
Die jüngste Ausgabe der offiziellen UEFA-Publikation Medicine Matters wirft einen Blick zurück auf das 5. Medizinische Symposium der UEFA, das letzten Februar in Stockholm stattfand. In der schwedischen Hauptstadt trafen Ärzte aus den UEFA-Mitgliedsverbänden mit ihren Kollegen aus den europäischen Klubs zusammen, um über ein vielfältiges Themenspektrum und zahlreiche Aktivitäten im medizinischen Bereich zu diskutieren.
In seinem Vorwort bietet Dr. Michel D'Hooghe, Vorsitzender der medizinischen Kommission der UEFA, eine prägnante Zusammenfassung dieses Symposiums in Stockholm. Dr. D'Hooghe hob die fußballspezifische Natur des Treffens hervor – und freute sich besonders darüber, wie weit gefächert das Spektrum der Fußballthemen war.
Die breite Themenpalette des Treffens in Stockholm wurde mit dem berühmten skandinavischen Büfett - dem Smörgasbord - verglichen. In Medicine Matters kann sich jeder, ähnlich wie beim schwedischen Nationalgericht, ein paar Häppchen je nach Geschmacksrichtung herauspicken, zur Auswahl stehen Themen wie Anti-Doping, die Verantwortung des Schiedsrichters, die Gesundheit der Spieler zu schützen, die Rolle des Mannschaftsarztes sowie die Häufigkeit von Ermüdungsbrüchen.
Das Symposium zeichnete sich auch, laut Dr. D'Hooghe, durch seine "fantastische, kollegiale Atmosphäre" aus, die vor allem dem Schwedischen Fußballverband (SvFF) zu verdanken gewesen sei, der ein Umfeld geschaffen habe, dass sich hervorragend dazu eignete, "zuzuhören, zu diskutieren und zu lernen". Die Medizinische Kommission der UEFA hätte sich kein besseres Umfeld wünschen können für ihr erstes Treffen seit der Umstrukturierung für die Periode 2009-11.
Dr. Paul Balsom, einer der Redner in Stockholm und Leistungsmanager des SvFF sowie Leiter des Bereichs Sportwissenschaften bei Leicester City FC, beantwortete die Frage: Spielt die Sportwissenschaft im modernen Fußball eine wichtige Rolle? Im Artikel von Dr. Balsom und seinem Co-Autor Gary Phillips, Leiter der Abteilung Trainingswissenschaft beim Englischen Fußballverband (FA), kann man lesen, wie Fachleute in Sachen Medizin- und Sportwissenschaften, die bei den Klubs angestellt sind, dazu beitragen, mit den gestiegenen Ansprüchen des Profifußballs fertig zu werden.
Dem Team hinter dem Team kommt eine wichtige Rolle zu, die Spieler taktisch, technisch, mental und physisch auf die Anforderungen des Hochleistungssports vorzubereiten. Die Autoren verwiesen dabei auf das Beispiel von Sir Alex Ferguson und seinem Trainerstab bei Manchester United FC, der fünf Physiotherapeuten, einen Arzt, einen Optiker, einen Fußpfleger, einen Krafttrainer, drei Fitness-Trainer, zwei Video-Analysten und zwei Assistenztrainer, beinhaltet.
Auch den Schiedsrichtern kommt beim Schutz der Spieler vor Verletzungen eine übergeordnete Rolle zu, schreibt Mike Healy, Leiter der medizinischen Ausbildung beim FA, in seinem Artikel "Medizinischer Betreuerstab und Schiedsrichter: Gemeinsam für die Spieler Sorge tragen".
Hier legt der Autor dar, wie aufmerksam die Schiedsrichter in diesem Bereich sein sollten. Los geht dies schon bei einem Briefing vor dem Anpfiff mit den Teamärzten. Schiedsrichter müssen schließlich in kürzester Zeit zwischen ernsthaften und weniger schlimmen Verletzungen der Spieler unterscheiden können. Die Spiel-Offiziellen sind zudem dafür verantwortlich, dass auf dem Platz eine angemessene Behandlung praktiziert wird und dass angeschlagene Spieler den Platz verlassen.
Medicine Matters widmet sich auch dem Thema, wie die Verletzungs-Prävention sich bei Männer- und Frauenfußball unterscheiden sollte. Die Verletzungsstudie der UEFA unterstrich die verschiedenen Verletzungsarten bei Männern und Frauen, aber auch bei Frauen verschiedenen Alters.
In dem Artikel "Der weibliche Faktor" wird unterstrichen, wie wichtig es ist, im Frauenfußball angemessene und spezifisch weibliche medizinische Behandlungen zu gewährleisten. Illustriert wurde dies durch hoch interessante Zahlen der UEFA und des Deutschen Fußball-Bundes.
Medicine Matters gibt es auf Englisch, Französisch und Deutsch.
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