
Der Polnische Fußballverband (Polski Związek Piłki Nożnej oder PZPN) wurde bei einem Treffen am 20. und 21. Dezember 1919 in Warschau gegründet, ein Jahr nachdem das Land im Anschluss an den Ersten Weltkrieg seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte.
Edward Cetnarowski war der erste Präsident des PZPN, Polens ältester und größter Sportorganisation, der Sitz des Verbands war in Krakau. Das Spiel entwickelte sich rasant weiter. 1921 wurde KS Cracovia erster polnischer Meister, und am 18. Dezember des gleichen Jahres fand das erste Länderspiel statt, das Polen in Budapest mit 0:1 gegen Ungarn verlor.
1923 wurde der PZPN in die FIFA aufgenommen, im folgenden Jahr nahm das Nationalteam an den Olympischen Spielen teil. Ein weiterer historischer Meilenstein war das erste Finale im polnischen Pokal, dem Puchar Polski. Wisla Kraków gewann dabei mit 2:1 gegen Sparta Lwów. 1927 wurde auch eine neue erste Liga gegründet, die Ekstraklasa. Zum Auftakt fand ein Stadtderby zwischen Legia Warszawa und KS Warszawianka statt. Erster Meister wurde zwar Wisla Kraków, doch mit fünf Pokalsiegen wurde KS Ruch Chorzów zur dominierenden Mannschaft.
In den 1930ern konnte auch die Nationalmannschaft zum ersten Mal beachtenswerte Erfolge verbuchen. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin belegten die Bialo-czerwoni (Rot-Weißen) den vierten Platz und erreichten zwei Jahre später bei der FIFA-Weltmeisterschaft in Frankreich die Runde der letzten 16. Dort musste man sich Brasilien mit 5:6 nach Verlängerung geschlagen geben. Dabei erzielte Polens bester Spieler vor dem Krieg, Ernest Wilimowski, vier Tore.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der PZPN in Warschau sehr bald seine Arbeit wieder auf. Der erste Meister nach dem Krieg war KSP Polonia Warszawa. Die 1950er und 1960er waren für den polnischen Fußball magere Jahre, obwohl man über Spieler vom Kaliber eines Gerard Cieslik, Ernest Pol, Edward Szymkowiak und Lucjan Brychczy verfügte. Als Polen 1957 in der WM-Qualifikation in Chorzow mit 2:1 gegen die UdSSR gewann, erzielte Cieslik beide Treffer.
Górnik Zabrze holte in den 1960er Jahren sechs Meisterschaften. 1970 stand der Klub im Finale des Pokals der Pokalsieger, verlor dieses jedoch in Wien mit 1:2 gegen Manchester City FC. Im gleichen Jahr schaffte es Legia Warszawa bis ins Halbfinale des Pokals der europäischen Meistervereine, es waren also wieder bessere Zeiten für den polnischen Fußball zu erwarten.
Unter der Führung von Kazimierz Górski konnte die Nationalmannschaft in den 1970ern beachtliche Erfolge feiern. Nach der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von München 1972 folgte vier Jahre später in Montreal die Silbermedaille. Dazwischen belegte man bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland den dritten Platz. Das Gerüst dieser Mannschaft und damit auch die Schlüsselspieler waren Kazimierz Denya, Wlódzimierz Lubanski, Jan Tomaszewski, Grzegorz Lato, Robert Gadocha, Henryk Kasperczak, Andrzej Szarmach, Jerzy Gorgoń und Wladyslaw Zmuda.
Bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien belegte Polen unter Trainer Jacek Gmoc den fünften Rang. Im gleichen Jahr erlebte der PZPN allerdings auch eine Tragödie, als Präsident Edward Sznajder bei einem Autounfall ums Leben kam.
1982 in Spanien hatte sich die Nationalelf davon erholt. Trainer Antoni Piechniczek leitete das Geschehen außerhalb und Kapitän Zbigniew Boniek, der später zu Polens bestem Fußballer aller Zeiten gewählt wurde, auf dem Platz. So belegte die Mannschaft einen beachtenswerten dritten Rang, durch einen 3:2-Sieg gegen Frankreich. Bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko begann für Polen der Abwärtstrend, im Achtelfinale scheiterte man an Brasilien. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich die Nationalmannschaft bis zum Beginn des neuen Jahrtausends kein einziges Mal mehr für eine WM-Endrunde oder eine UEFA-Europameisterschaft qualifizieren. Der einzige Lichtblick war die Silbermedaille, die man unter Trainer Janusz Wojcik bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona holen konnte.
Im Jugendfußball konnte man in dieser Zeit bessere Ergebnisse erzielen. 1993 wurde man U16-Europameister (heute ein U17-Turier), sechs Jahre später im gleichen Wettbewerb Vize-Europameister und 2001 Sieger bei den U18-Junioren. Diese Leistungen deuteten auf eine viel versprechende Zukunft für die Nationalmannschaft hin. 2001 konnte sich Polen unter Jerzy Engel für die WM-Endrunde in Südkorea und Japan qualifizieren. Paweł Janas führte die Nationalelf zur WM 2006 in Deutschland, wo erneut nach der Vorrunde Endstation war. Mit Leo Beenhakker war es schließlich ein Niederländer, der Polen zum ersten Mal zu einer UEFA-Europameisterschaft führte - 2008 in Österreich und der Schweiz.
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