Das Klublizenzierungsprogramm stellt für die UEFA ein Schlüsselprojekt dar, um die Glaubwürdigkeit der Fußballindustrie zu fördern.
Eingeführt wurde es zu Beginn der Saison 2004/05. Ziel ist es, den europäischen Fußball zu ermutigen, über die kurzfristigen Ambitionen hinauszublicken. Damit sollen auch langfristige Ziele im Auge behalten werden, die für die Unversehrtheit des Sports essenziell wichtig sind. Im Jahr 2010 wurde ein neues Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay verabschiedet, in dem die jährliche Lizenzierung durch nationale Lizenzierungsgremien festgelegt ist sowie die fortdauernde Überwachung durch einen unabhängigen Finanzkontrollausschuss für Klubs, die für UEFA-Wettbewerbe qualifiziert sind.
Die jährliche Klublizenzierung basiert auf einer Reihe von klar definierten Standards, die ein Verein erfüllen muss, will er an einem UEFA-Vereinswettbewerb teilnehmen. Zudem haben auch Prinzipien wie Transparenz, Integrität, Glaubwürdigkeit und Kompetenz einen hohen Stellenwert.
Die 36 speziellen Kriterien des Lizenzierungsprogramms werden in fünf einfache Kategorien unterteilt: Sportlicher Bereich, Infrastruktur, Personal, Rechtsabteilung und Finanzen.
Diese in Kooperation mit den Nationalverbänden ausgearbeiteten Bedingungen haben geholfen, den wirtschaftlichen Aktivitäten eines Vereins mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Außerdem führen sie zu mehr Transparenz und besserer Steuerung von Vereinen und Nationalverbänden.
Eine von dem Nationalverband ausgestellte Lizenz beweist, dass ein gewisses Maß an Qualität erreicht wurde. Weitere Überprüfungen, die von der UEFA in Zusammenarbeit mit individuellen Partnern koordiniert werden, untermauern und bekräftigen das europaweit angewandte System.
Klublizenzierungsangelegenheiten werden von UEFAs Abteilung für Nationalverbände unter UEFA-Direktor Theodore Theodoridis verwaltet.
Fortschritte
"Die Einführung des Klublizenzierungsprogramms von der UEFA im Jahr 2004/05 stellt einen riesigen Schritt vorwärts dar, was die Verbesserung von Themen wie Transparenz und die allgemeine Führung von Fußballvereinen darstellt. Das Programm fördert die Standardisierung von regulierenden Voraussetzungen im europäischen Fußball."
Independent European Sports Review 2006 (Unabhängige Studie zum Europäischen Sport), Bericht von José Luis Arnaut
Im Jahre 2007 wurde von der UEFA ein Bericht zu den frühen Jahren des Programms veröffentlicht. Klublizenzierung hat sich durchgesetzt.
Bis zur Saison 2007/08 haben mehr als 90% von allen Erstligisten in Europa eine Klublizenz beantragt.
Für die Saison 2010/11 waren es 611 der 733 Erstligisten in Europa (83%), die sich dieser Lizenzierungsprozedur unterzogen haben. Insgesamt bekamen 488 Vereine eine Lizenz, während von fünf Vereinen, die sich für einen UEFA-Vereinswettbewerb qualifiziert hatten, die Bewerbungen abgelehnt wurden. Dazu wurde der Benchmarking-Bericht zur Klublizenzierung im europäischen Vereinsfußball herausgegeben, der auf UEFA.com zu finden ist.
Eines der Hauptziele der Klublizenzierung ist es, die Transparenz im Vereinsfußball zu erhöhen und eine sorgfältige Analyse der Entscheidungen zur Klublizenzierung sowie der vergleichbaren Positionen des Vereinsfußballs in Bezug auf das Sportliche, die Stadien und das Finanzielle vorzunehmen. Diese Ziel wurde im Benchmarking-Bericht zur Klublizenzierung im europäischen Vereinsfußball herausgegeben, der auf UEFA.com zu finden ist. Der Bericht zu 2010 deckt die finanziellen Zahlen von 665 Vereinen ab - 90 % aller Erstligisten.
Die Tatsache, dass 2010/11 über 100 Vereinen die Lizenz verweigert wurde, beweist, dass weiterhin Bedarf besteht, die Standards zu verbessern und das Programm aktiv zu fördern. Die Glaubwürdigkeit des Programms hängt von konsequenter Anwendung der Regeln ab und ein unabhängiges Prüfungsorgan nimmt jede Lizenzierungsabteilung jährlich unter die Lupe. Zusätzlich führt die UEFA zusammen mit unabhängigen Prüfungsorganen Kontrollbesuche durch und untersucht dabei die von den Vereinen angegebenen Daten.
Damit sich das Programm in ganz Europa durchsetzt, liefert die UEFA für Nationalverbände technische und finanzielle Unterstützung, damit eine adäquate Infrastruktur etabliert werden kann. Verbände haben aus dem Solidaritätsfonds der UEFA bis zum Ende der Saison 2010/11 insgesamt 90 Millionen Euro erhalten.
Kontrollausschuss für Klubfinanzen
Eine wesentliche Entwicklung bei der Steigerung und Verbesserung der Transparenz und Glaubwürdigkeit des Programms war die Erstellung des unabhängigen Kontrollausschusses für Klubfinanzen (CFC) im März 2009. Den Vorsitz des Ausschusses hat Jean-Luc Dehaene, ehemaliger Premierminister von Belgien. Der CFC besteht außerdem aus Rechts- und Finanzexperten, die unabhängig von den Nationalverbänden, Ligen oder Vereinen arbeiten und sicherstellen sollen, dass das Klublizenzierungsprogramm in allen 53 UEFA-Mitgliedsverbänden richtig angewandt wird. Außerdem sollen sie überprüfen, dass Vereine, die sich für UEFA-Vereinswettbewerbe qualifiziert haben, die Kriterien des UEFA-Klublizenzierungsprogramms und des finanziellen Fairplays erfüllen.
Die Ausführung des Kontrollausschusses für Klubfinanzen mit seiner Entscheidungsmacht wird erklärt in den Artikeln 17 - 23 des UEFA-Organisationsreglements, Ausgabe 2011.
Außerdem dient der Kontrollausschuss für Klubfinanzen auch der Implementierung und der Überwachung des Konzepts des finanziellen Fairplays, welches im September 2009 einstimmig vom UEFA-Exekutivkomitee abgesegnet wurde. Damit obliegt dem CFC eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der finanziellen Fairness in europäischen Wettbewerben und bei der langfristigen Stabilisierung des Vereinsfußballs in ganz Europa, zusammen mit dem Ziel, langfristige Investitionen (Jugendförderung und Ausbau von Sport-Infrastruktur) anzuregen und von kurzfristigen und spekulativen Ausgaben abzuraten.
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