
Spanien kann im europäischen und im Weltfußball auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Höhepunkt der jüngeren Vergangenheit war der Gewinn der UEFA EURO 2008. Spätestens jetzt war klar, dass das UEFA-Gründungsmitglied eine Macht in Europa und der Welt ist.
Der Spanische Fußballverband (RFEF - Real Federación Española de Fútbol) wurde 1909 gegründet und 1913 unter der Ehrenpräsidentschaft von König Alfonso XIII. geadelt. Am 27. Juli 1914 erfolgte die Aufnahme in der FIFA. Aber es dauerte noch sechs Jahre, ehe eine spanische Nationalmannschaft ihr Debüt feierte. Im August 1920 gab es dabei eine 0:1-Niederlage bei Gastgeber Dänemark. Spätestens jetzt aber war der Fußball endgültig in Spanien angekommen.
Mit der Entstehung des RC Recreativo de Huelva hielt der Fußball 1889 erstmals Einzug in Spanien. Die Copa del Rey - noch immer Spaniens wichtigster Pokalwettbewerb - begann 1903 und wurde bald dominiert vom FC Barcelona, Athletic Club und Real Madrid CF. Ein Vierteljahrhundert später gab es 25 beim RFEF registrierte Vereine. Nach vielen Vereinigungsversuchen startete schließlich im Februar 1929 die erste nationale Meisterschaft, in der zehn Mannschaften an den Start gingen. 1995/96 erreichte der Wettbewerb mit 22 Teams die höchste Teilnehmerzahl, ein Jahr später einigte man sich dann auf die noch heute gültige Zahl von 20 Vereinen.
Der RFEF ist in allen großen Wettbewerben und Alterskategorien durch seine Nationalteams vertreten, und das mit großem Erfolg. Die A-Nationalmannschaft gewann 1964 die UEFA-Europameisterschaft durch einen 2:1-Finalerfolg gegen die UdSSR. In Madrid trafen Jesús María Pereda und Marcelino Martínez. 1992 holte die Olympia-Auswahl Gold in Barcelona. In Antwerpen 1920 und Sydney 2000 gab es jeweils die Silbermedaille, während 1992 in Barcelona Gold gewonnen wurde. Die Liste der erreichten Titel im Nachwuchsbereich ist lang. So wurde 1986 und 1998 die UEFA-U21-Europameisterschaft geholt, 1999 die FIFA-U20-WM, die U19 (die ehemalige U18) war bei der EURO 1995, 2002, 2004, 2006 und 2007 erfolgreich, und die U17 (die ehemalige U16) in den Jahren 1986, 1988, 1991, 1997, 1999, 2001 and 2007.
Mit diesen Mannschaften wurde der Grundstein gelegt für das, was das Team von Luis Aragonés 2008 erreichte. Spieler wie David Villa, Iker Casillas, Xavi Hernández und Fernando Torres holten mit La Roja in der Schweiz und Österreich nicht nur den Titel, sie bleiben sogar in 35 Spielen in Folge ungeschlagen, dabei wurden 15 Siege am Stück gefeiert.
In den letzten Jahren hat sich das Land auch im Futsal hervorgetan. 2000 und 2004 wurden die Spanier FIFA-Weltmeister; 1996, 2001, 2005, 2007 und 2010 gewannen sie die UEFA-Futsal-Europameisterschaft. Als der UEFA-Futsal-Pokal eingeführt wurde, holte sich mit Playas de Castellón FS eine spanische Mannschaft zweimal den Titel, während Interviú Madrid sogar dreimal erfolgreich war.
Madrid gewann die ersten fünf Titel im Pokal der europäischen Meistervereine, danach folgten noch vier weitere Erfolge in diesem Wettbewerb beziehungsweise in der UEFA Champions League. Der FC Barcelona ist der einzige andere Verein aus Spanien, der in der Königsklasse triumphierte, und dies gleich dreimal, davon zweimal in den vergangenen Jahren. Madrid sowie Sevilla FC und Valencia CF waren im UEFA-Pokal erfolgreich, während Club Atlético de Madrid, Valencia CF, Barcelona und Real Zaragoza den Pokal der Pokalssieger nach Spanien holten. Solche Erfolge haben zum Ansehen der heimischen Liga beigetragen. Die spanische Meisterschaft gehört mit zum Feinsten, was der Fußball in Europa zu bieten hat. Vom Breitensport bis ganz nach oben - Spanien zeigt, wie erfolgreich dieser Weg sein kann.
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