
Lange herrschte in Rumänien vor einer neuen Saison nicht mehr so ein großes Rätselraten über den Topfavoriten auf die Meisterschaft. Drei Klubs aus Bukarest sind angetreten, den Ruf der Hauptstadt als Fußballhochburg wieder herzustellen.
Seit dem FC Dinamo Bucureşti im Jahr 2007 konnte kein Klub aus der Metropole mehr den Titel holen, zuletzt jubelten Vereine wie CFR 1907 Cluj (drei Mal), AFC Unirea Urziceni und der FC Oțelul Galați. So eine Negativserie der Hauptstadtklubs gab es zuletzt vor 84 Jahren.
Der 23-fache Meister FC Steaua Bucureşti, 1986 Sieger des Pokals der europäischen Meistervereine, wartet seit 2006 auf die Meisterschaft, der FC Rapid Bucureşti seit 2003.
Pokalsieger Dinamo unterstrich seine Ambitionen am letzten Wochenende durch einen Sieg im Elfmeterschießen im Duell um den Superpokal gegen CFR Cluj. Dinamo-Trainer Dario Bonetti nahm es als gutes Omen: "Wenn wir mit unseren Herzen spielen, können wir jede Partie gewinnen, ich bin stolz, dass meine Spieler im Superpokal echten Dinamo-Geist bewiesen haben."
In der letzten Saison holte sich CFR Cluj den Titel erst am letzten Spieltag mit einem Punkt Vorsprung, das lange führende Dinamo fiel bis auf den fünften Platz zurück.
Cluj-Trainer Ioan Andone weiß, dass das Unternehmen Titelverteidigung mehr als schwer wird. "Zunächst einmal wollen wir die Gruppenphase der Champions League erreichen. Wir haben derzeit aber noch große Probleme in der Defensive, das hat jeder gesehen."
Steaua und Rapid setzen beide auf neue Trainer, bei Steaua versucht sich der ehemalige Aachener Laurențiu Reghecampf, bei Rapid hofft man auf Erfolge von Ioan Ovidiu Sabău. Steaua hat seinen Kader größtenteils zusammen gehalten, Rapid zwar viele wichtige Spieler verloren - darunter auch Kapitän Marcos Antônio - sich aber auch auf dem Transfermarkt als recht rege gezeigt. Trainer Sabău ist jedenfalls optimistisch: "Wir haben eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann, denn für Rapid dürfen nur Spieler auflaufen, die auch Titel gewinnen wollen."
Aber da gibt es nicht nur die drei Klubs aus der Hauptstadt, die man beachten sollte. Still und heimlich hat sich der FC Vaslui durch große Investitionen von Saison zu Saison verbessert, letztes Jahr reichte es sogar zur Vizemeisterschaft. Paul Papp und Pavol Farkaš sind zwar zum AC Chievo Verona abgewandert, aber neben einem neuen Trainer wurden auch 17 neue Spieler verpflichtet. Ob die freilich schon eine starke Mannschaft bilden, bleibt abzuwarten.
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