
UEFA.com wirft – im neuen Outfit – einen Blick zurück auf die letzten sieben Tage, in denen Spanien in einer weiteren Disziplin einen EM-Titel feiern durfte, Wayne Rooney in passender Art und Weise einen neuen Meilenstein erreichte und ein genialer Moment von Guti endlich den Fluch von Real Madrid CF im Riazor beendete.
Mannschaft: Spanien (Futsal)
Als Spanien die UEFA EURO 2008 gewann, war es das Ende einer 44-jährigen Durststrecke ohne großen Titel im Seniorenbereich. Ganz anders verhält es sich da mit der Futsal-Mannschaft der Iberer, die am Samstag durch den 4:2-Triumph gegen Portugal im Finale der UEFA-Futsal-EM in Debrecen den dritten Titelgewinn in Folge und den fünften bei bisher sieben Europameisterschaften seit 1996 klarmachte. Vier Spieler aus dem 14er-Kader holten sich ihre vierte Europameisterschaft, dabei auch Kapitän Javi Rodríguez, der im Finale in seinem 169. Länderspiel sein 99. Tor erzielte und sich damit den adidas Goldenen Schuh sicherte.
Spieler: Luis Suárez (AFC Ajax)
Der Versuch von Suárez, den Torjägerrekord der Eredivisie von Coen Dillen zu brechen, der in der ersten Saison der Liga 1956/57 gleich 43 Tore erzielte, kam zuletzt durch drei Spiele ohne Treffer etwas ins Stocken. Am Mittwoch ging es allerdings wie gewohnt weiter – er traf vier Mal in 32 Minuten der zweiten Halbzeit beim 4:0-Sieg gegen Roda JC und hat nun 22 Tore aus 21 Ligaspielen, was ihm 13 Spiele Zeit lässt, die PSV-Eindhoven-Legende Dillen zu überholen. Es war das dritte Mal, dass Suárez in dieser Saison vier Tore in einem Spiel erzielte, davon zum zweiten Mal in der Liga. Kurioserweise gelangen Dillen vor exakt 53 Jahren ebenfalls vier Tore (damals gegen USV Elinkwijk), womit er zu jenem Zeitpunkt ebenso auf 22 Tore kam.
Tor: Wayne Rooney (Manchester United FC)
Rooneys Tor am Sonntag ist gleich aus drei Gründen ein besonderes: Es verhalf United zu einem 3:1-Erfolg bei Arsenal FC, es kam nach einem tollen weiten Pass von Nani zustande und nicht zuletzt war es sein 100. Treffer in der Premier League. Auch sein erstes Tor, damals noch im Trikot von Everton FC, erzielte der damals 16-jährige Rooney gegen die Gunners. Rooney führt mit 20 Treffern die Torschützenliste an und hat bereits jetzt ein Tor mehr als der Torschützenkönig der Vorsaison, Nicolas Anelka.
Zitat: Klaus Allofs (Werder Bremen)
"Wir haben Abwehrfehler gemacht wie eine Schülermannschaft."
Bremens Geschäftsführer war nach der 3:4-Niederlage gegen den VfL Borussia Mönchengladbach frustriert. Schon nach 18 Minuten lag Werder 0:3 hinten.
Beihilfe zur Beendigung eines Fluchs: Guti (Real Madrid CF)
Als Real am Samstag zum Spiel bei RC Deportivo La Coruña erschien, hatten sie seit dem 2. November 1991 nicht mehr im Riazor gewonnen. Aber die Gäste erzielten den ersten Treffer und verdoppelten den Vorsprung noch vor der Pause, als Kaká auf Guti spielte, der vor dem Tor die Depor-Abwehr mit einem Hackentrick überraschte, den der heranrauschende Karim Benzema mit der Innenseite ins Gehäuse beförderte. Real gewann am Ende mit 3:1. "Von diesem Tor wird man noch die nächsten 30 Jahre sprechen", titelte die Marca unter der Überschrift "Die Hacke Gottes".
Fluch wieder aktiv: Craig Bryson (Kilmarnock FC)
Im Januar 2006 war Schottland ganz im Banne des Transfers von Roy Keane zu Celtic FC. Sein Debüt wurde jedoch durch ein überraschendes Ausscheiden im schottischen Pokal bei Clyde FC überschattet. Dort spielte damals der 19-jährige Craig Bryson mit. In dieser Woche war Schottland vom Transfer von Robbie Keane zu Celtic fasziniert, dessen Debüt jedoch durch eine überraschende Niederlage in der schottischen Liga bei Kilmarnock (mit Craig Bryson) überschattet wurde. "Es war schon komisch, die Chance zu haben, gegen beide Keanes bei ihren Debüts für Celtic zu spielen", sagte Bryson. "Das waren für mich ganz große Tage in meiner Karriere und ich werde diese Erinnerungen für den Rest meines Lebens haben."
Hattrick: Danny Butterfield (Crystal Palace FC)
Die finanzielle Situation beim englischen Zweitligisten Palace ist nicht gerade rosig. Durch Verkäufe im Winter wurde Trainer Neil Warnock dazu gezwungen, am Dienstag im Rückspiel der 4. Runde des FA Cups gegen Premier-League-Team Wolverhampton Wanderers FC den etatmäßigen Rechtsverteidiger Butterfield als Offensivkraft aufzustellen, obwohl er vorher nur ein Tor in sechs Jahren erzielt hatte. Nach ungefähr einer Stunde schlug Butterfield zu und hatte nur sechs Minuten später den schnellsten Hattrick in der Klubgeschichte erzielt, wobei er sowohl mit dem Fuß als auch dem Kopf traf. Die Belohnung: Ein 3:1-Sieg und eine lukrative Auseinandersetzung mit Aston Villa FC in der nächsten Runde. "Normalerweise treffe ich alle vier Jahre einmal. Drei Tore an einem Abend zu erzielen ist unglaublich", sagte der 30-Jährige. "Ich glaube, ich war einfach einen Tag zu spät dran [denn das Transferfenster schloss am Vortag]. Ich hätte locker für 4 oder 5 Millionen Pfund gehen können."
Familientradition: Filippo Boniperti (U19 Italien)
Giampiero Boniperti gehört zu den größten Namen im italienischen Fußball; er war der Vorgänger von Alessandro Del Piero als Rekordtorschütze von Juventus mit 178 Treffern und Kapitän der Azzurri für 24 seiner 38 Länderspiele. Nun führt Enkel Filippo, ebenso ein Stürmer, die Familientradition fort. Zuletzt saß er bei Juventus für das Coppa-Italia-Spiel gegen with FC Internazionale Milano schon auf der Bank und wurde diese Woche zum ersten Mal in Italiens U19-Nationalmannschaft berufen. "Ich habe ihm oft beim Spielen zugesehen und ich denke, dass er sich auf dem Platz gut verhält", so der nun 81-jährige Giampiero, während Filippo hinzufügte: "Diesen großen Nachnamen zu tragen, war für mich nie ein Problem."
Rückkehr: Hayrettin Demirbaş (51 Niğdespor)
Der ehemalige Torwart der türkischen Nationalmannschaft und von Galatasaray AŞ, Hayrettin Demirbaş, hat das Rentnerdasein im Alter von 46 Jahren – zehn Jahre nach seinem eigentlichen Karriereende – noch einmal beendet. Hayrettin wird für die Super-Amateur-Liga-Mannschaft 51 Niğdespor spielen, die auf einen Aufstieg in die dritte Profiliga spekuliert. Der 18-fache türkische Nationalspieler Demirbaş arbeitete bereits als Trainer für Klubs der unteren Ligen. Demirbaş, der zwischen 1986 und 1996 fast 150 Spiele für Galatasaray bestritt, sagte: "Der Trainer, der ein alter Freund von mir ist, hat mich um Hilfe gebeten, einen Torhüter zu finden. Niemand, den ich kontaktiert habe, wollte bei Niğdespor unterschreiben. Schließlich sagte mir der Trainer, dass ich es doch problemlos selber machen könne. Obwohl ich meine Profikarriere beendet habe, treibe ich jeden Tag Sport und wollte ein Vorbild für die Jugend sein. Daher bin ich zum Fußball zurückgekehrt."
Kampagne für Gerechtigkeit: Tomas Brolin (Schweden)
Brolin erzielte 26 Länderspieltore für Schweden, dabei einen großartigen Siegtreffer bei der EURO '92 gegen England und drei Tore bei der FIFA-WM 1994, bei der Schweden ins Halbfinale einzog. Das würde vielen Leuten reichen, doch nicht so Brolin, der diese Woche klarmachte, dass ein Tor gegen Norwegen am 8. August 1991 seit jeher fälschlicherweise Roland Nilsson zugerechnet wird. Ein Schuss des Innenverteidigers prallte von Brolins Rücken ins Tor ab, der nun sagte, dass er das Tor nie für sich beansprucht habe, da Nilsson zu diesem Zeitpunkt noch nie für Schweden getroffen hatte. In einem Freundschaftsspiel im Jahr 2000 gegen Spanien traf Nilsson dann allerdings erneut ins Tor. "Roland Nilsson hat ein Tor gestohlen", sagte der Restaurantbetreiber und professionelle Pokerspieler Brolin gegenüber SVT. "Das war mir nicht so wichtig. Damals hatte Rolle noch nie getroffen." Der Schwedische Fußballverband untersucht die Angelegenheit nun, und Brolin versprach, Nilsson zum Essen einzuladen, sollten dessen Länderspieltore halbiert werden.
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