
Der 1900 gegründete Maltesische Fußballverband (MFA) ist einer der ältesten von 204 Verbänden weltweit. Fußball wurde auf den maltesischen Inseln von einigen dort stationierten Briten eingeführt. Zwar fand das erste Spiel schon 1882 statt, doch es dauerte bis 1910, ehe das erste Meisterschaftsspiel organisiert wurde.
In den 1930ern erfolgte ein weiteres historisches Ereignis für den MFA, als der maltesische Pokalwettbewerb eingeführt wurde. Der Englische Fußballverband spendierte die Trophäe als Dank für die von Malta entgegengebrachte Unterstützung im Rahmen des ersten Spiels von England gegen Italien in Rom im Jahr 1933. Viele in Malta sprechen noch immer mit Wehmut über die Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, als stargespickte Mannschaften aus ganz Europa auf die Insel kamen, um dort Turniere auszutragen. Besonders in der Weihnachtszeit fanden im alten Empire-Stadion in Gzira eine Menge hochkarätiger Spiele statt.
In den frühen 1950ern begann der MFA damit, den Jugendfußball zu fördern und die Mannschaften nahmen an Wettbewerben wie dem Viareggio-Turnier in Italien teil. Einen weiteren Meilenstein erreichte man im Februar 1957, als die A-Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel gegen Österreich bestritt. Im ausverkauften Empire-Stadion verlor Malta allerdings mit 2:3.
Malta wurde 1959 ein Mitglied der FIFA und trat 1960 der UEFA bei. Damit begann für den maltesischen Fußball eine neue Ära, da man nun die Möglichkeit hatte, an vielen verschiedenen Wettbewerben teilzunehmen.
Floriana FC, Sliema Wanderers FC, Valletta FC, Hibernians FC und Hamrun Spartans FC gehören zu den erfolgreichsten Mannschaften Maltas. Floriana und Sliema erzielten die ersten Erfolge, aber in letzter Zeit traten Valletta, Hibernians, Hamrun und Birkirkara FC in deren Fußstapfen.
Malta bestritt das erste Pflichtspiel bei der UEFA-Europameisterschaft 1962 gegen Dänemark. Ihr Debüt bei einer FIFA-Weltmeisterschaft gaben sie 1974, als sie zusammen mit Ungarn, Österreich und Schweden in einer Qualifikationsgruppe spielten. Als größte Erfolge des Nationalteams gelten der 2:0-Heimsieg über Griechenland im Qualifikationsspiel für die EM 1976 sowie der 1:0-Erfolg über Estland in der Qualifikation zur WM 1994.
Als das britische Militär die Insel 1979 verließ, profitierte der MFA von der Rückgabe der Fußballfelder, welche die Briten bis dahin genutzt hatten. Daraufhin entstand 1981 das neue Nationalstadion in Ta'Qali.
Mit der Wahl von Dr. Joseph Mifsud, Präsident des MFA, in das UEFA-Exekutivkomitee im Jahr 1994 sowie in das FIFA-Exekutivkomitee 1998 wurden in der Geschichte des Verbands wichtige Meilensteine gelegt. So kam auch die Berufung des maltesischen Schiedsrichters Emanuel Zammit für die FIFA-Weltmeisterschaft 1998 und die UEFA EURO 2000™ nicht von ungefähr. Anfang 2008 übernahm Dr. Mifsud den prestigeträchtigen Posten des UEFA-Vizepräsidenten.
Mit professionellen Strukturen für die Nationalmannschaft, steigender Begeisterung für Frauenfußball und Futsal sowie der Gründung eines Jugendverbandes beweist der MFA großes Engagement und Interesse, den Fußball im eigenen Land voran zu bringen. Schiedsrichter und Trainer haben ebenfalls eigene etablierte Organisationen eingerichtet.
Diese Maßnahmen haben einen erheblichen Teil dazu beigetragen, dass der MFA das Vertrauen der UEFA gewinnen konnte. Ungeachtet der Größe und der begrenzten Mittel wurde der MFA in den letzten Jahren damit beauftragt, verschiedene Konferenzen und Seminare zu veranstalten. Darunter war auch der XX. Ordentliche Kongress der UEFA von 1990. Berechtigterweise erhielt der Verband viel Lob für die Ausrichtung. Es bleibt zu hoffen, dass sich der administrative Erfolg bald auch auf dem Platz widerspiegeln wird.
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