
Wolfgang Niersbach ist wie erwartet zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt worden.
Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Theo Zwanziger an, der nach herausragenden Diensten seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2004 nun zurückgetreten ist. Der bisherige Generalsekretär Niersbach wurde am Freitagnachmittag beim Außerordentlichen DFB-Bundestag in Frankfurt von den 256 Delegierten gewählt.
"Ich habe großen Respekt vor dem Amt, aber ich freue mich gleichzeitig auf diese tolle Aufgabe", sagte Niersbach. "Viele große Persönlichkeiten vor mir haben den DFB zu dem gemacht, was er heute ist. Das fortzuführen und für den Fußball etwas bewegen zu können, ist für mich ein großes Geschenk."
Der 61-Jährige begann seine Karriere als Sportjournalist in den Bereichen Fußball und Eishockey, bevor er 1988 zur UEFA EURO '88 zum DFB geholt wurde. Als Vizepräsident des Organisationskomitees Deutschland hatte er entscheidenden Anteil am Gelingen der FIFA-WM 2006 im eigenen Land, bevor er im Oktober 2007 zum Generalsekretär wurde.
Vor seiner Wahl stellte Niersbach den Delegierten sein Programm vor, das vorsieht, die Einheit des Fußballs zu festigen, den Verband zukunftsorientiert aufzustellen und das Kerngeschäft zu stärken, um die gesellschaftliche Verantwortung auch weiterhin glaubwürdig und effektiv wahrnehmen zu können.
Der neue Präsident des Deutschen Fußball-Bundes betonte das Zusammenspiel zwischen dem Profifußball und dem Amateurfußball als Grundlage einer erfolgreichen Entwicklung des Fußballs. "Die Nationalmannschaft ist für uns alle doch das beste Beispiel, wie sich der Profi- und Amateurbereich ergänzen und voneinander profitieren können. Und sie zeigt uns allen durch ihr Auftreten am besten, wie selbstverständlich Integration und tolerantes Miteinander sein können. Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel Vorbildcharakter für den gesamten Fußball hat", so Niersbach.
Weiter nannte er den Ausbau der Talentförderung, eine serviceorientierte, innovative Verbandsarbeit und das Engagement gegen Rassismus, Diskriminierung, Korruption und Gewalt als seine Ziele.
Während des Bundestages wurde Dr. Zwanziger, der sich als Fußballfunktionär höchste Meriten erworben hat und seit 2009 dem UEFA-Exekutivkomitee angehört, von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Friedrich lobte Zwanziger dafür, dass er während seiner Amtszeit wichtige soziale Prioritäten auf die Tagesordnung brachte: "Er hat gezeigt, dass der DFB nicht nur ein Fußball-Verband, sondern auch ein starkes Stück Gesellschaft ist".
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