
Wenn Borussia Dortmund auf Bayer 04 Leverkusen trifft, wie am Wochenende in der Bundesliga, dann führen beide Mannschaften eher eine feine Klinge. "Ich denke, es wird ein sehr großes Spiel", sagt dann auch Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä. "Wir müssen sehr konzentriert sein, denn Dortmund hat ein sehr gutes Umschaltspiel und ist sehr konterstark. Wir wissen, dass Dortmund sehr aggressiv ist. Also müssen wir auch bereit sein, sehr aggressiv zu sein." Bei seinem Gegenüber Jürgen Klopp ist vor allem der Respekt gegenüber dem kompakten Bayer-Mittelfeld sowie den Akteuren der Werkself gegeben: "Einer anderen Anordnung nähert man sich anders an. Der Fußball ist in Leverkusen nicht neu erfunden worden. Das Hauptproblem bei Leverkusen ist, dass die Spieler so gut sind."
9:1 Tore nach zwei Spieltagen, Platz eins in der Tabelle, das ist in etwa die Erwartung, die man beim FC Bayern München nach dem erneuten Aufrüsten des Kaders so hatte. Doch vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 mahnt Trainer Jupp Heynckes: "Es war wichtig, dass wir gut aus den Startlöchern gekommen sind. Nach einem großen Turnier ist das keine Selbstverständlichkeit. Aber natürlich hatten wir diesmal eine ungewöhnlich lange Vorbereitung, das merkt man jetzt. Aber es gibt noch viele Dinge zu verbessern: die Automatismen, das Umschalten. Da stecken wir mitten in einem Prozess. Die Messlatte ist noch lange nicht erreicht, da ist noch viel Luft nach oben." Für Mainz bleibt natürlich nur die Außenseiterrolle und Thomas Tuchel weiß, dass selbst ein gutes Spiel nicht zwingend zu Punkten reichen wird: "Wir wollen am Ende mit unserer Leistung in München zufrieden sein. Das ist eine schwere Aufgabe, und selbst wenn sie uns gelingt, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass man das positiv für uns auf der Anzeigetafel ablesen kann. Dafür ist der FC Bayern von der individuellen Klasse her einfach zu stark."
Der VfB Stuttgart, der beim 1:6 gegen die Bayern völlig unter die Räder gekommen ist, solle jetzt "nicht alles in Frage stellen und über Bord werfen", mahnt Trainer Bruno Labbadia vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf 1895. "Wichtig ist, dass wir aus den Fehlern lernen und diese in Zukunft nicht mehr machen werden. Wir sind in zwei Wettbewerben gut gestartet, jetzt gilt es eben auch in der Bundesliga, die Punkte einzufahren."
Vier Punkte hat der VfL Borussia Mönchengladbach bisher geholt, doch so richtig rund läuft das Spiel dort noch nicht. Für Dieter Hecking vom Wochenend-Gegner 1. FC Nürnberg, der ebenfalls mit vier Punkten startete, ist das aber nur eine Frage der Zeit: "Sie haben drei Eckpfeiler verloren, aber namhaften Ersatz geholt. Dass die Neuzugänge Zeit brauchen, ist doch klar. Von daher verstehe ich auch nicht die Unzufriedenheit, die dort herrscht." Borussias Havard Nordtveit geht von einer harten Nuss aus: "Sie stehen immer sehr kompakt, es ist nicht leicht, Lücken zu finden."
Die starke Leistung des SV Werder Bremen bei der 1:2-Niederlage zum Start der neuen Saison in Dortmund hat immer noch Eindruck hinterlassen, das ist auch bei Hannover 96 so, wo die Hanseaten am Samstag antreten. "Werder hat einige neue Typen. Da ist zum Beispiel eine sehr schnelle Flügelzange. Auch im Zentrum haben sie etwas verändert, bieten zudem eine sehr laufstarke und kreative Mittelfeldachse auf. Mit Petersen und Akpala kommen zwei Spielertypen hinzu, die wehtun können", so 96-Coach Mirko Slomka. Thomas Schaaf verwies nach dem Spiel beim BVB gewohnt nüchtern darauf, dass es keine Punkte gab, insofern dürfte ihm der Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV am 2. Spieltag besser gefallen haben. Nun folgt das "kleine Derby" gegen Hannover. "Sie sind hervorragend drauf und haben großes Selbstvertrauen. Das strahlen sie auch aus", hat Schaaf bei den 96ern ausgemacht.
Beim Heimspiel von Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth gegen den FC Schalke 04 wird Gerald Asamoah ("Ich freue mich ganz besonders auf das Spiel") sicher seine Spielzeit bekommen, doch Sorgen machen Huub Stevens ganz andere Dinge: "Greuther Fürth lebt allerdings nicht nur von der Euphorie. Sie haben in Mainz gezeigt, dass sie gut Fußball spielen können. Dort standen sie sehr kompakt und haben immer wieder schnell nach vorne gespielt."
In den Sonntagsspielen werden zuerst der SC Freiburg (1 Zähler) und dann die TSG 1899 Hoffenheim (0) versuchen, ihre bisher schlechte Punktausbeute zu verbessern, bevor die ganze Liga nach Frankfurt schaut: Dort ist mit der Eintracht die neben Bayern einzige Mannschaft mit zwei Startsiegen Gastgeber für den Hamburger SV, bei dem alles auf Rafael van der Vaart hofft. "Er hat sich sehr gut eingefunden. Natürlich brauchen wir noch ein wenig Zeit, um Automatismen einzuschleifen, aber man hat bereits in den Testspielen gesehen, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann", sagte Thorsten Fink, bevor er den Blick auf die Eintracht richtete: "Mit dem positiven Effekt des Aufstiegs sind sie mit viel Selbstvertrauen gestartet. Sie haben aber auch Schwächen, die wir versuchen werden, auszunutzen. Wir wollen ihre Spielweise mit Klasse unterbinden."
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