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Scheffer ein "ganz besonderer Anführer"

Veröffentlicht: Sonntag, 30. Dezember 2012, 16.44MEZ
Mordechai Spiegler und Itzahak Shum zollten dem im Alter von 88 Jahren verstorbenen Emmanuel Scheffer Respekt, der Israel zum einzigen großen Turnier führte.
von Boaz Goren
aus Israel
Scheffer ein "ganz besonderer Anführer"
Israel vor dem Spiel gegen Uruguay bei der WM 1970 ©Getty Images
 
Veröffentlicht: Sonntag, 30. Dezember 2012, 16.44MEZ

Scheffer ein "ganz besonderer Anführer"

Mordechai Spiegler und Itzahak Shum zollten dem im Alter von 88 Jahren verstorbenen Emmanuel Scheffer Respekt, der Israel zum einzigen großen Turnier führte.

Nach dem Tod von Emmanuel Scheffer, der Israel zur FIFA-WM 1970 führte, zollten ihm ehemalige Weggefährten Tribut. Scheffer starb am Freitag im Alter von 88 Jahren.

Scheffer wurde 1924 in Deutschland geboren, im Alter von 26 wanderte er nach Israel aus, wo er bei Hapoel Haifa FC und Hapoel Kfar-Saba FC spielte. Er ist der erfolgreichste israelische Nationaltrainer; mit seinen damals modernen Trainingsmethoden feierte er 1968 und 1970 in Mexiko Erfolge.

1968 nahm seine Mannschaft an den Olympischen Spielen teil, wo der gerade erst berufene Trainer sein Team ins Viertelfinale führte. Dort kam durch Los das Aus gegen Bulgarien. Zwei Jahre später gab es einen weiteren Höhepunkt, denn er nahm mit Israel an der WM teil. Es ist bislang die einzige Teilnahme Israels an einem großen Turnier.

Auch diesmal überraschte sein Team positiv, denn gegen Schweden und Europameister Italien gab es jeweils Unentschieden. Entscheidend aber war die 0:2-Niederlage zum Auftakt gegen Uruguay, die das Weiterkommen vereitelte. Israels einziger Torschütze bei diesem Turnier, Mordechai Spiegler, erinnert sich: "Er führte uns alle nach oben. Ich glaube nicht, dass irgendjemand wiederholen kann, was er schaffte und wie er dies schaffte. Er war ein besonderer Anführer und brachte Professionalität nach Israel."

Ein anderes Mitglied seines Kader, der heutige israelische Nationaltrainer Itzahak Shum, lobte die Visionen von Scheffer. "Er wusste schon vor 45 Jahren, was wir erst jetzt zu realisieren beginnen", sagte er. "Er war ein Innovator und bestand auf drei Trainingseinheiten täglich. Das waren Anforderungen, von denen ich nicht weiß, ob die heutigen Spieler das aushalten würden. Es war eine Ehre, unter ihm zu spielen."

Scheffer gab sein Amt 1970 auf, wurde aber 1978 abermals für zwei Jahre israelischer Nationaltrainer. Avi Luzon, Präsident des Israelischen Fußballverbands, sieht es ähnlich wie Spiegler. "Es ist kein Zufall, dass niemand den Erfolg von Scheffer wiederholt hat. Er glaubte an harte Arbeit, und das machte ihn zu einem großen Namen im israelischen Fußball."

Letzte Aktualisierung: 31.12.12 13.43MEZ

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