
Der Walisische Fußballverband (FAW) wurde im Februar 1876 in Wrexham von einer Gruppe Geschäftsmänner gegründet, die eine Mannschaft auf die Beine stellen wollten, um damit gegen Schottland anzutreten. Vier Jahre zuvor hatten Schottland und England damit angefangen, sich auf dem Fußballplatz zu messen.
Die Partie gegen die Schotten fand dann im März 1876 in Glasgow statt. Wales schickte zehn Spieler aus dem Norden und nur einen Akteur aus dem Süden zu der Begegnung. Die Partie ging mit 0:4 verloren und auch im Rückspiel ein Jahr später in Wrexham kassierten sie eine 0:2-Niederlage.
Fußball in Wales wurde in den Anfangsjahren von den Mannschaften aus dem Norden dominiert. Vereine wie Wrexham AFC, Oswestry Town FC und Chirk AAA FC erfreuten sich dabei großer Popularität. In der Saison 1877/78 wurde der walisische Pokal eingeführt, ursprünglich, um nach Spielern mit internationalem Format zu suchen. Wrexham gewann die erste Ausgabe des Pokals, und es dauerte bis 1912, ehe mit Cardiff City FC erstmalig ein Verein aus dem Süden Pokalsieger wurde.
In Südwales schaffte Fußball in den 1890ern den endgültigen Durchbruch, sodass 1902 die Walisische Fußballliga gegründet wurde. Gleichzeitig zog es aber auch viele walisische Vereine in die englische Ligen, um dort auf höherem Niveau zu spielen.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begann Ted Robbins, Geschäftsführer des FAW, aus eigener Hand den Fußball in Wales zu revolutionieren. Er musste dabei viele Probleme bewältigen, denn die meisten walisischen Spitzenspieler standen bei englischen Vereinen unter Vertrag und es war nie sicher, ob sie für Länderspiele abgestellt werden konnten. Allerdings gewann Wales 1907 die britische Meisterschaft und konnte diesen Triumph 1920, 1924, 1928, 1933, 1934 und 1937 wiederholen.
Wales nahm in den 50er-Jahren zum ersten Mal an der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft teil. Zu dieser Zeit übernahm Herbert Powell, damals Geschäftsführer des FAW, eine führende Rolle in der Organisation der noch jungen UEFA. 1958 erreichte Wales das erste und bisher einzige Mal eine WM-Endrunde. Die 60er waren für die Briten nicht besonders erfolgreich.
Wales erreichte 1976 bei der UEFA-Europameisterschaft unter Coach Mike Smith das Viertelfinale. In den Jahren darauf konnten sie sich mit Trainern wie Mike England und Terry Yorath an der Spitze stetig verbessern. Eine erneute Qualifikation für ein großes Turnier blieb jedoch aus.
Einige Spieler aus Wales haben im Ausland für viel Aufsehen gesorgt. Einer von ihnen ist John Charles, der in Italien zu einem Idol wurde. Außerdem gab es Ian Rush, der bei Liverpool FC ein beliebter Torjäger war. Noch heute spielt Ryan Giggs, mit Manchester United FC 1999 und 2008 Champions League-Sieger, seine Gegner schwindelig. Wales scheiterte in der Qualifikation zur UEFA EURO 2004 nur äußerst knapp und verlor erst in der Relegation gegen Russland. Trotzdem herrscht in Wales großer Optimismus, dass man sich demnächst in Europas Elite etabliert.
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