2007 bis heute: Eine neue Ära beginnt
Für die UEFA begann im Januar 2007 eine neue Ära, als der Franzose Michel Platini, in den achtziger Jahren ein Weltklassespieler, beim XXXI. Ordentlichen UEFA-Kongress in Düsseldorf zum neuen UEFA-Präsident gewählt wurde. Lennart Johansson, der nach 17 hervorragenden Jahren an der Spitze des europäischen Fußballdachverbands sein Amt abgab, wurde zum UEFA-Ehrenpräsident ernannt. Im Februar 2007 trat Lars-Christer Olsson als UEFA-Generalsekretär zurück und Gianni Infantino, Leiter der UEFA-Rechtsabteilung, wurde vorübergehend Geschäftsführer.
Beeindruckende Karriere
Michel Platini kann auf eine glanzvolle aktive Laufbahn zurückblicken, die ihn über AS Nancy-Lorraine und AS Saint-Etienne zu Juventus führte und in der er dreimal zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde. Auch seine Nationalmannschaftskarriere kann sich sehen lassen: In 72 Länderspielen für Frankreich erzielte er 41 Tore und führte Les Bleus als Kapitän zum Gewinn der UEFA-Europameisterschaft 1984 vor eigenem Publikum. Zwischen 1988 und 1992 war er Trainer der Nationalelf, ehe ihm anschließend ein reibungsloser Übergang in die Fußballpolitik gelang. Zur FIFA-Weltmeisterschaft 1998 war er Chef des Organisationskomitees und sorgte für einen tollen Wettbewerb in seinem Heimatland.
EURO 2012 im Visier
Die UEFA arbeitete weiterhin fieberhaft daran, den Verband und den europäischen Fußball weiterzuentwickeln. Im April 2007 vergab das UEFA-Exekutivkomitee die Austragung der UEFA EURO 2012™ an Polen und die Ukraine. Dadurch wird zum dritten Mal in der Geschichte eine Europameisterschaft von zwei Nationen veranstaltet. 2002 fand das Turnier in Belgien und der Niederlande statt und 2008 hießen die Gastgeber Österreich und die Schweiz.
Strategischer Beirat
Beim zehnten außerordentlichen UEFA-Kongress in Zürich im Mai 2007 wurden einige Änderungen an den Statuten vorgenommen, welche unter anderem zur Entstehung des Strategischen Beirats für Berufsfußball führten. Diesem gehören die Vizepräsidenten der UEFA und Vertreter von Vereinen, Ligen und Spielern an. Platini lobte diese Entscheidung als "einen wichtigen Schritt, um die Fußballfamilie näher zusammen zu bringen". "Ich rufe die großen und wichtigen europäischen Klubs offiziell dazu auf, sich mit allen anderen Klubs zusammen zu schließen, um mit den anderen Mitgliedern der europäischen Fußballfamilie in einen fruchtbaren, produktiven und demokratischen Dialog zu treten", sagte er. "Die Tür der UEFA steht offen - sprechen Sie mit uns und ich verspreche Ihnen, dass Sie nicht enttäuscht werden."
Neue Führungspersönlichkeit
Am 1. Juni 2007 wurde David Taylor, der ehemalige Vorsitzende des schottischen Fußballverbands, zum neuen UEFA-Generalsekretär ernannt. Gianni Infantino wurde sein erster Stellvertreter und zusammen mit einer loyalen und starken Administration werden beide in den kommenden Jahren die Geschicke der UEFA mitverantworten.
Neue Harmonie
Die anschließende Gründung der Europäischen Klubvereinigung (ECA) und die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen der UEFA und der ECA haben eine neue und harmonische Zeit im europäischen Fußball eingeläutet. Als Teil der Absichtserklärung wurde vereinbart, dass die UEFA alle vier Jahre einen Teil des Gewinns der jeweiligen UEFA-Europameisterschaft an die teilnehmenden Verbände abgibt, damit Vereine, welche die Spieler abgestellt haben, entschädigt werden. Im Herbst 2007 wurde dann eine weitere Absichtserklärung zwischen der UEFA und der europäischen Abteilung der Spielergewerkschaft FIFPro unterschrieben, um den Dialog zu intensivieren.
Wichtiger Dialog
Intensive Gespräche zwischen UEFA und der Fußballfamilie führten auch dazu, dass Formatänderungen für die UEFA-Vereinswettbewerbe beschlossen wurden, welche das UEFA-Exekutivkomitee im November verabschiedete. Zwischen 2009 und 2012 werden sich 22 Mannschaften direkt für die Gruppenphase der UEFA Champions League qualifizieren, in der dann insgesamt 32 Teilnehmer an den Start gehen. Die drittplatzierten Vereine der besten drei Ligen und die Meister der auf den Plätzen zehn bis zwölf eingestuften Verbände kommen dazu. Das Endspiel der UEFA Champions League wird an einem Samstag stattfinden.
Überragender Erfolg
Die UEFA EURO 2008™ in Österreich und der Schweiz war in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht ein voller Erfolg. Schon in der Vorbereitung auf diesen Höhepunkt blickte die UEFA über den Tellerrand hinaus und vergab die UEFA EURO 2012™ wie bereits erwähnt nach Osteuropa an Polen und die Ukraine. Im September 2008 wurde vom UEFA-Exekutivkomitee außerdem beschlossen, dass das Teilnehmerfeld für die EM 2016 von 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt wird.
Kampf gegen Rassismus
Der unermüdliche Kampf der UEFA zur Bereinigung des Fußballs von seinen schlechten Seiten wurde erneut ausgeweitert. Eine "Null-Toleranz-Politik" wird besonders gegen Gewalt und Rassismus verfolgt. Auch soziale Verantwortung wird bei der UEFA groß geschrieben. Das FARE-Netzwerk (Fußball gegen Gewalt in Europa) bekommt vom europäischen Dachverband eine enorme Unterstützung, außerdem half die UEFA während der UEFA EURO 2008™ dem Roten Kreuz bei der Benefiz-Kampagne zugunsten von Landminenopfern. Eine Hilfestellung gab es unter anderem auch für obdachlose Fußballer, behinderte Spieler und Fußballer mit Lernbehinderungen, sowie für Jugendliche in Krisenregionen. Außerdem profitieren alle 53 Mitgliedsverbände von dem ambitionierten HatTrick-Projekt.
Arbeit für den Fußball
Die Liste der fortlaufenden Projekte geht weit in die Zukunft hinaus. Intensive politische und diplomatische Gespräche mit der Europäischen Union über zahlreiche Themen gehen weiter. Die UEFA steht auch im ständigen Dialog mit den Fans und 2007 wurde erstmals ein Treffen zwischen Fan-Gruppen und dem europäischen Fußballdachverband veranstaltet. Der Kampf gegen Doping, Korruption und illegale Wetten wird unvermindert fortgesetzt. Nach mehr als fünf Jahrzehnten Existenz spricht die UEFA weiter eine deutliche und stolze Sprache und lässt keinen Zweifel daran, dass das Wohlergehen des Fußballs weiterhin an erster Stelle steht.
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