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Workshop zu Finanz-Fairplay

Freitag, 16. Oktober 2009
Klublizenzierung
Der Workshop zur UEFA-Klub-Lizenzierung und finanziellem FairplayDer Workshop zur UEFA-Klub-Lizenzierung und finanziellem Fairplay (©UEFA)

Mehr als 100 Delegierte der europäischen Fußballverbände haben sich über die neuesten, wichtigen Schritte der UEFA in Richtung eines Lizenzierungssystems für Vereine informiert. Dabei ging es im Rahmen eines Workshops zur UEFA-Klub-Lizenzierung und finanziellem Fairplay um neue und herausfordernde Projekte, um die Integrität des Spiels zu sichern.

Entscheidende Erweiterungen
Der Workshop wurde am Montag und Dienstag in Genf abgehalten und betonte vor allem zwei entscheidende Erweiterungen zum Entwurf der Klub-Lizenzierung, der von der UEFA 2003 ins Leben gerufen wurde und seit der Saison 2004/05 umgesetzt wird.

Kontrollausschuss
Ein Meilstenstein wurde im März erreicht, als das UEFA-Exekutivkomitee einen Kontrollausschuss für Klubfinanzen gründete, der aus finanziellen und juristischen Experten besteht, die unabhängig von Nationalverbänden, Ligen oder Vereinen sind. Der ehemalige belgische Premierminister Jean-Luc Dehaene wurde im September mit dem Vorsitz des Ausschusses betraut, der sicher stellen soll, dass die Lizenzen von den nationalen Entscheidungsträgern korrekt ausgestellt wurden und die Klubs die Kriterien erfüllen, die in den UEFA-Regularien zur Klub-Lizenzierung ausgeführt werden.

Konzept zum finanziellen Fairplay
Außerdem stimmte das Exekutivkomitee im letzten Monat dem Konzept zum finanziellen Fairplay zu. Das Hauptziel liegt hierbei darin, die finanzielle Fairness in den europäischen Wettbewerben sicherzustellen, den inflationären Druck von Gehältern und Transfersummen zu nehmen sowie langfristige Investitionen in die Jugendarbeit und Infrastruktur anzuregen.

Maßnahmen
Um dieses Ziel zu erreichen, werden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen: Klubs, deren Umsatz über einem bestimmten Grenzwert liegt, sind verpflichtet, über einen bestimmten Zeitraum ihre Bilanz auszugleichen (zum Beispiel können Klubs nicht mehr Geld ausgeben als sie einnehmen); es wird Hilfestellung in Sachen Gehälter und Transferausgaben angeboten; es wird ein Indikator über die Nachhaltigkeit von Schulden zur Verfügung gestellt und die Klubs werden dazu verpflichtet, ständig über ihre Verbindlichkeiten zu berichten.

Kosten und Verluste
Obwohl die Einnahmen der Klubs im letzten Jahrzehnt massiv angestiegen sind, machen die Vereine trotzdem nicht mehr Gewinn. Obwohl das Einkommen im letzten Jahr um fünf Prozent gestiegen ist, stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum um neun Prozent und die Hälfte aller Vereine in Europa schloss mit Verlusten ab.

Zukunft sichern
Das Konzept zum finanziellen Fairplay soll langfristig die Lebensfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des europäischen Klubfußballs sichern. Es wird das Klub-Lizenzierungssystem ergänzen, das gerade erst auf einer Konferenz in Brüssel die volle Unterstützung der EU-Kommission erhielt. EU-Kommissar Ján Figel lobte den Erfolg des UEFA-Lizenzierungsprojekts und sagte: "Transparenz und verantwortungsbewusste Führung wurden auf europäischem und nationalem Level gestärkt."

Hilfe für die Nationalverbände

Die UEFA wird auch weiterhin die Nationalverbände in ihrer Rolle als Lizenzgeber unterstützen. Die Standards – etwa bei der Infrastruktur, Personal, Verwaltung, juristischen und finanziellen Aspekten – zu verbessern, betrifft bei weitem nicht nur die Klubs, die sich um Lizenzen für den Wettbewerb in der UEFA Champions League oder UEFA Europa League bemühen. Das System, das seit 2004/05 für die Teilnahme an den UEFA-Klubwettebewerben auf alle 53 Nationalverbände der UEFA angewandt wird, wurde auf die Teilnahme an der höchsten Liga eines Landes in den meisten der 53 Verbände ausgeweitet.

Lizenzierungsvorgang
Für die Saison 2009/10 unterzogen sich 608 der 730 Erstligisten in Europa dem Lizenzierungsvorgang – das sind 83 Prozent der Erstligisten in ganz Europa. Von diesen erhielten 498 (82 Prozent) die Lizenz. Sechs Vereine, die sich sportlich für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren konnten, erhielten die Lizenz allerdings nicht. Die Vereine müssen beispielsweise in folgenden Bereichen bestehen: testierte Bilanz, ausstehende Zahlungen für Steuern und Gehälter, Infrastruktur des Stadions, ausstehende Transfersummen und Ausbildung des Cheftrainers.

Finanzielle Gesundheit verbessern
Mit der weiteren Entwicklung und Anwendung des Konzepts zum finanziellen Fairplay gibt es einen konstanten Antrieb, die finanzielle Gesundheit des Fußballs zu verbessern und den Vereinen dabei zu helfen, autark zu werden. In diesem Sinne repräsentiert der Kontrollausschuss für Klubfinanzen eine wertvolle Ergänzung der aktuellen Kriterien zur Klub-Lizenzierung, indem er versucht, im Gegensatz zu kurzfristigen spekulativen Ausgaben, langfristige Investitionen in die Jugendarbeit und die Erweiterung der sportlichen Infrastruktur zu fördern.

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