Spieler: Luca Antonini (AC Milan)
In ein Viertelfinale der UEFA Champions League gegen den FC Barcelona geht man immer mit einer gehörigen Portion Respekt. Wäre das alleine nicht schon Herausforderung genug, mussten die Rossoneri außerdem noch auf den derzeit wohl besten Verteidiger Italiens verzichten, Thiago Silva.
Doch die Abwehr der Mailänder stand felsenfest, und so war Milan das erste Team seit dem 4. November 2009, das Barcelona in der Champions League einen Torerfolg vorenthielt - damals schaffte der FC Rubin Kazan gegen die Katalanen ein 0:0 vor heimischer Kulisse. Der Spieler des Spiels war, und das völlig zurecht, Antonini dank seiner zwei Rettungsaktionen in höchster Not. Der 29-jährige Verteidiger zeigte schon in der ersten Hälfte seine Entschlossenheit, dem Titelverteidiger das Leben möglichst schwer zu machen. Er stoppte nach einem überragenden Sprint den frei durchgelaufenen Alexis Sánchez. Kurz vor Ende warf er sich in einen Schuss von Tello und verhinderte erneut einen möglichen Rückstand.
Mannschaft: Chelsea FC
Vor einem Monat hätte sich kaum jemand träumen lassen, dass Chelsea allen Ernstes ein Kandidat für das Halbfinale der UEFA Champions League ist. Zwischen dem 31. Januar und dem 3. März gelang den Blues nur ein Sieg in sieben Spielen, dabei gab es ein 1:1 im FA-Cup-Heimspiel gegen Birmingham City FC, eine Niederlage bei West Bromwich Albion FC, ein 1:3 bei SSC Napoli im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse und zur Krönung folgte die Entlassung von Trainer André Villas-Boas.
Für ihn sitzt jetzt Roberto Di Matteo - zumindest vorübergehend - auf der Bank von Chelsea und hat so einiges zum Positiven gewendet. Der erste Durchbruch gelang ihm und seinem Team mit dem 5:4-Erfolg im Gesamtergebnis gegen Napoli und auch im Viertelfinale ging es nicht minder erfolgreich weiter mit dem beeindruckenden 1:0-Sieg bei SL Benfica in dieser Woche. Damit landete Chelsea seinen ersten Auswärtserfolg im Wettbewerb in dieser Spielzeit. Die Ausgangslage für das Rückspiel an der Stamford Bridge am 4. April könnte kaum besser sein.
Tor: Arjen Robben (FC Bayern München)
Bayern hat seinen so wichtigen 2:0-Auswärtserfolg bei Olympique de Marseille im Stade Vélodrome zu großen Teilen seinem niederländischen Flügelspieler zu verdanken, der nicht nur das erste Tor vorbereitete, sondern das Viertelfinal-Hinspiel auch endgültig zu Gunsten der Bayern entschied, als er in der 69. Minute vom rechten Flügel kommend nach einem überragenden Doppelpass im Strafraum mit Thomas Müller den Ball kontrolliert in die linke untere Ecke einschob und die Abwehr der Franzosen dabei ganz alt aussehen ließ.
Zahl: 0
Das hat Seltenheitswert - in dieser Woche schaffte es keines der vier Heimteams (APOEL FC, Benfica, Marseille und Milan), in den Viertelfinal-Hinspielen der UEFA Champions League einen Treffer zu erzielen.
Zitat:
"Madrid steht im Halbfinale, keine Frage. Ich glaube sogar, dass sie das Endspiel erreichen und dort hoffentlich gewinnen."
Nach der 0:3-Heimpleite gegen Real Madrid CF versucht sich APOEL-Trainer Ivan Jovanović entweder an Psychospielchen oder spricht einfach ganz offen aus, was alle denken. Letzteres ist wahrscheinlicher.
Der 12. Mann:
Nach fünf Spielen in Folge ohne einen Torerfolg hatten sich die Anhänger des Viertligisten 1. FC Magdeburg für das Heimspiel gegen den Berliner AK 07 etwas ganz Besonderes ausgedacht, um den Angriff des eigenen Teams zu beleben. Bewaffnet mit selbstgebastelten Pfeilen und unter dem Motto "Wir zeigen euch, wo das Tor steht", taten etwa 100 Fans genau das. Sie waren immer da, wo der Ball gerade war, und zeigten mit ihren Pfeilen in die Richtung, in die der Ball gehen sollte - ins Tor. Das Highlight der Performance war der Moment, als sich die ganze Truppe hinter dem Tor formierte und einen riesigen Pfeil bildete, der direkt auf das Tor zeigte.
Der Einfallsreichtum der Anhänger schien die Angreifer der Magdeburger zu inspirieren, und so erzielten sie tatsächlich einen Treffer in der Partie. Blöd nur, dass die Berliner zweimal trafen.
Großartiger Einfall:
Von einem unorthodoxen Einfall zur Formverbesserung einer Mannschaft zum nächsten - diesmal allerdings von einem Trainer. Der Hamburger SV steckt tief im Keller der Bundesliga, steht derzeit auf dem Relegationsplatz und hat die zweitmeisten Gegentreffer (50) in der ganzen Liga kassiert. Schlechter ist nur der SC Freiburg mit 53 Gegentoren in 27 Spielen.
Um aus dieser äußerst ungemütlichen Situation herauszukommen, ließ sich Trainer Thorsten Fink Folgendes einfallen: "Wenn wir einen Gegentreffer nach einer Standardsituation kassieren, müssen die Spieler eine Strafe in die Mannschaftskasse zahlen. Wenn wir treffen, dürfen sie sich daraus Geld nehmen", erklärte er. Er scheint diesem Konzept viel Vertrauen zu schenken, hat er es doch schon in der Saison 2007/08 als Co-Trainer beim FC Salzburg eingeführt. Salzburg wurde in dieser Spielzeit immerhin Zweiter (HSV-Fans sollten nicht weiterlesen), allerdings mit den meisten Gegentreffern der Top 4 in der Liga.
Kaum zu glauben:
In der rumänischen Liga IV Brasov fand zuletzt ein wirklich bizarres Spiel statt, in dem Tore wie am Fließband fielen. Tabellenführer CSM Făgăraș schlug dabei Schlusslicht AS Izvorul Hoghiz mit 33:0. Das Unheil für Izvorul bahnte sich dabei schon vor dem Anpfiff an, den das Team mit acht Spielern erlebte. Doch nach 25 Minuten traf immerhin Verstärkung ein - leider stand es da schon 9:0 für die Gastgeber. Als wäre das noch nicht genug Unglück, musste in der 71. Minute Gäste-Keeper Florin Mocanu von einem Feldspieler ersetzt werden. Der Grund war einleuchtend - da er kein eigenes Schuhwerk hatte, lieh er sich die Fußbekleidung eines Gegenspielers. Als die Schuhe den Geist aufgaben, konnte Mocanu nicht mehr weiterspielen.
"Ich habe bei Făgăraș angefragt, ob sie beim Stand von 20:0 vielleicht mit dem Toreschießen aufhören würden, das wollten sie nicht", erklärte Mocanu nach der Partie. Dass sein Bitten unerhört blieb, lag nicht zuletzt an der professionellen Einstellung von Făgăraș-Trainer Adrian Hârlab: "Zur Halbzeit, als es 17:0 stand, habe ich meinen Spielern gesagt, sie sollen noch mehr fantastische Tore schießen. Ich habe ihnen auch ganz klar gesagt, wer eine Gelbe Karte bekommt, der muss mit einer saftigen Strafe rechnen."
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