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Schiedsrichter sollen sich Herausforderungen stellen

Schiedsrichterwesen

Der Schutz der Spieler ist vor dem Beginn der zweiten Hälfte der europäischen Wettbewerbe die oberste Priorität für die Offiziellen bei UEFA-Vereinswettbewerben.

Europas Top-Schiedsrichter beim 17. UEFA-Fortgeschrittenenkurs für Elite- und Erstliga-Schiedsrichter
Europas Top-Schiedsrichter beim 17. UEFA-Fortgeschrittenenkurs für Elite- und Erstliga-Schiedsrichter ©Sportsfile

Der Schutz der Spieler ist vor dem Beginn der zweiten Hälfte der europäischen Wettbewerbe die oberste Priorität für die Offiziellen bei UEFA-Vereinswettbewerben.

"Massive Rolle"
"Die Schiedsrichter haben eine massive Rolle zu spielen", sagte Hugh Dallas, Mitglied der UEFA-Schiedsrichterkommission, zum Abschluss des 17. UEFA-Fortgeschrittenenkurses für Elite- und Erstliga-Schiedsrichter. Dallas, der in seiner Eigenschaft als Ausbilder zu den Schiedsrichtern sprach, fügte hinzu: "Ich glaube, dass der Standard der Schiedsrichter in Europa, vor allem auf Topniveau in der UEFA Champions League und im UEFA-Pokal, besonders hoch in dieser Saison ist. Die Beständigkeit ist allgemein sehr gut, so dass wir nur die Schiedsrichter daran erinnern müssen, dass sie weiterhin die Spieler schützen sollen."

Halten und Schieben
Die Unparteiischen wurden daran erinnert, dass sie ihrer Verantwortung nachkommen und Rote Karten ziehen müssen, wenn sich Spieler "im Wettkampf übertriebener Härte schuldig machen, die die Sicherheit des Gegners gefährdet." Die Schiedsrichterkommission wies weiterhin daraufhin, im Falle von "Schwalben" oder ähnlichen Unsportlichkeiten strikt durchzugreifen. Dies gelte auch für Halten, Zerren und Schieben im Strafraum. Dallas sagte: "Vor zehn oder 15 Jahren haben wir über das Tackling von hinten geredet, aber nun geht es ums Halten und Schieben im Strafraum."

Umgang mit Spielern
Zuvor hatten die Schiedsrichter am Seminar "Umgang mit Topspielern" teilgenommen, in dem es um eine Reihe von Fragen ging: Meinungsverschiedenheiten, Konfrontation, Vorteilsregel oder Konzentration/Bewusstsein. Bezüglich Szenen massiver Konfrontation wiederholte die Schiedsrichterkommission ihren Wunsch, dass der Unparteiische wenigstens jeweils einen Spieler jeder Mannschaft verwarnen sollte. Bestraft werden sollten auch Spieler, die aus der Entfernung herbeigeeilt kommen und damit zur Konfrontation beitragen. Im Falle der Vorteilsauslegung sollten sich die Schiedsrichter gewissenhaft fragen, ob "Weiterspielen" tatsächlich der Mannschaft, die im Ballbesitz ist, zugute kommt.

Führungsqualitäten
Andy Roxburgh, Technischer Direktor der UEFA, sprach gegenüber den Schiedsrichtern von der Wichtigkeit eines starken Führungsstils. "Auf Topniveau machen Führungsqualitäten oft den Unterschied aus", sagte er in einer Präsentation, die die Frage stellte: "Was können Schiedsrichter von den Erfahrungen der Trainer lernen?" Roxburgh zog Vergleiche zwischen beiden, indem er erklärte: "Heutzutage verlangt die Umgebung mehr von einem ab, und die Führungskraft sieht sich mehr als zuvor Herausforderungen gegenüber. Stil und Auftreten sind eine Sache, aber die Frage ist, ob sich dahinter Substanz verbirgt. Substanz sind der Wille, der Charakter, Handlungsstärke. Wenn man ein Spiel leitet, hat man die Autorität, aber hat man auch die persönliche Kraft, den Charakter, die Persönlichkeit, das Wissen, diese Rolle auszufüllen?"

Eigenschaften
Roxburgh listete die Qualitäten auf, die von einem Schiedsrichter gefordert werden: Verantwortung, mit der Macht umzugehen, optimistische Kommunikation, emotionale Intelligenz, Mut, Leidenschaft, Anpassungsfähigkeit, Neugierde, Bescheidenheit. Wichtig dabei ist, mit Stress und Anspannung umgehen zu können, die eine Karriere im modernen Fußball mit sich bringen. "Schafft man es, den Optimismus zwischen zwei Fehlern beizubehalten?", fragte Roxburgh, ehe er die Frage selbst beantwortet: "Ihr Männer habt Talent - und Talent kommt wieder auf die Füße."