Entwicklungsturniere im Spiegel der Zeit
Montag, 15. April 2013
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Da die Entwicklungsturniere der UEFA immer größeren Anklang finden, wirft dieser Artikel der offiziellen UEFA-Publikation UEFA.direct einen Blick auf die Geschichte der internationalen Jugendturniere in den letzten 60 Jahren.
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Schon vor der Gründung der UEFA hatten vorausschauende Führungspersönlichkeiten die Notwendigkeit erkannt, die Nachwuchsförderung ins Zentrum der Fußballaktivitäten zu stellen.
So trugen vor 65 Jahren die Auswahlmannschaften von acht Nationalverbänden (Belgien, England, Italien, Niederlande, Nordirland, Österreich, Republik Irland und Wales) vom 15. bis 17. April 1948 in London das erste internationale Juniorenturnier aus. England gewann diese erste Ausgabe, doch in den Augen der Organisatoren stand nicht das Ergebnis im Vordergrund: Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollten junge Fußballer die Möglichkeit erhalten, im Zeichen der Freundschaft Länderspiele auszutragen. "Das Turnier war gedacht als Stätte der Begegnung junger Menschen auf fußballsportlicher Basis, als Beitrag zur Freundschaft und Kameradschaft und entsprach dem Denken einer jungen Generation in größeren Räumen“, erklärte Karl Zimmermann, damals Vorsitzender der Juniorenkommission, im Buch, das die UEFA 1973 anlässlich der 25. Ausgabe des Juniorenturniers herausgab.
In derselben Publikation schlug der damalige UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr in dieselbe Kerbe: "Es sollen die Freundschaftsbegegnungen im Turnier die europäischen Gemeinsamkeiten unterstreichen, Gegensätze überdecken und Bindungen über alle Grenzen hinweg knüpfen helfen.“ Zuvor hatte er bereits betont: "Im 'Lehrzeitalter' soll zuallererst das Spielerische betont werden, sollen Witz und Geist sich frei entfalten können, die sodann dem ausgereiften Spiel tieferen Gehalt geben. […]. Unsere Jungfußballer sollen ihre Kräftemessen noch offenherzig so bestreiten können, dass jeder gleichzeitig des andern Schüler und Lehrer sein kann. So wird von Jugend auf die Kunst des Spiels von nationaler Eigenart geprägt und durch internationale Vielfalt bereichert.“
Der Wettkampfgedanke hielt jedoch auch in diesem U18-Wettbewerb, dessen Organisation die FIFA 1957 der jungen UEFA übertrug, Einzug. Im Verlaufe der Zeit wurde das Turnier immer größer und die Anzahl Teilnehmer wuchs auf über 30 an, was die Einführung einer Qualifikationsphase erforderlich machte. Bei seiner Sitzung im März 1980 in Zürich besiegelte das Exekutivkomitee diese Entwicklung, indem es das Turnier in eine UEFA-U18-Europameisterschaft umwandelte.
Parallel dazu beschloss das Exekutivkomitee, gemäß einem Wunsch, den die Nationalverbände bei der Konferenz der Präsidenten und Generalsekretäre im Juni 1979 geäußert hatten, einen U16-Wettbewerb einzuführen.
Seither haben die beiden Juniorenwettbewerbe bei den Herren sehr viel zur Nachwuchsförderung auf unserem Kontinent beigetragen. Nachdem der U16-Wettbewerb zunächst europäisches B-Juniorenturnier hieß, wurde auch er in der Saison 1998/99 in eine Europameisterschaft umgewandelt. Ab der Spielzeit 2001/02 wurden die Alterskategorien in U17 und U19 abgeändert. Im Zuge des Aufschwungs des Frauenfußballs wurde in der Spielzeit 1997/98 auch eine U18-Frauen-Europameisterschaft eingeführt, die 2001/02 in die heutige U19-EM umgewandelt wurde. Erst 2007/08 entstand schließlich die U17-Frauen-Europameisterschaft.
In letzter Zeit wurde einerseits das Format bestimmter Endrunden geändert, andererseits haben auch zwei Neuheiten die Landschaft des europäischen Juniorenfußballs verändert: Bei der ersten, die noch nicht definitiv ist, sondern versuchsweise über zwei Spielzeiten eingeführt wird, handelt es sich um die UEFA Youth League, einen U19-Klubwettbewerb.
Die andere Neuerung ist eher eine Rückkehr zum ursprünglichen Gedanken des internationalen Juniorenturniers, das jungen Fußballern eine zusätzliche bereichernde Erfahrung bieten soll, damit sie sich weiterentwickeln können. Dabei handelt es sich um die 2012 als Pilotprojekt eingeführten Förderturniere. Die Idee wurde von den Präsidenten und Generalsekretären der UEFA-Mitgliedsverbände beim Strategietreffen im September 2011 in Limassol vorgebracht, die Umsetzung begann im Frühling 2012 im Rahmen des HatTrick-Programms.
Dieses Jahr sind alle Mitgliedsverbände dazu eingeladen, an diesen Turnieren teilzunehmen. Bei den Männern wie auch bei den Frauen wurde die Kategorie U16 gewählt, da dieses Alter als entscheidend gilt für die Entwicklung der jungen Spieler. Bei diesen Turnieren ist das Ergebnis zweitrangig und es geht in erster Linie darum, dass die Spieler, aber auch die Schiedsrichter und die Schiedsrichterbeobachter sich weiterentwickeln können.
Auf dem diesjährigen Programm stehen also 13 Förderturniere, von denen das erste im Februar in Portugal stattgefunden hat und das letzte für August in Polen vorgesehen ist.
Grundsätzlich nehmen an einem Turnier die U16-Teams (Frauen und Männer) von vier Nationalverbänden teil. Die Teams setzen sich aus je 20 Spielerinnen/Spielern zusammen und pro Spiel sind neun Auswechslungen erlaubt. Ein technischer Beobachter der UEFA ist jeweils vor Ort, um sich mit den Trainern über Themen, die spezifisch diese Alterskategorie betreffen, auszutauschen.
Diese U16-Turniere bieten auch den Vorteil, die Nachwuchsspieler auf die U17-Europameisterschaften vorzubereiten. Da internationale Freundschaftsturniere für die Frauenteams dieser Kategorie äußerst selten sind, organisiert die UEFA auch für diese Altersklasse Förderturniere: Von April bis Juni 2013 werden sieben solche U17-Frauen-Förderturniere stattfinden.