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Pflichtaufgaben vor der Brust

Veröffentlicht: Freitag, 7. Dezember 2012, 18.25MEZ
Am Samstag stehen dem FC Bayern München (beim FC Augsburg) und Borussia Dortmund (gegen den VfL Wolfsburg) Pflichtaufgaben bevor, während der Zweite Bayer 04 Leverkusen erst am Sonntag spielt.
Pflichtaufgaben vor der Brust
Augsburg ist sicher nur eine Pflichtaufgabe für die Bayern - oder? ©Getty Images
Veröffentlicht: Freitag, 7. Dezember 2012, 18.25MEZ

Pflichtaufgaben vor der Brust

Am Samstag stehen dem FC Bayern München (beim FC Augsburg) und Borussia Dortmund (gegen den VfL Wolfsburg) Pflichtaufgaben bevor, während der Zweite Bayer 04 Leverkusen erst am Sonntag spielt.

Natürlich ist Augsburg, der seit acht Spielen sieglose Vorletzte, krasser Außenseiter gegen den Tabellenführer aus der Landeshauptstadt. "Es traut uns niemand zu, dass wir gegen die Bayern punkten könnten, doch wir wollen genau das tun. Wir wollen das Spiel gewinnen", wagt sich FCA-Coach Markus Weinzierl trotzdem zu sagen. "Nürnberg hat vor wenigen Spieltagen auch einen Punkt gegen die Bayern geholt. Warum soll uns nicht auch ein Erfolgserlebnis gelingen? Wir wollen gut spielen und selbst agieren. Wenn die Bayern sich ständig in und um unseren Strafraum aufhalten, wird es ganz schwer, etwas zu holen. Daher müssen wir versuchen, den Gegner von unserem Tor wegzuhalten, müssen uns etwas zutrauen." Doch der Rekordmeister wäre nicht er selbst, wenn er die letzten Spiele bis zur Winterpause nicht auch noch erfolgreich abschließen wollen würde. "Nachlegen", so die knappe Forderung von Jupp Heynckes. "Die gesamte Mannschaft ist hungrig auf Erfolg. Wir werden das durchziehen - bis zum Pokalspiel."

Nicht mehr als eine Pflichtaufgabe ist der VfL Wolfsburg für Borussia Dortmund - das müsste man zumindest vermuten. Doch Jürgen Klopp sieht das ein wenig anders. "Beim VfL Wolfsburg hat eine Leistungsexplosion stattgefunden, auch wenn man das an den Ergebnissen noch nicht festmachen kann. Diese Mannschaft hat zum Leidwesen ihrer Gegner  nach dem Trainerwechsel wieder Spaß am Fußball gefunden." Wolfsburgs Lorenz-Günther Köstner traut Klopp und dem BVB nicht so recht über den Weg : "Auch wenn das nach außen gerne anders dargestellt wird, habe ich das Gefühl, dass die Borussia den Kampf um die Meisterschaft noch längst nicht aufgegeben hat. Wichtig für uns wird sein, dem Spaßfußball der Borussia beherzt entgegenzutreten. Wir wollen versuchen, uns mit Leichtigkeit, taktischer Disziplin und einer guten Defensivleistung das Selbstvertrauen für eigene Offensivaktionen zu holen, die es braucht, um dort etwas mitnehmen zu können."

Zwischen dem Siebten VfB Stuttgart und dem FC Schalke 04 steht zwar so etwas wie ein Spitzenspiel an, doch beide Vereine haben mit Krisen zu kämpfen. Stuttgart unterlag am Donnerstag in der UEFA Europa League und kam nur dank eines günstigen Ergebnisses in Kopenhagen weiter, während die Königsblauen seit vier Ligapartien ohne Dreier sind. "Wir müssen uns für den Erfolg nicht entschuldigen", knurrte Bruno Labbadia, während Huub Stevens nach zuletzt drei Auswärtsniederlagen auf gute Laune macht: "Wir fahren mit einem guten Gefühl dort hin. Wenn wir mit einem schlechten Gefühl anreisen würden, wäre das nicht gut. Wir wollen zeigen, was in uns steckt."

Ein Spitzenspiel gibt es auch am Samstagabend zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Werder Bremen. Bei den hessischen Gastgebern will Trainer Armin Veh nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge aber nicht von einer Krise reden: "Das ist ganz normal, das haben andere Vereine auch. Natürlich ist es schöner, wenn man in jedem Spiel Punkte holt und gewinnt, aber wir haben bereits 24 Punkte geholt, das ist für einen Aufsteiger überragend. Werder versucht auch wie wir, ihren offensiv ausgerichteten Spielstil zu prägen. Sie spielen attraktiven und guten Fußball." Auch Thomas Schaaf hat Ähnlichkeiten in der Ausrichtung beider Mannschaften ausgemacht: "Man muss festhalten, dass Frankfurt eine Klasse-Saison spielt. Sie haben viele begeistert, sind sehr frisch aufgetreten, haben dabei offensiv viel bewegt und sehr gute Ergebnisse abgeliefert. Insofern sind sie uns nicht unähnlich."

Vor ein paar Wochen noch hätte ein Spiel gegen Fortuna Düsseldorf 1895 als dankbare Aufgabe gegolten, doch der Aufsteiger hat sein Zwischentief wohl überwunden und holte aus den letzten drei Ligaspielen satte sieben Punkte. Das ist auch dem 1. FC Nürnberg und seinem Trainer Dieter Hecking aufgefallen, die am Wochenende Gastgeber für die Rheinländer sind. "Sie haben gute Ergebnisse eingefahren und gezeigt, dass ihr Kader für den Klassenverbleib gut genug ist", so Hecking. Auch Düsseldorfs Norbert Meier hat unter der Woche festgestellt, wie wichtig die Erfolgserlebnisse für seine Spieler waren:  "Man sieht, dass die Jungs Selbstvertrauen getankt haben. Es geht nichts über Siege. Wir haben uns mit 18 Punkten eine gute Ausgangslage geschaffen – nicht mehr und nicht weniger."

Wer 13 Partien in Folge nicht gewinnen kann, ziert das Tabellenende, das ist auch bei der SpVgg Greuther Fürth vor der Begegnung beim SC Freiburg nicht anders. "Wir wollen diese Punkte, wir brauchen diese Punkte", ist dann auch ganz klar die Ausrichtung von Mike Büskens. Sein Freiburger Gegenüber Christian Streich sieht dem Tabellenstand zum Trotz ein "Spiel auf Augenhöhe" auf seine Elf zukommen. "Fürth hat alles, was uns auch auszeichnet. Man merkt, dass sie ihre Gegner studieren, dass sie Struktur haben. Sie spielen sich viele gute Torchancen heraus, aber sie nutzen zu wenige davon."

Platz sechs belegt derzeit der 1. FSV Mainz 05, der am Sonntag beim VfL Borussia Mönchengladbach ran muss. Trainer Thomas Tuchel ist hoch erfreut, dass seine Mannschaft trotz vieler Ausfälle so erfolgreich Fußball spielt. "Es ist wirklich ein gutes Gefühl, dass die Gruppe so funktioniert." Ansonsten will Tuchel, dass weniger von Tabellenplätzen und mehr von Zielen auf dem Platz gesprochen wird: "Wir können uns wünschen, Sechster zu bleiben, aber das hilft uns nicht. Nur Willensziele helfen." 

Der Tabellenzweite Bayer 04 Leverkusen spielt am Sonntagabend bei Hannover 96 und würde natürlich gerne den fünften Ligasieg in Serie landen. "Hannover verfügt über ein sehr gutes Umschaltspiel. Und sie haben sehr viele schnelle Spieler wie beispielsweise Jan Schlaudraff. Das ist ein sehr guter Spieler. Die Stärke von Hannover ist ganz klar die Offensive", sagte Coach Sami Hyypiä.

Letzte Aktualisierung: 07.12.12 18.31MEZ

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