
Der Wert von langfristig angelegten Verletzungsstudien - sowohl bei der EURO als auch in der UEFA Champions League - wird in der April-Ausgabe der offiziellen UEFA-Publikation Medicine Matters hervorgehoben, dazu gibt es einen Bericht über die erste Sitzung des Medizinischen Forums für Elitevereine.
Wichtige Informationen
In zwei höchst informativen Beiträgen präsentiert Professor Jan Ekstrand, Vizevorsitzender der medizinischen Kommission der UEFA, zunächst einen Überblick und eine Interpretation der bei der UEFA EURO 2008™ gesammelten Daten, anschließend fasst er auf vier Seiten die Resultate der UEFA-Champions-League-Saison 2007/08 aus medizinischer Sicht zusammen.
Verletzungstrends bei der EURO
Die "Verletzungsstudie EURO 2008" bot die zweite gute Gelegenheit, bei einem großen Turnier, nämlich der UEFA EURO 2008™, Daten für das Verletzungsstudienprojekt der UEFA zu sammeln, das 2001 aus der Taufe gehoben wurde. Alle 16 Endrundenteilnehmer nahmen an der Studie teil, insgesamt wurde so in Österreich und der Schweiz die Fitness von 368 Fußballern genauestens verfolgt und in Beziehung gesetzt zu den Ergebnissen der Endrunde vor vier Jahren in Portugal. Der Bericht endet mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse. Dabei wird erläutert, dass es bei der UEFA EURO 2008™ eine höhere Verletzungsrate gegeben hat als bei der Endrunde von 2004. Das Verletzungsrisiko im Training war bei der EURO geringer als in den europäischen Vereinswettbewerben. Grund hierfür ist, dass die Trainingseinheiten bei solchen Turnieren sich mehr auf Regeneration und Rehabilitation konzentrieren. Erstaunlicherweise war das Verletzungsrisiko bei jüngeren Spielern mehr als zweimal so hoch wie für ältere Spieler.
Prävention
In seinem zweiten Vortrag erläuterte dann Professor Ekstrand, wie die während der letzten Saison in der UEFA Champions League gesammelten Daten bei der Beantwortung der Frage helfen, "Welche Rolle spielen Trainer und Manager bei der Prävention von Verletzungen?". Der Autor erklärt, wie wichtig Koordination und Kommunikation zwischen den Klubmanagern, den Trainern und dem medizinischen Team zur Verhinderung von Verletzungen sind. Grundlage dieser These ist eine siebenjährige Beobachtungsphase der Spieler der UEFA Champions League.
Gelungener Auftakt
In seinem Vorwort nennt Dr. Michel D'Hooghe, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA, die Verletzungsstudie eine "Grundlage, auf der künftige Verbesserungen aufgebaut werden können". Weiter spricht er von der "wertvollen Gelegenheit zum Informations- und Erfahrungsaustausch" mit Kollegen beim ersten Treffen des UEFA-Forums für Mannschaftsärzte von Eliteklubs. Zu dieser Zusammenkunft von Ärzten, deren Teams an der UEFA Champions League teilnehmen oder teilgenommen haben und die an der Verletzungsstudien mitgewirkt haben, trafen sich Vertreter von 17 Klubs aus neun verschiedenen Ländern in der UEFA-Zentrale in Nyon. In dem ausführlichen Artikel in Ausgabe Nr. 17, "Gelungene Auftaktveranstaltung" geht der Autor auch auf die praktischen Diskussionen ein, die abgehalten wurden – "ein wichtiger Schritt in Richtung eines europaweit einheitlichen Status der Vereinsärzte".
Medizinische Infrastruktur
In seinem Beitrag "Notfallversorgung von Spielern" erklärt Alan Hodson, Mitglied der Medizinischen Kommission und seit vielen Jahren einer der wichtigsten Vertreter des Englischen Fußballverbands im Bereich Medizin und Trainingswissenschaft, wie der englische Topfußball auf die Einführung einer medizinischen Infrastruktur reagiert hat. Er geht dabei besonders auf die Initiativen und Regelungen ein, die nach mehreren schweren Kopfverletzungen in der Saison 2007/08 der Premier League eingeführt wurden.
Freude ja, Selbstgefälligkeit nein
Positives aus medizinischer Sicht gab es am Schluss. In dem Beitrag "Ein geknüpftes Netz" wird dargelegt, wie im Jahr 2008 trotz umfassender Kontrollen nicht mehr Doping-Vergehen festgestellt wurden. Oder, in anderen Worten, Grund zur Freude, aber nicht zur Selbstgefälligkeit.
Klicken Sie hier, um Ausgabe 17 von Medicine Matters zu lesen.
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