Irland wendet Studienergebnisse sofort an
Donnerstag, 16. Juni 2011
Artikel-Zusammenfassung
Der vom Fußballverband Irlands veranstaltete Workshop in Dublin wurde von Führungspersönlichkeiten des Breitenfußballs und den örtlichen Vereinen besucht und arbeitete die großartigen Fortschritte der UEFA-Studiengruppe heraus.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
In der Republik Irland wurde bei einem Workshop vor kurzem die großartige Arbeit der UEFA-Studiengruppe herausgearbeitet. Der Irische Fußballverband (FAI) veranstaltete einen Informationsworkshop, bei dem Führungspersönlichkeiten des Breitenfußballs und den örtlichen Vereinen zugegen waren. Bei diesem Treffen wurden die Anwesenden über den neuen Erkenntnisstand nach dem Besuch der Studiengruppe in der Schweiz informiert.
Neben den Repräsentanten des FAI waren bei dem Workshop Anfang Mai in Bern auch Delegationen des Schweizer Fußballverbands (SFV-ASF), des dänischen Fußballverbands (DBU) und des Fußballverbands aus Aserbaidschan (AFFA) vor Ort. Teil des Workshops war auch die Präsentation des SFV-ASF und seines U7-Fußballprogramms, welches ohne Wettkampfgedanken auskommt und auf einem Kleinfeld ausgetragen wird. Dieser spielerische Ansatz hinterließ großen Eindruck beim FAI.
Eine Praxisdemonstration des Schweizer Modells mit einem 5 gegen 5 Spiel auf dem Kleinfeld war eines der Highlights des am 6. Juni abgehaltenen Folgeevents. Auch hier war das Ziel, den Kindern so viele Ballkontakte wie möglich zu gewähren, ohne Leistungsdruck aufkommen zu lassen. Es wurden sechs Mannschaften aus dem Raum Dublin vom FAI zu diesem Workshop eingeladem, um das Konzept den über 200 Zuschauern und Trainern sowie dem Nationalen Koordinator für Vereinsentwicklung, Paul Martyn, vorzustellen.
"Aus der Sicht der Vereine besteht absolutes Interesse, dieses Projekt zu implementieren", erklärte Shay L'Estrange von Lourdes Celtic AFC, dessen Verein seine Räumlichkeiten als Austragungsort zur Verfügung stellte. "Der fehlende Wettkampfgedanke, die zusätzlichen Ballberührungen und das kleine Feld werden die Fähigkeiten unserer jungen Spieler noch weiter fördern und verbessern."
Bei der Demonstration wurden Spiele abgehalten, die nur 12 Minuten dauerten und der schnelle Spielerwechsel ein wichtiges Kriterium darstellte. Es waren keine Schiedsrichter zugegen, die Trainer wurden gebeten, während des Spiels nicht einzugreifen, und Eltern durften nur positiv anfeuern bzw. gute Aktionen mit Applaus honorieren. Auf dem Spielfeld gab es zwei zusätzliche Technik-Flächen, welche jedes Team jeweils ein Mal betreten durfte.
"Das Konzept an sich ist schon sehr sinnvoll", lobte Mark Connors von Liffey Valley Rangers. "Die Technik der Kinder wird sich maßgeblich verbessern, wenn wir das Konzept anwenden. Die Zahl der Ballkontakte, die ein Spieler in diesen zwölf Minuten hatte, war unfassbar hoch. Den Spielern von Liffey Valley hat es sehr gut gefallen, und wir wollen das Konzept bereits in naher Zukunft im Verein einbauen. Die Trainer und Eltern verhielten sich ruhig, keine Schiedsrichter, und die Kinder haben richtig viel Fußball gespielt, was will man mehr?"
Paul Webb von Crumlin United spricht noch über einen weiteren Vorteil des Schweizer Modells: "Wir bringen zu wenige beidfüßige Fußballer hervor. Das ist aber nicht die Schuld der Kinder, sondern die der Trainer und Verantwortlichen. Ständig wird von der Mär berichtet, dass in großen Fußballnationen die Kinder mit dieser Gabe bereits auf die Welt kommen - das ist schlicht und ergreifend Nonsens."
"Den Kindern wird vermittelt, dass der Fußball der wichtigste Bestandteil des Spiels ist. Und natürlich müssen sie deshalb lernen, mit beiden Füßen spielen zu können. Die vergangene Woche war der erste Schritt, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die Spieler bekommen mehr Zeit auf dem Feld, müssen mit einem kleineren Platz zurechtkommen und können spezielle Technikfelder nutzen, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.