
Die Verletzungsstudie der UEFA ist ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit mit den europäischen Top-Klubs. Mit diesem Projekt können immer häufiger Präventiv-Maßnahmen entwickelt werden.
Acht Jahre Erfahrung
Projektleiter ist Professor Jan Ekstrand, der zweite Vize-Vorsitzende der Medizinischen Kommission der UEFA. In der UEFA Champions League läuft die Studie jetzt schon seit acht Spielzeiten und auch in den Nachwuchswettbewerben wird sie seit Neuestem angewandt.
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Die Studie wurde im Jahr 2001 ins Leben gerufen und wird seitdem begleitet von der Medizinischen Kommission der UEFA. Ihre Einführung geht zurück auf die Initiative von FIFA, UEFA und den anderen Kontinentalverbänden. Das Ziel ist mehr über Verletzungen und Risiken zu erfahren. Damit soll die Gesundheit der Fußballer verbessert und die Zahl der Verletzungen verringert werden.
Studie und Statistiken
Die Ergebnisse der UEFA-Studie waren auch beim jüngsten Treffen der Medizinischen Kommission wieder ein Schwerpunktthema. Ekstrand gewährte den Klubärzten in Nyon beim ersten Treffen des UEFA-Eliteforums der Mediziner in der vergangenen Woche interessante Einblicke in die Studie und ihre Statistiken. Mit dieser Studie sollen Informationen ausgetauscht werden, von denen nicht nur die UEFA profitiert, sondern auch die Vereine und die Nationalverbände in ganz Europa. Die Klubs wiederum liefern der UEFA wichtige Informationen, damit die Studie weitere Erkenntnisse bringt.
Win-Win-Situation
"Die UEFA ist für diejenigen da, die sich in ihrem Beruf mit dem Fußball befassen. Es ist die Aufgabe der UEFA hinsichtlich des Berufsrisikos immer auf dem neuesten Stand zu sein. Es sollte sich daher eine Win-Win-Situation ergeben", sagte Ekstrand. "Der Nutzen für die UEFA liegt darin, dass sie Informationen bezüglich Verletzungsrisiken und Verletzungsmuster im Profifußball bekommt", sagte Ekstrand bei dem Forum. "Wir hoffen, dass dies auch für die Vereine von Vorteil ist. Denn sie wollen, dass ihre Spieler gesund bleiben und sich weniger verletzen. Wir wissen, dass der Informationsaustausch in einem internationalen medizinischen Netzwerk einer der effektivsten Wege ist, Verletzungen vorzubeugen."
Verletzungsfaktoren
Die Forumsteilnehmer diskutierten unter anderem über Verletzungsfaktoren. Dabei ging es nicht nur um Verletzungen während der Spiele, sondern beispielsweise auch im Training. Wenn ein neuer Trainer die Trainingsmethoden ändert, muss sich auch der körperliche Einsatz der Spieler ändern. Es wurde auch die Frage erörtert, inwiefern das häufige Fallen das Verletzungsrisiko eines Spielers erhöht. Solche Faktoren werden im weiteren Verlauf der Studie ausführlich untersucht werden.
Suche nach Lösungen
"Wir wollten uns mit den Klubärzten treffen, weil sie 24 Stunden am Tag mit den Spielern zusammen sind", erklärte Ekstrand. "Die Ärzte der Nationalmannschaften verbringen nur ein paar Wochen im Jahr mit ihren Spielern, die Vereinsärzte aber tragen mit ihren interessanten Fragen maßgeblich zu Lösungsansätzen bei."
Oberschenkelverletzungen
Die Studie ergab bislang, dass im Profibereich Verletzungen am häufigsten am Oberschenkel auftreten. Dies liegt hauptsächlich an der Intensität und der Schnelligkeit des Spiels. In einem 25-Mann-Kader beispielsweise erleiden durchschnittlich zehn Spieler Oberschenkelverletzungen, sieben davon im hinteren Bereich. "Im Amateurbereich sind nach wie vor Knöchelverletzungen am häufigsten", sagte Ekstrand, "während es bei den Profis Muskelverletzungen sind; besonders im Oberschenkel. Das gestiegene Tempo bei den Spielen sorgt für die Verletzungen, die normalerweise bei Sprintern vorkommen. Die Ärzte wissen mittlerweile, wie man (anderen) Verletzungen vorbeugt, stehen aber bei den Oberschenkelverletzungen noch vor einem Rätsel."
Langjährige Kooperation
Die meisten führenden europäischen Klubs arbeiten mit den Nationalverbänden der UEFA in dieser Hinsicht zusammen, um von dieser Studie zu profitieren. Einige kooperieren schon viele Jahre. "Am Anfang waren es nur sehr wenige Vereine", sagte Ekstrand zum Schluss. "Nun ist unsere Studie so wertvoll für sie, dass sie nicht außen vor bleiben wollen. Einige Klubs schicken uns nun schon seit acht Jahren monatlich Informationen. Das tun sie sicherlich nicht, um uns zu gefallen!"
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