
Seit ein paar Jahren hat es sich eingebürgert, dass der Meister die Bundesliga-Saison mit einem Freitagabendspiel eröffnet und heute Abend ist damit Borussia Dortmund der Gastgeber für den SV Werder Bremen.
Dass Dortmund zum zweiten Mal in Folge die Saison eröffnen darf - und auch noch zur Jubiläumssaison Nummer 50 - sorgt für landesweite ungeteilte Aufmerksamkeit und im Süden der Republik sicher auch für etwas Verstimmung. Letztes Jahr überzeugte der BVB zum Ligastart mit einem 3:1 gegen den Hamburger SV, diesmal geht es nun gegen also gegen den hanseatischen Nachbarn aus Bremen. Und die Spielplangestalter haben Sinn für Historisches bewiesen - denn am 24. August 1963 trafen Dortmund und Bremen am ersten Spieltag der Bundesliga-Geschichte ebenfalls aufeinander, Werder siegte damals im Westerstadion mit 3:2 und Dortmunds "Timo" Konietzka erzielte in der ersten Spielminute das erste Bundesligator überhaupt.
Gegen solch ein Endergebnis hätte Bremen heute Abend sicher nichts einzuwenden, erst recht nicht, nachdem man in der Vorwoche im DFB-Pokal mit 2:4 nach Verlängerung bei Drittligist Preußen Münster ausschied. Zuletzt trafen Werder und Dortmund im Finale eines Vorbereitungsturniers am 5. August aufeinander, nach einem kurzweiligen 3:3 setzte Werder sich im Elfmeterschießen durch. Natürlich war das keine echte Standortbestimmung, doch Werder-Coach Thomas Schaaf hat trotzdem ein paar Erkenntnisse formuliert: "Wir wollen unseren Gegner fordern und unser Spiel umsetzen. Der BVB spielt oft schnell in die Spitze. Das müssen wir verhindern. Wir müssen in der Defensivbewegung die richtigen Entscheidungen treffen."
Personalprobleme haben beide Mannschaften noch, während Bremen um Eljero Elia (Fußprellung) bangt, muss Dortmund noch auf Łukasz Piszczek (Oberschenkelzerrung) hoffen, Sven Bender (Leiste) fällt ohnehin aus. Werders nigerianischer Neuzugang Joseph Akpala wird jedenfalls noch nicht im Kader stehen. Außerdem sickerte durch, dass der Double-Sieger der vergangenen Saison in der Startelf noch auf Mario Götze verzichten wird, der aber zumindest auf der Bank Platz nimmt.
Einfache Worte und abgedroschene Phrasen sind nicht so die Sache von Jürgen Klopp, und so hat Dortmunds Meistermacher auch gleich wieder eine etwas blumige Zielsetzung für den Saisonauftakt ausgegeben: "In diesen gelben Trikots soll eine Mannschaft spielen, die das gleiche Herz auf den Platz trägt wie im letzten Jahr. Diese außergewöhnliche Bereitschaft werde ich einfordern, weil ich das schon immer getan habe. Und weil ich Dinge, die aus einer Alltagslaune heraus möglich sind, für unspannend halte." Seine Mannschaft ist nun seit 28 Ligaspielen ungeschlagen, der ewige Rekord des HSV in dieser Kategorie beträgt 36 Partien. Doch davon will Klopp gar nicht reden. Lieber spricht er über des Gegners Stärke: "Werder hat uns schon beim Vorbereitungs-Cup einen spektakulären Schlagabtausch geboten. Die sind auf einem ganz guten Wege, da sind extrem talentierte Burschen dabei."
Ein offener Schlagabtausch wäre doch auch heute Abend etwas! Und die Spieler scheinen gewillt zu sein, ihn zu liefern. "Ich freue mich auf mein erstes Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen. Da wird die Hütte brennen. Wir werden gut vorbereitet sein und versuchen, ein Feuerwerk abzuliefern", erklärte Marco Reus.
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