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UEFA war Gast beim MLSZ-Forum

Veröffentlicht: Donnerstag, 17. Januar 2013, 13.38MEZ
Pierluigi Collina und der leitende technische Offizier Ioan Lupescu haben bei einer Konferenz in Budapest die Vorteile der zusätzlichen Schiedsrichterassistenten hervorgehoben.
von Matthew Watson-Broughton
aus Budapest
UEFA war Gast beim MLSZ-Forum
Ioan Lupescu, MLSZ-Präsident Sándor Csányi und Pierluigi Collina beim Forum in Budapest ©MLSZ
Veröffentlicht: Donnerstag, 17. Januar 2013, 13.38MEZ

UEFA war Gast beim MLSZ-Forum

Pierluigi Collina und der leitende technische Offizier Ioan Lupescu haben bei einer Konferenz in Budapest die Vorteile der zusätzlichen Schiedsrichterassistenten hervorgehoben.

Der UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat die Entscheidung des Ungarischen Fußballverbands (MLSZ) begrüßt, die zusätzlichen Schiedsrichterassistenten ab der nächsten Saison bei Ligaspielen einzuführen. Er und der leitende technische UEFA-Offizier Ioan Lupescu besuchten das ungarische Fußball-Forum am Mittwoch in Budapest.

Der italienische Schiedsrichter - er leitete die Endspiele der FIFA-Weltmeisterschaft 2002, der UEFA Champions League 1999 und des UEFA-Pokals 2004 - wurde vom MLSZ zum zweiten Fußball-Forum des Verbandes eingeladen, um die Vorteile der zusätzlichen Schiedsrichterassistenten hervorzuheben. Er gratulierte den Gastgebern zur Einführung dieses Systems. "Eines der wichtigsten Themen des Weltfußballs ist das Schiedsrichterwesen", sagte Collina. "Der MLSZ leistet großartige Arbeit für Ungarn, indem er dies auf eine höheres Level hebt."

Unter dem System, das im letzten Sommer in die Spielregeln aufgenommen wurde, gibt es neben dem Schiedsrichter, zwei Assistenten und dem Vierten Offiziellen zwei zusätzliche Schiedsrichterassistenten, die neben den Torauslinien positioniert sind und dort vor allem auf die Vorfälle im Strafraum achten sowie dem Schiedsrichter bei seinen Entscheidungen helfen sollen. Die UEFA verwendet diese zusätzlichen Assistenten derzeit in ihren Vereinswettbewerben, außerdem wurden sie erfolgreich bei der UEFA EURO 2012 eingesetzt.

"Beschleunigung und Tempo sind die größten Unterschiede zwischen dem Fußball der Vergangenheit und der Gegenwart", sagte Collina. "Aus diesem Grund wurden die zusätzlichen Assistenten eingeführt. Das Ziel des IFAB [International Football Association Board] ist es, dass der Schiedsrichter dadurch Unterstützung bekommt, vor allem bei Situationen im Strafraum, die in einem Spiel sehr oft vorkommen."

Collina schilderte auch die Vorteile für die Assistenten, wenn zusätzliche Unparteiische an der Torauslinie postiert sind, was bei der Auswertung der Ergebnisse des erfolgreichen Versuchs bei der UEFA EURO 2012 zu erkennen war. Dabei wurde festgestellt, dass bei etwa 40 Prozent der Tore bei diesem Turnier vermeintliche Abseitsstellungen vorausgegangen sind, die unterschiedlich interpretiert werden konnten. Dank der Anwesenheit der zusätzlichen Assistenten wurde die korrekte Bewertung einfacher, denn der Assistent konnte sich ausschließlich auf die Abseitsentscheidung konzentrieren. Das System hatte auch abschreckende Wirkung auf Fouls im Strafraum.

Ioan Lupescu nutzte die Gelegenheit, um bei der Konferenz in Budapest auch das langjährige und erfolgreiche Programm zum Training und zur technischen Ausbildung zu erläutern. Er sagte, dass die UEFA-Aktivitäten zur Trainerausbildung das Ziel haben, die Standards bei den Trainern auf allen Ebenen zu verbessern. Außerdem sollen durch Trainerausbildung bessere Spieler produziert werden, nationale Ausbildungsprogramme für Trainer sowie ein besserer Austausch und eine bessere Kooperation angeregt werden.

Alle 53 Mitgliedsverbände der UEFA haben die UEFA-Trainerkonvention unterschrieben, die 1998 eingeführt wurde, um die Trainerausbildung in Europa zu regulieren. Mehr als 162 000 Trainer sind derzeit im Besitz von Lizenzen, die von der UEFA anerkannt werden. Lupescu sprach auch über das erfolgreiche UEFA-Trainer-Austausch-Programm - dadurch haben Pro-Lizenz-Anwärter die Chance zum internationalen Austausch mit Anwärtern aus anderen Ländern und einen Zugang zur UEFA und ihren Ausbildern sowie ihrem Ausbildungsmaterial - und das UEFA-Studiengruppen-Programm, durch das die europäischen Nationalverbände ihr technisches Wissen zum Wohle des Fußballs austauschen.

Lupescu hob die verschiedenen hochwertigen UEFA-Veranstaltungen zu Training und Trainerausbildung hervor - sie reichen von Trainerausbildungs-Workshops und Kursen für spezialisierte Trainer (wie Futsal- und Torwarttrainer) bis hin zu Events mit den führenden europäischen Vereins- und Nationalmannschaftstrainern. Er unterstrich die Qualität der UEFA-Ausbildungsangebote und Services, von den technischen Berichten und Newslettern bis hin zu DVDs und der Website von UEFA Training Ground.

Für die UEFA hat der Breitenfußball besondere Wichtigkeit, denn der Spitzensport kann nicht aufblühen ohne eine gesunde Basis. Die UEFA-Breitenfußball-Charta ermutigt die nationalen Verbände, ihre Breitenfußball-Programme zu fördern, während der UEFA-Breitenfußballtag – er findet immer in der Woche vor dem Finale der UEFA Champions League statt – ein pan-europäisches Fußball-Fest für alle ist, hier gibt es unter anderem Veranstaltungen der Verbände und Auszeichnungen für verdiente Menschen im Breitenfußball.

Die Entwicklung von jungen Fußballern war laut Lupescu eine weitere wichtige Mission der UEFA. Internationale Entwicklungsturniere, die von der UEFA unterstützt wurden, für U16-Jungen- und -Mädchenmannschaften bieten jungen Talenten innerhalb der Verbände die Gelegenheit, in einer wichtigen Phase ihrer Entwicklung auf internationalem Niveau zu spielen.

Lupescu beendete seine Präsentation, indem er aus technischer Sicht auf die UEFA EURO 2012 zurückblickte und die Schlüsselelemente der letzten spanischen Triumphe erläuterte. Er hob die exzellente Struktur in der Jugendarbeit hervor, die den Grundstein für die Erfolgsgeschichte des Spanischen Fußballverbands (RFEF) bildet.

Letzte Aktualisierung: 21.01.13 8.58MEZ

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