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Antalyaspor mischt Liga auf

Veröffentlicht: Freitag, 16. November 2012, 13.04MEZ
"Wir wissen, dass es schwerer ist, oben zu bleiben als dorthin zu kommen", sagte Trainer Mehmet Özdilek, der mit Antalyaspor sensationell ganz oben in der türkischen Liga rangiert.
von Türker Tozar
aus Istanbul
Antalyaspor mischt Liga auf
Antalyaspor feiert ein Tor in der türkischen Liga ©Antalyaspor
Veröffentlicht: Freitag, 16. November 2012, 13.04MEZ

Antalyaspor mischt Liga auf

"Wir wissen, dass es schwerer ist, oben zu bleiben als dorthin zu kommen", sagte Trainer Mehmet Özdilek, der mit Antalyaspor sensationell ganz oben in der türkischen Liga rangiert.

Selbst Fußballinteressierte, die nur gelegentlich darauf achten, was sich in der Türkei tut, werden bei einem Blick auf die Tabelle wohl zweimal hinschauen. Klar, ganz vorn ist Galatasaray AŞ, aber wer ist die Mannschaft, die punktgleich dahinter liegt?

Antalyaspor landete in der vergangenen Saison auf dem 15. Platz der türkischen Meisterschaft, doch nach einem Sommer, in dem 13 Spieler gingen und fast ebenso viele kamen, überrascht die Mannschaft von Mehmet Özdilek. "Am Ende der letzten Saison haben wir mit einem Umbauprozess begonnen, haben ein neues Spielsystem eingeführt und uns Spieler ausgesucht, die dazu passen", sagte der Trainer gegenüber UEFA.com. "Die Neuen haben sich schnell angepasst – auf und außerhalb des Platzes – und harmonieren mit den Spielern, die wir bereits hatten. Das mündete in unserem schnellen Aufstieg."

Der Klub von der türkischen Südwestküste wird angeführt vom 35-jährigen ehemaligen Innenverteidiger Deniz Barış, der vor mehr als zwei Jahren von Fenerbahçe SK kam, während im Mittelfeld İbrahim Dağaşan und Uğur İnceman die Drecksarbeit machen. Lamine Diarra, verpflichtet vom FK Partizan, ist ebenso ein Kreativposten wie Ex-Manisaspor-Spieler Isaac Promise und der ebenso schnelle Ismaïl Aissati, der vom AFC Ajax geholt wurde. In einer Mannschaft, die Konter zu ihren Stärken zählt, sorgt der Brasilianer Tita über die linke Seite für Gefahr

Antalyaspor hat bislang einige bemerkenswerte Ergebnisse erreicht. So gelang am 29. Oktober ein 3:1-Sieg bei Fenerbahçe, für das damit eine Serie von 47 ungeschlagenen Heimspielen beendet wurde. Es folgte ein 2:1-Erfolg im eigenen Stadion gegen Trabzonspor AŞ. Natürlich ist die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb ein Thema beim Verein, obwohl Özdilek die Euphorie noch zu bremsen versucht. "Wir wissen, dass es schwerer ist, oben zu bleiben als dorthin zu kommen", sagte der 46-Jährige. "Dennoch haben wir die Erfahrung und die Klasse, unsere gegenwärtige Position zu behaupten."

Özdilek kam nach sechs Spielen der Saison 2008/09, als er Jozef Jarabinský als Trainer ersetzte, zum Verein. Solange wie er hat noch kein Coach bei Antalyaspor während der Zeit in der ersten Liga ununterbrochen gedient. Viele können sich noch an ihn als Spieler von Beşiktaş JK erinnern, wo er in 13 Jahren viermal Meister wurde. Insgesamt kam er auf 387 Einsätze in der Liga, wobei ihm 13 Treffer gelangen. Der damalige Mittelfeldspieler wurde wegen seiner Eleganz gern mit dem Belgier Enzo Scifo verglichen, weshalb sein Spitzname auch "Scifo Mehmet" lautete.

Nach seinem Rücktritt von der aktiven Karriere im Jahre 2001 ging Özdilek nach England, wo er ein Praktikum bei Manchester United FC unter Sir Alex Ferguson machte und auch Sir Bobby Robson bei Newcastle United FC erleben durfte. Anschließend arbeitete er kurz bei Manisaspor, ehe er Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft wurde, um dann bei Antalyaspor zu landen. Die gelegentlichen finanziellen Engpässe des Klubs ließen in der Regel nicht mehr als Plätze im Mittelfeld der Tabelle zu. Zugleich spezialisierte er sich darauf, ablösefreie Spieler zu holen.

Doch darüber mag er sich nicht beschweren. "Seit meinem ersten Tag beim Klub haben unser Präsident und unser Vorstand an unsere Projekte geglaubt und dafür gesorgt, dass wir ein gesundes Arbeitsumfeld haben", sagte der 31-fache A-Nationalspieler. "Sie sind bestrebt, Antalyaspor auf finanziell bessere Beine zu stellen, während wir uns auf die sportlichen Ziele konzentrieren." In der Tat zeigten die Vereinsoberen eine Menge Geduld mit Özdilek und seinem Team, das in der vergangenen Saison gegen den Abstieg spielte und das viele schon abgeschrieben hatten.

"Beständigkeit ist ein Schlüssel für Erfolg im Fußball, und das betrifft nicht nur den Trainerstab", fügte Özdilek hinzu. "Kontinuität des Vorstands und des Kaders sind genauso sehr wichtig. Dennoch kann das allein unseren Erfolg nicht erklären. Planung und die richtigen Transferentscheidungen, das wirtschaftliche Wachstum des Klubs, die Verbesserung der Infrastruktur und die Entwicklung des Jugendfußballs sind genauso wichtig."

Letzte Aktualisierung: 16.11.12 15.55MEZ

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