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UEFA "trifft den Nerv der Zeit"'

Veröffentlicht: Montag, 9. April 2012, 18.56MEZ
In seiner Eröffnungsrede zum XXXVI. Ordentlichen UEFA-Kongress hat UEFA-Präsident Michel Platini über die Leistungen und Entwicklungen, die ihn für die Zukunft zuversichtlich stimmen, gesprochen.
von Mark Chaplin
aus Istanbul

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Veröffentlicht: Montag, 9. April 2012, 18.56MEZ

UEFA "trifft den Nerv der Zeit"'

In seiner Eröffnungsrede zum XXXVI. Ordentlichen UEFA-Kongress hat UEFA-Präsident Michel Platini über die Leistungen und Entwicklungen, die ihn für die Zukunft zuversichtlich stimmen, gesprochen.

Einheit und Harmonie, der Wunsch, den Fußball zu schützen, die Moral in den Fußball zurückzubringen, das Erbe des Fußballs bewahren, und solidarisch handeln. All diese Elemente waren Bestandteil der Rede, die UEFA-Präsident Michel Platini zum Auftakt des XXXVI. Ordentlichen UEFA-Kongresses am Donnerstag in Istanbul hielt.

"Der Fußball", so sagte der UEFA-Präsident den Vertretern der 53 Mitgliedsverbände sowie den Gästen aus Sport und Politik, "ist zu schön, um ihn den zahlreichen Gefahren auszusetzen, die ihn bedrohen. Der Fußball ist ein Juwel, ein Schatz, den wir bewahren müssen."

Michel Platini sprach über verschiedene Leistungen und Entwicklungen, die ihn für die Zukunft zuversichtlich stimmen. Gleichzeitig aber wies er auch auf die noch immer existierenden Gefahren hin, die es zu bekämpfen gelte.

"Ich habe das Gefühl, dass wir gemeinsam bereits sehr viel erreicht haben: Die Reform der Klub- und Nationalmannschaftswettbewerbe, die Statutenreform, den Beginn großer Projekte wie jener zum finanziellen Fairplay und zur zentralen Vermarktung der Rechte an den europäischen Qualifikationsspielen, um nur einige Beispiele zu nennen! Und ich habe vor allem das Gefühl, dass wir gemeinsam weiter Fortschritte machen. Und noch besser: Dass wir in die richtige Richtung gehen."

"Dank Ihrer Dynamik, Initiativen und Ideen ist die UEFA eine innovative und einzigartige Institution, eine Art Forschungs- und Entwicklungslabor, das für den Fortschritt des Fußballs arbeitet und dabei auch die Traditionen respektiert. Eine topmoderne Organisation, die weder ihre Vergangenheit noch ihre Wurzeln vergisst."

Der UEFA-Präsident sprach über die neue, zentrale Vermarktung der Rechte an den europäischen Qualifikationsspielen – "es ist ein Projekt, das den Spielen unserer Nationalmannschaften größere Aufmerksamkeit verschaffen und es den Verbänden ermöglichen wird, ihre finanzielle Stabilität mittel- und langfristig zu verbessern."

Auch die Einheit der gesamten europäischen Fußballfamilie gehört zu den Leistungen der zurückliegenden Zeit. "2007 habe ich das Versprechen abgegeben habe, alle Mitglieder der Fußballfamilie an einen Tisch zu bringen, um Frieden zu schließen und den Spannungen, welche die Beziehungen zwischen der UEFA und den verschiedenen Akteuren des Fußballs jahrelang belasteten, ein Ende zu setzen“, sagte der UEFA-Präsident. "Einige Monate nach meiner Wahl unterzeichneten wir Grundsatzvereinbarungen mit den Vertretern von Klubs, Ligen und Spielern."

"Die Parteien an einen Tisch zu bringen war eine Sache. Eine Einladung genügte. Eine Einigung zu erzielen war hingegen eine ganz andere. Es musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Dies ist uns gelungen.. Denn heute, und dies ist eine große Premiere, werden diese Grundsatzvereinbarungen vor Ihren Augen erneuert. Als Zeichen einer wiedererlangten und konsolidierten Einheit. Als Zeichen eines einzigen, unteilbaren Fußball-Europas."

"Diese Vereinbarungen garantieren aber letztendlich für viele Jahre den Fortbestand des Fußballs, wie wir ihn lieben, jenes Fußballs, bei dem Klubs und Nationalmannschaften vernünftig nebeneinander bestehen können."

Der UEFA-Präsident kam auch auf die Probleme zu sprechen, die noch immer existieren. "In einigen Ländern sind die Anwälte von Klubs bekannter als die Spieler, da gewisse Führungspersönlichkeiten versuchen, sich einen Namen zu machen und Geld zu verdienen, indem sie die Verbände ununterbrochen vor Gericht zerren. Dies ist inakzeptabel."

"In einigen Ländern unterzeichnen Spieler Verträge oder Vertragsauflösungen unter Druck und Drohungen. Dies kann nicht geduldet werden. Und wir müssen die Spieler stärker schützen, ohne die der Fußball nicht existieren würde."

"In einigen Ländern geben Klubs Geld aus, das sie nicht haben, während andere ihre Spieler nicht mehr bezahlen. Wie lässt sich erklären, dass im Fußball noch nie so viel Geld vorhanden war und dennoch noch nie so viele Klubs so hoch verschuldet waren? Gemäß unserer jüngsten Studie verzeichnete der europäische Profifußball Verluste von 1,6 Milliarden Euro. Wie lässt sich dieser Widerspruch erklären? Dies ist nicht verantwortbar."

Michel Platini sagte, dass er einen Brief vom Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und des für Wettbewerb zuständigen EU-Kommissars, Joaquin Almunia, erhalten habe. Er beschrieb den Brief als "einen schönen Sieg für die UEFA und den Fußball".

"Die EU-Kommission weist auf die Notwendigkeit einer größeren finanziellen Gerechtigkeit unter den Klubs hin. Sie fordert uns sogar dazu auf, noch weiter zu gehen."

"Es wird uns jeden Tag vor Augen geführt: Mit unseren Reformen zum Schutz des Fußballerbes und mit unseren Projekten für mehr Gerechtigkeit und Solidarität in unserem Sport treffen wir den Nerv der Zeit."

Der UEFA-Präsident sagte, dass er sich auf die UEFA EURO 2012 im Sommer freue. "Denn nach so harter Arbeit und so vielen Opfern zweifle ich keinen Moment daran, dass dieses Turnier erfolgreich sein und große Emotionen hervorrufen wird."

Er sagte, dass es wichtig sei, keine Hintergedanken zu haben – "Weil wir den Fußball lieben, weil wir in seinem Dienste stehen, müssen wir Hand in Hand arbeiten.“

"Gewalt, Spielmanipulationen, illegale Wetten, Doping, Druck und Drohungen gegenüber Spielern, Nichteinhalten von Verträgen, Handel mit jungen Spielern, Geldwäsche: all diese Probleme existieren. Sie existieren in der Gesellschaft und sie existieren auch im Fußball. Es liegt an uns, mit Hilfe der öffentlichen Behörden, die ich heute erneut zum Handeln auffordere, diese Probleme anzugehen."

"Schützen wir also die Spieler. Schützen wir das Spiel. Impfen wir dem Fußball Moral ein“, schloss Michel Platini. “Das muss unser Ziel sein. Danach wollen wir streben. Der großartige Slogan der bevorstehenden EURO bringt es sehr gut auf den Punkt: `Gemeinsam Geschichte schreiben´. Der Fußball verdient es."

Letzte Aktualisierung: 13.04.12 10.05MEZ

http://de.uefa.com/uefa/aboutuefa/organisation/president/news/newsid=1783524.html#uefa+trifft+nerv+zeit

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