
Schier übermächtig wirkte der FC Bayern München in dieser Saison, bis es am Dienstag in der UEFA Champions League eine Niederlage beim FC BATE Borisov gab. Kann die TSG 1899 Hoffenheim da am Samstag nachziehen?
Nach wie vor ist man in Hoffenheim natürlich vor allem besorgt um den Gesundheitszustand von Boris Vukcević. "In der Mannschaft herrscht Zuversicht und Hoffnung. Irgendwie müssen wir auch ein Stückweit zur Tagesordnung übergehen", sagte Trainer Markus Babbel. "Es wird natürlich schwierig, aus München zumindest einen Punkt mitzunehmen, aber die Chancen sind nicht bei null", fügte Takashi Usami hinzu, der im Sommer vom Rekordmeister in den Kraichgau wechselte. Der verlustpunktfreie Spitzenreiter der Bundesliga will alles tun, um die Pleite in Belarus vergessen zu machen. "Wir müssen Ruhe bewahren und uns nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir wissen, was wir können", erklärte Holger Badstuber, während Karl-Heinz Rummenigge mahnte: "Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns durch diese eine Niederlage jetzt nicht aus der Bahn werfen lassen."
So ein bisschen aus der Bahn geworfen wurde auch der FC Schalke 04 durch die beiden letzten 2:2-Unentschieden, als man jeweils sicher scheinende Vorsprünge noch aus der Hand gab. "Beim Fußball spielt sich vieles im Kopf ab. Wenn man einen Lauf hat, ist es ähnlich. Dann gewinnt man seine Begegnungen", sinnierte Manager Horst Heldt vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg nun. "Für uns wird es sicher nicht einfach, da sich der FC Schalke vor allem in der Defensive sehr stabil und gut organisiert präsentiert. Wir aber haben die Hoffnung, dort etwas mitzunehmen. Unser Gegner hat durch die Doppelbelastung aus der Champions League 90 schwere Minuten mehr in den Knochen. Das kann natürlich ein Aspekt sein, der uns in die Karten spielt", hofft Felix Magath, für dessen Wolfsburger diese Saison ganz und gar nicht nach Plan läuft.
Mit einer ordentlichen Leistung kehrte der SC Freiburg aus dem Auswärtsspiel in Frankfurt zurück, dafür aber ohne Zählbares. "Die Mannschaft hat in den letzten Wochen hart und akribisch gearbeitet. Vielleicht müssen wir noch härter arbeiten", meinte Trainer Christian Streich vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg, dessen Trainer Dieter Hecking im Duell der Tabellennachbarn ausgemacht hatte: "Der SC Freiburg hat eine Wahnsinns-Qualität. Das Team ist laufstark, geht gerne in die Zweikämpfe und den Spielern ist kein Weg zu weit."
Die drei unbesiegten Mannschaften bisher sind die Bayern, Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf 1895. Das hätte vorher wohl keiner so erwartet. Die Rheinländer müssen beim 1. FSV Mainz 05 ran. "Wir trauen uns zu, sie zu schlagen, wissen aber auch, wie schwer sie zu schlagen sind. Sie kommen mit viel Selbstvertrauen, Euphorie und Begeisterungsfähigkeit. Wir haben aber auch eine gute Phase", sagt Thomas Tuchel. Sein Gegenüber Norbert Meier hat die Rheinhessen genau unter die Lupe genommen: "Vor allem zuhause agieren sie sehr forsch und aggressiv, setzen den Gegner früh unter Druck. Außerdem ist die Mannschaft bei Standard-Situationen unheimlich gefährlich. Wir müssen hellwach sein."
Einen Zwischenspurt hat der Hamburger SV zuletzt hingelegt und ist seit drei Ligaspielen ungeschlagen. So soll es auch bei der SpVgg Greuther Fürth weitergehen. "Es hat in den letzten Spielen alles gepasst. Jetzt müssen wir auch gegen Fürth die Tugenden Leidenschaft, Feuer, Begeisterung und Teamwork an den Tag legen. Das wird ein harter Kampf, denn auch Fürth will sein Heimspiel gewinnen", so Thomas Fink.
Aufgrund der vielen Europapokalspiele finden wieder drei Ligapartien am Sonntag statt. Frankfurts Armin Veh kündigte beim VfL Borussia Mönchengladbach eine kleine Abkehr vom bisherigen Offensivstil an. "Wir müssen versuchen, unser Spiel durchzubringen, egal ob zu Hause oder auswärts. Wir werden sicher nicht so offensiv agieren und so vermeiden, in Konter zu laufen. Arango spielt zum Beispiel aus der eigenen Hälfte überragende Pässe auf die Spitze – wir dürfen nicht Gefahr laufen, in Unterzahl zu stehen", sagt der Frankfurt-Coach, während Lucien Favre schon etwas resigniert wirkt: "Die Sonne scheint im Moment nicht. Das ist klar."
Auch beim VfB Stuttgart, zurzeit Fünfzehnter, kriselt es gewaltig, während sich Gegner Bayer 04 Leverkusen im Aufwind befindet. "Wir fahren auch nach Stuttgart, um dort zu gewinnen, aber ich erwarte ein schweres Spiel, die Stuttgarter werden hungrig sein, um vor eigenem Publikum ihre Leistung abzurufen", so Sami Hyypiä.
Mit Hannover 96 und Borussia Dortmund treffen im Abendspiel dann am Sonntag zwei Mannschaften aufeinander, die im Europapokal durchaus erfolgreich waren. Der BVB nahm bei Manchester City FC zwar nur einen Punkt mit, erhielt aber allenthalben für seine Leistung Komplimente, während die Niedersachsen in Unterzahl noch gegen Levante UD gewannen. "Hannover hat eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Wenn es uns nicht gegeben hätte, wäre das die herausragende Entwicklung in der Bundesliga", lobte Jürgen Klopp.
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