Vereinstrainer berichten über zunehmende Verantwortung
Donnerstag, 1. September 2011
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Das 13. UEFA-Elitetrainer-Forum schloss Donnerstagabend damit, dass die hochkarätigen Trainer ihre Sicht darüber offenbarten, wie ihre anspruchsvollen Aufgaben sich stetig weiterentwicklen und ihnen immer mehr Verantwortung zufällt.
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Europas führende Vereinstrainer haben sich mit der UEFA getroffen, um über den aktuellen Zustand des europäischen Fußballs auf dem höchsten Level zu diskutieren - und sie räumten ein, dass ihr Job und die an sie gestellten Anforderungen sich immer weiterentwickeln und ständig ändern.
Das 13. UEFA-Elitetrainer-Forum im Haus des europäischen Fußballs in Nyon war für den europäischen Fußballdachverband und die Trainer eine unschätzbare Möglichkeit, die Trends des Fußballs zu diskutieren und Sichtweisen zu verschiedenen Themen auszutauschen, welche die Trainer in ihrer täglichen Arbeit beschäftigen. Außerdem war es eine Gelegenheit, sich einmal außerhalb der Wettkampfatmosphäre zu treffen und entspannt miteinander über wichtige Punkte zu diskutieren.
Die Liste der Top-Trainer, die an diesem Forum teilnahmen, ist lang: Josep Guardiola (FC Barcelona), Sir Alex Ferguson (Manchester United FC), André Villas-Boas (Chelsea FC), Arsène Wenger (Arsenal FC), Roy Hodgson (West Bromwich Albion FC), Rémi Garde (Olympique Lyonnais), Didier Deschamps (Olympique de Marseille), Massimiliano Allegri (AC Milan), Ralf Rangnick (FC Schalke 04), Thomas Schaaf (SV Werder Bremen), Frank de Boer (AFC Ajax), Jorge Jesus (SL Benfica), Felix Magath (VfL Wolfsburg), Vítor Pereira (FC Porto), Mircea Lucescu (FC Shakhtar Donetsk), Unai Emery (Valencia CF), Roland Nilsson (FC København), Thorsten Fink (FC Basel 1893) und Rudi Garcia (LOSC Lille Métropole). Der Franzose Gérard Houllier, der als Trainer mit Liverpool FC und Olympique Lyonnais über reichlich Erfahrung in der UEFA Champions League verfügt, war als technischer Beobachter der UEFA ebenfalls mit von der Partie.
Thomas Schaaf, Trainer des SV Werder Bremen, sprach die Gedanken vieler Trainer aus, als er sich über dieses Treffen positiv äußerte: "Es ist immer eine tolle Gelegenheit, hier herzukommen, es ist immer etwas Besonderes", sagte er im Anschluss. "Mit Kollegen auf diesem Niveau zusammensitzen zu können, zu sprechen und Ansichten und Ideen zu Dingen auszutauschen, die uns direkt am Herzen liegen. Das Außergewöhnliche hier ist die Offenheit und Klarheit in den Diskussionen - sie sind sehr intensiv. Niemand macht sich darüber Sorgen, den anderen Trainern vielleicht etwas zu verraten - die Hauptsache ist, dass wir alle Vorteile aus diesem Treffen ziehen. Wir können Erfahrungen sammeln und auf Dinge aufmerksam werden, die uns vielleicht neue Anregungen geben."
Die Diskussionen bei dem Forum gingen über die taktischen und technischen Entwicklungen in der UEFA Champions League bis hin zur Bedeutung von Auswechslungen während der Spiele, den Einfluss von Verletzungen der Spieler in den europäischen Vereinswettbewerben - und die Eigenschaften und die Profile, die heute von den Trainern auf höchstem Niveau verlangt werden.
"Es gibt sicherlich Unterschiede zur Vergangenheit, denn das Umfeld hat sich gewandelt", sagte Andy Roxburgh, der Technische Direktor der UEFA. "Vor zwanzig Jahren war es für die Trainer einfacher zu sagen 'So wird es gemacht' - das reichte. Aber heute ist es aufgrund der Profile der Spieler, ihrer Berühmtheit, ihres Geldes und ihrer Freiheit anders, man muss deutlich besser kommunizieren. Man muss in der Lage sein, die Spieler, die Medien und den Vorstand zu überzeugen, dass das, was man macht, das Richtige ist. Es geht nur um Ergebnisse - man muss lernen mit Niederlagen umzugehen und darauf richtig zu reagieren."
"Man trägt für eine ganze Menge Dinge die Verantwortung, aber heutzutage sind dazu im Vergleich zu früher viele weitere Gebiete hinzugekommen, für die man verantwortlich ist", fügte Schaaf hinzu. "Wir müssen uns mit Dingen beschäftigen, die nicht direkt mit Fußball oder dem, was auf dem Platz passiert, zu tun haben. Wir haben hier darüber geredet, wie viel Zeit man hat, um seine Arbeit zu erledigen und sind zu dem Schluss gelangt, dass wir eigentlich gar nicht genug Zeit haben - dass uns immer mehr Zeit genommen wird, um an anderen Sachen zu arbeiten. Das betrifft jeden von uns. Da gibt es keine Unterschiede zwischen Italien, Frankreich und England - wir stellen fest, dass jeder von diesen Faktoren betroffen ist und damit umgehen muss."
Die zahlreichen Ideen und Vorschläge werden nun von der UEFA analysiert - während man sich einig darüber war, dass die UEFA Champions League auf dem Platz weiter die Maßstäbe setzt. "Generell war man der Ansicht", sagte Roxburgh, "dass die Qualität in der UEFA Champions League in der letzten Saison sehr hoch war. Es wurden 35 Tore mehr erzielt als in der Vorsaison. Man war der Meinung, dass mehr Mannschaften die Initiative ergreifen und dass das sehr schnelle, hochintensive Passspiel immer mehr Anhänger findet. Das war ein schönes Abbild des fußballerischen Blickpunkts - aber es gibt keine Selbstgefälligkeit, die Trainer würden gern eine weitere Entwicklung sehen..."