Souveränität vom Punkt ist kein allzu teurer Preis, wohl eher nur das Haar in der Suppe.
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