
Wenn es eine Mannschaft in der luxemburgischen Nationaldivision gibt, die F91 Dudelange den Titel streitig machen kann, ist es AS Jeunesse Esch. In der letzten Saison landeten sie nur drei Punkte hinter dem Serienmeister, dazu unterlagen sie auch nur äußerst knapp in der Verlängerung des Pokalendspiels. Vor dem Saisonauftakt gegen den FC Wiltz 71 am Sonntag ist die Motivation daher groß.
Trainer Sébastien Grandjean gibt zu, dass es ein ambitioniertes Projekt ist, doch weil Esch als einziges Team während der letzten neun Jahre Dudelange den Titel streitig machen konnte - Jeunesse holte sich 2004 und 2010 die Meisterschaft - ist ja vielleicht eine Wachablösung möglich. "Mit einem dreifachen Budget von unserem wird es sehr schwer, Dudelange wie auch [FC] Differdange [03] Konkurrenz zu bieten, aber wir werden wie letzte Saison nicht den Kopf in den Sand stecken."
Dudelange und Esch haben vor dem Saisonstart etwas gemeinsam, denn beide wurden von slowenischen Teams aus dem Europapokal geworfen. Dudelange unterlag in der Qualifikation zur UEFA Champions League gegen NK Maribor, Esch musste gegen NK Olimpija Ljubljana in der UEFA Europa League die Segel streichen. Trotzdem soll diese Erfahrung noch Früchte tragen.
"Olimpija Ljubljana war ein flottes Abenteuer, wo unsere jungen Spieler gelernt haben. Bei beiden Spielen war ein besseres Resultat möglich [Esch unterlag beide Partien mit 0:3], aber leider werden Fehler international bestraft. Wie stark der slowenische Fußball ist, hat jetzt ja auch Dudelange erfahren."
Vor dieser Niederlage sorgte Dudelange aber für eine echte Überraschung, denn in der zweiten Qualifikationsrunde hatten sie den hoch favorisierten FC Salzburg aus dem Wettbewerb gekegelt. "Es war eine super Sensation von Dudelange", meint auch Grandjean. "Es war exzellent für das Image des luxemburgischen Fußballs. Man sieht an den internationalen Resultaten, dass der luxemburgische Fußball einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Natürlich bleibt aber immer ein Unterschied zwischen Amateuren und Profis bestehen."
Dank der intensiven Bemühungen bei der Weiterentwicklung von jungen Talenten hofft Rekordmeister Esch nun aber, dass man nicht weiterhin zweite Geige hinter Dudelange spielen wird. Grandjean: "Wir haben eine sehr junge Mannschaft und viele aus unserem Nachwuchs sind in einem Lernprozess. In dieser Saison müssen sie sich für die Zukunft beweisen."
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