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Kongress beschließt Anti-Rassismus-Resolution

Kongress

Beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London haben die UEFA und ihre Mitgliedsverbände eine Resolution verabschiedet, die den Kampf des europäischen Fußballs gegen Rassismus unterstreicht.

Kongress beschließt Anti-Rassismus-Resolution
Kongress beschließt Anti-Rassismus-Resolution ©UEFA.com

Die UEFA und ihre Mitgliedsverbände haben eine Resolution verabschiedet, die den Kampf des europäischen Fußballs gegen Rassismus weiter vorantreiben und unterstützen soll.

Die Resolution mit dem Namen "Europäischer Fußball vereint gegen Rassismus" wurde beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London am Freitag verabschiedet und beinhaltet, dass die UEFA und die Mitgliedsverbände im Kampf gegen Rassismus im Fußball noch aktiver werden. Von Spielern und Trainern wird diesbezüglich voller Einsatz verlangt, um derartige Vorfälle gänzlich auslöschen zu können. Im Rahmen einer Null-Toleranz-Politik werden striktere Strafen für rassistisch motivierte Vorfälle gegen Offizielle, Spieler und Anhänger verlangt.

Dies war der jüngste Schritt im Kampf des Fußballs gegen Rassismus. Erst im März hat der Strategische Beirat für Berufsfußball (SBBF), bestehend aus Europas Nationalverbänden (UEFA), Klubs (ECA), Ligen (EPFL) und Spielern (FIFPro Division Europe), einstimmig einem gemeinsamen Arbeitspapier zugestimmt, das der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung dienen soll.

Die Kongress-Resolution wurde vom UEFA-Exekutivkomitee bei dessen Meeting in London in dieser Woche bestätigt. Die disziplinarischen Maßnahmen der UEFA für die Saison 2013/14 bekamen ebenfalls grünes Licht vom Exekutivkomitee, wurden jedoch im Bereich Rassismus noch einmal überarbeitet und mit härteren Strafen versehen.

"Es ist klar, dass die Mitgliedsverbände der UEFA und andere Interessenvertreter der Fußballfamilie einstimmig der Meinung sind, dass wir mehr unternehmen müssen, um dieses Problem anzugehen - die UEFA wird mit dieser Resolution die Führung im Kampf um die Auslöschung des Rassismus im Fußball übernehmen", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

"Wir glauben fest daran, dass unsere Taten mehr sagen werden als unsere Worte und wir zählen auf die Mitgliedsverbände der UEFA, diese Resolution nicht nur zu unterstützen, sondern sie in der Praxis umzusetzen. Das ist ein ernstes Thema - und ich denke, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass es an der Zeit ist, den Rassismus ein für allemal zu beenden."

Die beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress verabschiedete Resolution umfasst Folgendes:

• Gemäß ihren Statuten gehört es zu den vorrangigen Zielsetzungen der UEFA, den Fußball in Europa im Geiste des Friedens, der Verständigung und des Fair Plays ohne jegliche Diskriminierung zu fördern.

• Ähnlich verpflichtet sich die UEFA auch in ihren elf Werten zu einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassismus.

• Weiter heißt es in diesen Werten, dass der Fußball mit gutem Beispiel vorangehen muss. Fußball eint die Völker und überkommt Unterschiede. Respekt ist daher ein wichtiger Grundsatz im Fußball.

• Vor diesem Hintergrund ist der europäische Fußball im festen Glauben vereint, dass der Rassismus und alle anderen Formen von Diskriminierung ein für alle Mal aus dem Fußball verbannt werden müssen.

• Die UEFA und ihre Mitgliedsverbände beschließen hiermit, ihre Bemühungen, den Rassismus aus dem Fußball zu eliminieren, noch zu verstärken. Rassistisches Verhalten jedweder Art mit Bezug zum Fußball muss strenger bestraft werden.

• Schiedsrichter sollten ein Spiel bei rassistischen Vorfällen unterbrechen, vorübergehend aussetzen oder auch ganz abbrechen. Die dreistufigen Richtlinien der UEFA sehen vor, dass ein Spiel zunächst unterbrochen und per Durchsage eine Warnung ausgesprochen wird. Im nächsten Schritt wird das Spiel vorübergehend ausgesetzt. Letztendlich wird das Spiel - nach Absprache mit den Sicherheitsverantwortlichen - abgebrochen, wenn das rassistische Verhalten anhält. In einem solchen Fall wird das Spiel als Niederlage für die verantwortliche Mannschaft gewertet.

• Spieler oder Mannschaftsoffizielle, die eines rassistischen Verhaltens für schuldig befunden wurden, sind für mindestens zehn Spiele (bzw. einen entsprechenden Zeitraum bei Vereinsvertretern) zu sperren.

• Rassistisches Verhalten von Fans eines Vereins oder einer Nationalmannschaft ist (bei einem Erstvergehen) mit einer teilweisen Platzsperre zu ahnden, bei welcher der Teil der Tribüne, in dem der rassistische Vorfall stattfand, geschlossen bleibt. Bei einer weiteren Verfehlung sind eine vollständige Platzsperre sowie eine Geldstrafe zu verhängen. Zudem sollte Fans, die rassistischen Verhaltens für schuldig befunden wurden, der weitere Besuch von Spielen von staatlicher Seite verboten werden.

• Vereine und Nationalverbände sind angehalten, Sensibilisierungsprogramme gegen Rassismus durchzuführen. Auch sollten Disziplinarstrafen für rassistisches Verhalten an solche Sensibilisierungsmaßnahmen gekoppelt sein, die idealerweise zusammen mit Antirassismusorganisationen ausgearbeitet bzw. umgesetzt werden sollten. Aufklärung trägt dazu bei, dem Problem Herr zu werden, sowohl im Fußball als auch in der Gesellschaft.

• Spieler und Trainer müssen als Vorbilder im Kampf gegen Rassismus agieren. Eine öffentliche Stellungnahme gegen Rassismus gehört zu ihrer Pflicht gegenüber dem Fußball.

• Die UEFA verschreibt sich dieser strikten Politik von Bestrafung und Aufklärung, und alle Nationalverbände haben sich für die Einführung eines ähnlich gearteten Ansatzes unter Berücksichtigung landesspezifischer Besonderheiten ausgesprochen. Der Fußball braucht Führungsstärke - auf und neben dem Spielfeld. Der europäische Fußball steht vereint gegen Rassismus. Stoppen wir den Rassismus. Jetzt.