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Verletzungsstudie liefert wertvolle Daten

Elite-Jugend-Fußball

Die achte UEFA-U19-EM in der Ukraine war die neueste Möglichkeit, unter Professor Jan Ekstrands wachsamen Augen Daten für die Verletzungsstudie der UEFA zu sammeln.

Szenen aus dem Spiel zwischen England und der Schweiz bei der UEFA-U19-EM
Szenen aus dem Spiel zwischen England und der Schweiz bei der UEFA-U19-EM ©Sportsfile

Die achte UEFA-U19-Europameisterschaft in der Ukraine war die neueste Möglichkeit, unter Professor Jan Ekstrands wachsamen Augen Daten für die Verletzungsstudie der UEFA zu sammeln.

Verletzungsmuster
Die Studie zielt darauf ab, mehr über Verletzungsmuster und –risiken zu entdecken, die Sicherheit im Fußball zu erhöhen und die Anzahl der Verletzungen zu verringern, sowie der UEFA, den Nationalverbänden und den Vereinen in ganz Europa Informationen bereitzustellen. "Die Mannschaften erhalten einen Bericht mit einer Serie von Grafiken, die zum Beispiel die Verfügbarkeit von Spielern innerhalb der Mannschaft anzeigen – die Details für das betreffende Team sind sichtbar, der Rest ist anonymisiert", sagte Professor Ekstrand. "Stellen Sie sich den Unterschied vor, zwischen einer Mannschaft, die 94 Prozent ihrer Spieler verfügbar hat und einer anderen, wo ein Viertel der Spieler aufgrund von Verletzungen fehlt. Wir versuchen, den medizinischen Aspekt in einen taktischen zu verwandeln. Wir fragen die Mannschaften mit hoher Verfügbarkeit dann nach ihrem Geheimnis für diese guten Werte. Das wird unter den Trainern heiß diskutiert."

Schwere Verletzungen
"Leider sind die meisten Verletzungen während dieser Turniere schwer", fügte Professor Ekstrand hinzu. "Es gibt keinen Unterschied zwischen den Verletzungen, die man in solch einem Turnier sieht oder in der Champions League. Die meisten Verletzungen ergeben sich in Spielen; die Mehrzahl davon sind Prellungen aufgrund von Körperkontakt. Die zweithäufigsten sind Zerrungen und resultieren aus Sprints oder hohen Geschwindigkeiten, die im heutigen Spiel üblich sind. Sie sind typische Sprinterverletzungen – sie kommen auf höherklassigem Niveau öfter vor, da dort das Tempo im Spiel höher ist und es sich auch um Ermüdungsverletzungen handelt. Wenn man müde ist, verletzt man sich leichter. Wir haben hier bei der U19 nur wenige Bänderverletzungen erlebt."

Auch Training wird untersucht
"Bei den Wettbewerben der Nachwuchsmannschaften lässt die Verletzungshäufigkeit nach, U17-Spiele haben also eine niedrigere Verletzungsrate als die der U19, diese wiederum ist niedriger als die der U21 und so weiter", sagte Professor Ekstrand, der ein Team von fünf Leuten im Rahmen der UEFA-Verletzungsstudie koordiniert. "Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass Verletzungen in Spielen hauptsächlich aufgrund von physischem Kontakt entstehen. 'Energie ist gleich Masse mal Geschwindigkeit zum Quadrat'[E=mc²], so lautet die Formel. Je schwerer die Spieler sind und je schneller sie rennen können, desto mehr Energie wird in der Kollision freigesetzt. Daher sehen wir im Erwachsenenfußball mehr Verletzungen. Zwar treten die meisten Verletzungen in Spielen auf, wir decken aber auch den Trainingsbetrieb ab. Diese Verletzungen sorgen offenbar für einen Ausfall der Spieler – einer der Hauptgründe, warum Spieler bei Spielen nicht zur Verfügung stehen, liegt in Trainingsverletzungen – also sind auch diese Statistiken sehr hilfreich für die Trainer."

Wachsende Datenbank
Mit der von Karolina Kristensson geleiteten Studie bei der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen in Belarus im letzten Monat und der anstehenden Untersuchung der UEFA-Futsal-EM im nächsten Jahr wächst der zu untersuchende Datenbestand für Professor Ekstrand und sein Team immer weiter an. Professor Ekstrand glaubt allerdings, dass sich der wahre Wert der Studie erst nach einiger Zeit erweisen wird. "Fünf Jahre sind zu kurz, um [einen Wechsel in den Verletzungstypen] zu erkennen", sagte er. "Bei der U17-EM gab es zum Beispiel Jahr für Jahr eine Zunahme an Verletzungen, bis dieses Jahr. Der Blick auf ein einziges Turnier ergibt einfach kein Gesamtbild. Das Ziel der Studie ist es, einzelne Turniere zu untersuchen, aber auch eine Datenbank aufzubauen, um absolute Trends zu erkennen."