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Olsson hält Eigengewächse für überlebenswichtig

Schutz der Spieler

Für den UEFA-CEO ist es Zeit, Lösungen in Sachen einheimischer Spieler zu finden.

UEFA-Generaldirektor Lars-Christer Olsson hat erneut die Gründe für die UEFA-Kampagne zur Anwerbung und zur Förderung einheimischer Spieler in ganz Europa wiederholt.

Lösungen gesucht
In seinem Leitartikel in der neuesten Ausgabe des UEFA-Magazins uefadirect sagte Olsson, dass Lösungen gefunden werden müssen, die zur Entwicklung junger Eigengewächse in ihren Heimatvereinen beitragen. Davon würden auf lange Sicht auch die Nationalmannschaften profitieren.

Europäische Debatte
Die UEFA führt die Debatten mit der europäischen Fußballgemeinde über mögliche Wege, den Eigengewächsen regelmäßige Einsätze in den Profimannschaften ihrer Vereine zu ermöglichen, ohne die Gesetze der Europäischen Union zu verletzen. Denn darin ist zum Beispiel das Recht auf freies Reisen in verschiedene Länder festgelegt.

Vorschläge der UEFA
In diesem Monat machte der europäische Verband Vorschläge über ein Minimum von wenigstens sieben oder acht einheimischen Spielern unter den 18, die auf dem Spielbericht stehen. Außerdem sollte die Kaderstärke in den Vereinen auf 25 Spieler begrenzt werden. Diese Vorschläge werden nun allen großen sportlichen, wirtschaftlichen und politischen Interessengruppen des europäischen Fußballs vorgestellt.

Keine Beschränkungen
"Hinter dem Erfolg der EURO 2004 verbergen sich Befürchtungen, die auf das bekannte Bosman-Urteil zurückzuführen sind. Dieses hat den Spielerhandel auf internationaler Ebene beschleunigt, der vorher durch die von den nationalen und internationalen Fussballorganen auferlegten Beschränkungen reguliert worden war", sagte Olsson.

Kampf der Jugend
"Eine Folge dieser Transferzunahme ist, dass es in einigen Ländern für die Junioren sehr viel schwieriger geworden ist, sich bis in die erste Mannschaft ihres Klubs hochzuarbeiten. Diese Situation kann sie dazu bewegen, sich anderen Sportarten zuzuwenden", fügte er hinzu. "Einem jungen Talent kann es natürlich trotzdem gelingen, sich einen Platz zu schaffen, doch dieser junge Spieler braucht eine angemessene Ausbildung, um sein Können weiterzuentwickeln."

Teures Training
"Die Ausbildung ist jedoch manchmal kostspieliger als das Entdecken junger Talente und verlangt zudem Geduld", fuhr Olsson fort. "Zahlreiche Klubs ziehen es vor, in ganz Europa und sogar darüber hinaus vielversprechende junge Spieler zu suchen und zu verpflichten, die sie wenn nötig an Klubs in tieferen Spielklassen oder mit bescheideneren Zielsetzungen ausleihen können, bis sie ihren Aufgaben gewachsen sind."

Folgen für die Nationalmannschaften
Der UEFA-Generaldirektor warnte vor dem möglichen Schaden, den der Fußball in den Nationalmannschaften von der gegenwärtigen Situation davontragen könnte. "Lang- und sogar mittelfristig kann diese Situation unsere Nationalmannschaften vor grosse Schwierigkeiten stellen", sagte er. "Bereits an der EURO war festzustellen, dass einige Teams mit diesem Phänomen zu kämpfen hatten. Eine andere Auswirkung der zahlreichen Spielerverschiebungen ist die Tatsache, dass die nationalen Merkmale des Fussballs der Auswahlmannschaften immer stärker verwischt werden."

Lösungen finden
"Vor allem aus diesen Gründen ist es höchste Zeit, unter Einhaltung der EU-Gesetzgebung Lösungen zu finden, die diese Schwachstellen im Bereich der Ausbildung und der nationalen Identität, das heisst der Identifizierung der Klubs mit ihrer Stadt oder Region, beheben", mahnte der UEFA-CEO.

Lokale Anwerbung
"Die Rekrutierung in jedem Land stimulieren und gleichzeitig die soziale und sportliche Verantwortung gegenüber den jungen Spielern übernehmen: In diese Richtung wollen wir uns bewegen. Die Präsidenten und Generalsekretäre haben uns an der am Tag vor dem Endspiel der EURO in Lissabon abgehaltenen Konferenz diesbezüglich ihre volle Unterstützung zugesagt."