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Warum nur die Bayern etwas zu verlieren haben

Veröffentlicht: Mittwoch, 16. Januar 2013, 12.40MEZ
Zwar scheinen die ärgsten Verfolger des FC Bayern München schon aufgegeben zu haben, doch der Bundesliga droht vor dem Rückrundenstart trotzdem keine Langeweile.
Warum nur die Bayern etwas zu verlieren haben
Jubelt sich der FC Bayern auch durch die Rückrunde? ©Bongarts
Veröffentlicht: Mittwoch, 16. Januar 2013, 12.40MEZ

Warum nur die Bayern etwas zu verlieren haben

Zwar scheinen die ärgsten Verfolger des FC Bayern München schon aufgegeben zu haben, doch der Bundesliga droht vor dem Rückrundenstart trotzdem keine Langeweile.

Es gilt als eine der großen Stärken der Bundesliga – auch im Ausland – dass sie so ausgeglichen ist. Oft wird die Meisterschaft erst in spannenden Endspurts entschieden, der Abstiegskampf hält die halbe Liga in Bann, während der Rest sich sehr lange Hoffnungen auf den Europapokal machen darf.

Am Freitag geht es nach kurzer Winterpause weiter, doch diesmal scheint das alles ein wenig anders zu sein. Neun Punkte Vorsprung weist der FC Bayern München auf Bayer 04 Leverkusen auf, drei Zähler dahinter erst kommt Borussia Dortmund, das die letzten beiden Spielzeiten die Meisterschaft für sich entscheiden konnte. "Den Bayern ist die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Sie können sie nur selber hergeben. Und ich befürchte, das werden sie nicht tun", erklärte BVB-Coach Jürgen Klopp in der vergangenen Woche. Seine Borussia, die 2012 auch noch den DFB-Pokal gewann, glänzt in dieser Saison vor allem in der UEFA Champions League und der zweifache Meistermacher hat sein Saisonziel national nun so definiert: "Platz zwei wäre super, Platz drei mehr als in Ordnung. Danach geht es in Bereiche, in denen wir uns nicht mehr so richtig wohl fühlen. An der generellen Herangehensweise wird sich bei uns nichts ändern - weil es für uns sinnvoller und freudvoller ist, zu beobachten, wie 19-Jährige Double-Sieger werden. Das kommt nicht so häufig vor." Nach taktischem Geplänkel hörte sich das nicht gerade an.

Auch Leverkusen ist nicht gerade ein offensiver Herausforderer des Rekordmeisters aus Deutschlands Süden. Das Trainerteam Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski hätte wohl selber nicht damit gerechnet, dass man nach Rang 5 in der Vorsaison eine solch starke Hinrunde hinlegt. Die Rolle als Meisterschaftskandidat kommt für diese Bayer-Elf eigentlich auch noch zu früh – davon reden tut in Leverkusen ohnehin niemand. "Ich kann nicht sagen, dass wir Bayern München in der Rückrunde jagen werden", meinte Hyypiä. Sein Kompagnon Lewandowski ergänzte:  "Es ist extrem unwahrscheinlich, dass ein Jäger den Bayern noch etwas anhaben kann." Kampfansage geht anders. Unter dem Bayer-Kreuz wäre man höchst zufrieden, wenn mit dem neuen taktischen Konzept, das auf eine starke Defensive mit oft drei Sechsern und Konterfußball setzt, eine direkte Qualifikation für die Königsklasse herausspringen würde.

Also sind die Bayern schon Meister? Davon will Jupp Heynckes natürlich gar nichts hören und fordert von seiner Mannschaft "den selben Hunger und Gier" wie in den ersten 17 Spielen und freute sich nach einem 3:0 im Testspiel gegen den FC Basel 1893: "Wir zeigen wieder alles, was uns in der Hinrunde stark gemacht hat." Die punktgenaue Transferpolitik im Sommer, als man sich zielgerichtet mit Dante, Javier Martínez, Xherdan Shaqiri und Mario Mandzukic verstärkte, zahlt sich nun aus – außerdem merkt man dem Team an, dass es hungrig auf Titel ist. "Natürlich war 2012 enttäuschend, weil wir keinen Titel geholt haben", erklärte Bastian Schweinsteiger. "Der Kader ist heute stärker. Dazu gewinnen wir heute Spiele mit Geduld, und das ist auch eine Qualität."

Langeweile muss aber in der Bundesliga trotzdem nicht befürchtet werden: Geht das Märchen von Aufsteiger Eintracht Frankfurt, der in der Hinrunde mit erfrischendem Offensivfußball genauso viele Punkte wie Meister Dortmund holte und nun auf Rang vier steht, weiter und endete sogar im Europapokal? Kann der SC Freiburg – heimlich, still und leise auf Platz fünf gekrochen – diesen behaupten? Oder schlagen einige der namhafteren Klubs wie der VfL Borussia Mönchengladbach, der VfB Stuttgart oder der Hamburger SV noch zurück? Und wie behauptet sich der FC Schalke 04 mit neuem Trainer Jens Keller in der Rückrunde, der gemeinsam mit den Bayern und dem BVB einer von drei deutschen Vertretern im Achtelfinale der UEFA Champions League ist? Reizvoll bleibt es auf jeden Fall, da ist sich auch Thomas Schaaf vom SV Werder Bremen sicher: "Alle anderen können etwas gewinnen, nur die Bayern können etwas verlieren."

Letzte Aktualisierung: 16.01.13 17.01MEZ

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