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Je größer sie sind, desto tiefer fallen sie

Veröffentlicht: Mittwoch, 9. Januar 2013, 18.02MEZ
Sporting Clube de Portugal und AEK FC haben in diesem Jahr enorme Probleme und dies zeigt, dass auch die größten Vereine nicht immun gegen sportliche Krisen sind. UEFA.com listet andere unerwartete Abstürze auf.
Je größer sie sind, desto tiefer fallen sie
Kiko (Club Atlético de Madrid) ©Getty Images

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Veröffentlicht: Mittwoch, 9. Januar 2013, 18.02MEZ

Je größer sie sind, desto tiefer fallen sie

Sporting Clube de Portugal und AEK FC haben in diesem Jahr enorme Probleme und dies zeigt, dass auch die größten Vereine nicht immun gegen sportliche Krisen sind. UEFA.com listet andere unerwartete Abstürze auf.

Noch nie hat Sporting Clube de Portugal eine Saison schlechter als Platz fünf beendet, doch jetzt befindet sich der Verein in akuter Abstiegsgefahr. Auch in Griechenland droht einem Dino die Katastrophe, denn AEK FC schafft es nicht, endlich Fahrt aufzunehmen. Es gibt aber noch weitere Beispiele prominenter Abstürze.

Deutschland: 1. FC Nürnberg (1967/68)
Im Sommer 1968 schwebte der Club im siebten Himmel, unter Erfolgstrainer Max Merkel konnten die Franken den ersten Bundesligatitel ihrer Geschichte feiern und damit nach einer langen sportlichen Durststrecke die achte deutsche Meisterschaft überhaupt. Grund für diesen sensationellen Erfolg war vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit eines eingespielten Teams, das im Meisterjahr mit lediglich 15 Spielern auskam. Um Nürnberg für die anstehende Europapokalsaison zu wappnen, krempelte Trainer Merkel den Kader allerdings dann komplett um und schickte 10 der 15 Meisterspieler in die Wüste. Die Folge war das frühe Aus im Pokal der europäischen Meistervereine gegen AFC Ajax und der Absturz auf Platz 17 sowie der damit verbundene Abstieg in die Regionalliga (damals die 2. Liga). "Was wirklich passiert ist", unkte Mannschaftskapitän Heinz Strehl, "werden wir erst merken, wenn wir auf Wiesen spielen und die Zuschauer mit Spazierstöcken nach uns stockern."

England: Manchester United FC (1973/74)
Tommy Docherty rettete ein vermeintlich sinkendes Schiff, als er 1972/73 das Traineramt bei United übernahm und das Team noch zum Klassenerhalt führte. Die Entscheidung, Denis Law anschließend ablösefrei zu Manchester City FC ziehen zu lassen, stellte sich aber später als fatal heraus, denn plötzlich schoss man keine Tore mehr. Zudem erzielte ausgerechnet der einstige "König von Old Trafford" im vorletzten Spiel der Saison mit der Hacke den Treffer zum 1:0-Sieg von City gegen den Stadtrivalen und aufgrund der Ergebnisse auf anderen Plätzen stieg United noch an diesem Tag ab. Law, der nach seinem Tor schockiert ausgewechselt werden musste, hatte mit diesem Schicksal lange zu kämpfen. "Ich wollte nicht, dass dies passiert. Wie lange hat das schlimme Gefühl angehalten? Das Spiel war vor 33 Jahren, da haben Sie ihre Antwort."

Russland: FC Spartak Moskva (1976)
Zwei Spielzeiten wurden in der sowjetischen Meisterschaft 1976 absolviert. Eine im Frühling, die zweite Saison im Herbst. Für den bekanntesten Verein des Landes lief es im Frühling - vor allem wegen dem Abgang zahlreicher Stammspieler - miserabel. Im Herbst kam es dann zur Katastrophe. Der unerfahrene Trainer Anatoli Krutikov holte nur 13 Punkte und das Team stieg ab. Innerhalb eines Jahres führte Konstantin Beskov, der später eine Trainer-Legende im Verein wurde, den Klub wieder in die erste Liga und schon 1979 feierte man die zehnte Meisterschaft. "Wenn es damals nicht so ein Durcheinander gegeben hätte, vielleicht hätte der Verein nie die große Aufmerksamkeit erhalten", glaubt Spartaks damaliger Akteur Valeri Gladilin. "Ein neuer Trainer wurde geholt, die Fans wachten auf, der Erfolg kam und noch heute reitet Spartak auf dieser Welle."

Frankreich: Olympique de Marseille (1979/80)
"Es herrscht einfach nur Traurigkeit", so die Reaktion von Marseilles Bürgermeister Gaston Defferre auf den Abstieg des Vorzeigevereins der Stadt. "Marseille hat eine Art Tragödie erlebt, denn die Menschen von Marseille lieben ihren Fußballverein." Eigentlich galt die Mannschaft von Trainer Jules Zvunka mit den erfahrenen Nationalspielern Didier Six, Marius Trésor, Victor Zvunka, François Bracci, Anders Linderoth und Marc Berdoll als erster Anwärter auf die Meisterschaft, doch es lief von Beginn an fast alles schief. Auch Jean Robin konnte das Ruder nicht mehr herumreißen und OM wurde am Ende Vorletzter. In der neuen Saison setzte man auf junge Spieler und es dauerte bis 1983/84, ehe Olympique den Wiederaufstieg schaffte.

Italien: AC Milan (1981/82)
Drei Jahre nach dem Gewinn des zehnten Meistertitels und mit einer Abwehr bestehend aus Franco Baresi und Fulvio Collovati (beide zukünftige Weltmeister) sowie Mauro Tassotti, beendete Milan die Saison sensationell auf dem drittletzten Platz und stieg ab, obwohl man gerade mal vier Punkte Rückstand auf den siebten Rang hatte. Milan erzielte in 24 Spielen lediglich 21 Tore und war eine Menge an Erklärungen schuldig. "Wir haben nicht schlecht angefangen", sagte Mittelfeldspieler Walter Novellino. "Der mentale Aspekt ist entscheidend in solchen Fällen. Wenn man anfängt, mit Angst zu spielen, dann produziert man Fehler. Wir hatten fast zu viel Angst vor einem Spiel, besonders als wir von den eigenen Fans ausgepfiffen wurden."

Spanien: Club Atlético de Madrid (1999/2000)
Vier Jahre nachdem Atlético das nationale Double einfahren konnte, ging es für den Hauptstadtklub erstmals nach 1933/34 wieder in die zweite Liga. Jimmy Floyd Hasselbainks verschossener Elfmeter beim 2:2-Remis gegen Real Oviedo am 7. Mai besiegelte das Schicksal der Rojiblancos. "Normalerweise gibt es in solchen Situationen aufmunternde Worte in der Kabine, doch es herrschte komplette Ruhe", erinnert sich Kapitän Kiko an die Minuten nach dem Spiel gegen Oviedo. "Wir alle wussten: Das nächste Spiel ist für uns in der zweiten Liga." Doch es kam sogar noch schlimmer, denn Atlético verlor anschließend auch noch das Endspiel im Copa del Rey gegen RCD Espanyol.

Letzte Aktualisierung: 10.01.13 13.30MEZ

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