
Das Schiedsrichter-Experiment mit fünf Offiziellen geht im September in der Gruppenphase der UEFA Europa League weiter. Doch das UEFA-Exekutivkomitee verabschiedete beim Treffen in Vilnius/Litauen am Donnerstag noch weitere Beschlüsse.
IFAB gibt Grünes Licht
Der Test folgt auf die Genehmigung des FIFA-Exekutivkomitees bei seinem Treffen im Mai in Nassau/Bahamas. Das IFAB (International Football Association Board), das internationalen Gremium, das über Änderungen der Fußballregeln berät, gab auf seiner jährlichen Hauptversammlung im Frühling das Okay für die Weiterführung des Experiments. Zusätzlich zum Schiedsrichter und seinen beiden Assistenten helfen dabei zwei weitere Assistenten, die hinter der Torlinie stehen, bei Vorfällen, die im Sechzehner passieren.
Erfolgreicher Test
Das ursprüngliche Experiment mit zwei Zusatzschiedsrichtern wurde bei den Miniturnieren zur UEFA-U19-Europameisterschaft Ende des letzten Jahres durchgeführt. Das Feedback war daraufhin sowohl von den Offiziellen als auch von Beobachtern sehr positiv. Nachdem der IFAB den Bericht über das Experiment bekommen hatte, erteilte er die Erlaubnis für die Weiterführung, dieses mal in einer professionellen Liga. So wird dieses Projekt am Donnerstag, den 17. September, bei den Gruppenspielen der UEFA Europa League starten und über 200 Spiele bis zum Ende des Wettbewerbs durchgezogen.
Finale Entscheidung
"Es wurde entschieden, dass die Tests bei einem großen Wettbewerb weitergehen sollen, und die UEFA Europa League ist dafür prädestiniert", sagte UEFA-Präsident Michel Platini. "Jeder kann die Tests im Fernsehen verfolgen und der IFAB wird am Ende eine positive oder negative Entscheidung treffen." Falls die Entscheidung des IFAB positiv sein sollte, würde das System laut Platini in allen UEFA-Wettbewerben angewandt werden.
Finanzielles Fair Play
Auf dem Treffen in Vilnius sprach das Exekutivkomitee auch über finanzielles Fair Play. Die UEFA versucht ihr Lizenzierungssystem mit weiteren Maßnahmen zu verschärfen, um sicherzustellen, dass es in den UEFA-Wettbewerben fair und ausgeglichen zugeht und Vereine finanziell verantwortlich handeln.
Nächste Schritte
"Da gibt es einiges an Arbeit", sagte UEFA-Generalsekretär David Taylor. "Wir haben die Prinzipien und den Zeitplan, dem wir folgen wollen, aufgestellt. Einer unserer wichtigsten Schritte ist es, mit den Klubs, Spielern und Ligen beim nächsten Treffen des Strategischen Beirats für Berufsfußball Ende August zu sprechen. Dann werden wir mit unserem Kontrollausschuss für Finanzen sprechen, was im September beim nächsten Treffen des Exekutivkomitees passieren wird."
Grünes Licht vom Kontrollausschuss
Der Kontrollausschuss hatte beim Treffen des Exekutivkomitees in Kopenhagen im März Grünes Licht gegeben. Die UEFA wird währenddessen mit Finanz- und Rechtsexperten sprechen, um sicherzustellen, dass beim Lizenzierungsverfahren für Vereine alles korrekt abgewickelt wird.
Ausgaben in Proportion zu Einnahmen
"Die Wichtigste auf dem Weg zu einem faireren und transparenterem Wettbewerb sollte sein, dass diese Klubs belohnt werden, die mit ihren Finanzen korrekt umgehen", so die UEFA in einer Stellungnahme am Donnerstag. "Das bedeutet, dass Klubs ihre Ausgaben senken müssen. Um das durchzuführen, müssen die Gehälter und Transferausgaben in Proportion zu dem Gesamteinkommen stehen. Vereine sollten in die Jugend investieren und auf ihre Talente bauen, um ihre Kader zu verstärken. Die UEFA und die Vereine müssen daher zusammen über ein Konzept für finanzielles Fair Play sprechen, um die exzessiven Ausgaben zu bremsen und Investitionen in die Zukunft des Fußballs zu belohnen."
Weitere Entscheidungen
Außerdem hat das Exekutivkomitee einer Spende in Höhe von einer Millionen Schweizer Franken für den italienischen Fußballverband zu Gunsten von Sport- und Fußballeinrichtungen in Abbruzzo zugestimmt. Die Region wurde vor Kurzem schwer von Erdbeben erschüttert. Des Weiteren wurde die Zustimmung für eine Weiterführung der Baltischen Liga in Estland, Lettland und Litauen bis 2011/12 erteilt.
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