Fußball-Rechtsprogramm gestartet
Dienstag, 5. Mai 2015
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Das Fußball-Rechtsprogramm der UEFA erlaubt es Mitgliedern der Fußballfamilie, neue Fähigkeiten und Kompetenzen zu erwerben, die spezifisch mit Fußball und Sportrecht zusammenhängen.
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In der Welt des Fußballs, in der sich von einer Sekunde auf die nächste alles ändern kann, ist ein umfassendes Wissen über die komplexen rechtlichen Aspekte zu einer Schlüsselkompetenz der Spezialisten in diesem Bereich des Spiels geworden. Die UEFA bietet dafür nun entscheidende Hilfe und Beratung durch ein ehrgeiziges neues Projekt.
Das Fußball-Rechtsprogramm der UEFA wurde von der UEFA in enger Kooperation mit international renommierten akademischen Experten und Fachmännern entwickelt. Es richtet sich an Rechtsexperten, die mit den neuesten Entwicklungen im Fußballrecht Schritt halten und neues Verständnis und neue Einsichten in die mit einhergehenden Fragen erhalten wollen.
Das Programm besteht aus vier einwöchigen Sitzungen, in denen die wichtigsten Themen und Aspekte des Fußballrechts behandelt werden und steht Teilnehmern mit verschiedenen Hintergründen und aus verschiedenen Organisationen offen. Teilnehmer müssen entweder in der Rechtsabteilung eines UEFA-Mitgliedsverbandes, eines Fußballvereins, einer Spielervereinigung oder einer Liga arbeiten oder in einer Rechtsanwaltskanzlei angestellt sein, die sich mit fußballspezifischen Fällen befasst.
Themen, die in den vier Sitzungen, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten abgehalten werden, behandelt werden, sind eine Einführung in das Fußballrecht, das FIFA-Transferreglement, andere Fußballreglements sowie der Internationale Sportgerichtshof (CAS) und dessen Vorgehensweisen. Erfolgreiche Teilnehmer erhalten ein Zertifikat der weiterführenden Studien im Fußballrecht im Wert von zehn ECTS-Punkten von der Kadir-Has-Universität (Istanbul, Türkei) in Kooperation mit der Universität von Padua (Italien), der König Juan Carlos Universität (Madrid, Spanien) und der UEFA.
Die Sitzungen werden von verschiedenen Universitäten, die mit der UEFA zusammenarbeiten, abgehalten. Gastredner werden als Experten für die verschiedenen Fragen und Probleme der Kursthemen auftreten.
In Istanbul im Oktober dieses Jahres beginnend werden die Teilnehmer sich mit Themen wie EU-Gesetzen und Sport, dem Europarat und Sport, Fußballrecht und Landesgesetzen sowie den Strukturen von UEFA und FIFA beschäftigen.
Die zweite Sitzung wird im Januar 2016 in Padua abgehalten werden, hier befassen die Teilnehmer sich mit dem FIFA-Transferreglement, Vertragsstabilität, internationalen Transfers von Minderjährigen, Kompensationszahlungen und Solidaritätsmechanismen.
Im April 2016 bewegt sich das Programm nach Madrid; Disziplinarverfahren im Fußball, das Finanzielle Fairplay der UEFA, Anti-Doping-Angelegenheiten und Spielmanipulation stehen auf der Agenda.
Schließlich findet die vierte Sitzung im Haus des Europäischen Fußballs der UEFA in Nyon statt, hier wird es um den Internationalen Sportgerichtshof (CAS), dessen Vorgehensweisen und prägende Fälle des CAS gehen.
UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, selbst Rechtsanwalt, blickt mit erfahrenem Auge auf das Programm. "In dieser komplexen, sich schnell verändernden und unsicheren Welt", sagte er, "ist es sehr wichtig, dass sich die Mitgliedsverbände der UEFA und andere wichtige Organisationen im Fußball den rechtlichen Angelegenheiten, die im modernen Spiel eine wichtige Rolle innehaben, bewusst sind und angemessen mit ihnen umgehen. Durch die natürliche Komplexität von Rechtsangelegenheiten und den andauernden Entwicklungen in diesem Gebiet ist es essentiell, eine Kooperation zwischen allen beteiligten Parteien herzustellen und zu fördern, um zukünftige Hürden besser überwinden zu können."
"Das Fußball-Rechtsprogramm der UEFA möchte mehr Mitgliedern der Fußballfamilie dabei helfen, neue Fähigkeiten und Kompetenzen, die mit Sportrecht zu tun haben, zu erwerben", fügte Infantino hinzu, "und ganz speziell im Fußballrecht, sodass sie dazu fähig sind, neue Herausforderungen in diesem sich schnell entwickelnden Umfeld zu bestehen. Indem wir das Fußballrecht zu unserem Portfolio von Bildungsaktivitäten hinzufügen, hoffen wir, eine professionellere Vorgehensweise in Bezug auf Rechtsfragen im Fußball in Europa zu fördern."
Die Programmdirektoren Michele Bernasconi (Schiedsrichter beim CAS) und Emilio Garcia (Chef-Disziplinarinspektor der UEFA) legen den Teilnehmern nahe, dass die Kooperation ein Schlüsselelement des Programms ist. "Durch die hohe Komplexität der Rechtsfragen im Fußball", sagen sie, "ist es wichtig, dass die Mitglieder der Fußballfamilie kooperieren und ihre Positionen verstehen, um die momentane Situation zu verbessern."
"Was [die Teilnehmer] durch das Fußball-Rechtsprogramm der UEFA hauptsächlich gewinnen werden, ist dieses Wissen und auch die Fähigkeiten und Ideen, die benötigt werden, um die Kooperation zu verbessern. Dadurch, dass wir Teilnehmer mit verschiedenen Hintergründen aus verschiedenen Organisationen aufnehmen, spielt dieses Programm eine Schlüsselrolle dabei, Kollaborationen in ihrer täglichen Arbeit zu fördern."
Das letzte Wort bei diesem ehrgeizigen neuen Projekt liegt bei Sarah O'Shea, der stellvertretenden Generaldirektorin des Irischen Fußballverbands (FAI). "Als Direktorin der Rechtsabteilung eines nationalen Verbandes ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, ein klares und robustes Verständnis von Rechtsfragen zu haben", erklärt sie.
"Dennoch, was wichtiger ist, habe ich die Notwendigkeit dafür erlebt, dass wir diese Abteilung besser positionieren und dass wir die Dinge, mit denen sich unsere Rechtsexperten tagtäglich beschäftigen, besser verstehen. Dieses Programm richtet sich genau an eine der Schlüsselhürden in unserem Gebiet."